Band 
Siebenter Band. M bis N.
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743
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Naumachie Nuumanu 74:»

„Gebhard, Truchsefi von Maldburg"; „Tudocia"; ihre lieblichen Volksmärchenund ihr Weihnachtsgeschenk für die Jugend: „Azaria", u. a. m., zusammen 55 Bde.

Naumachie (von ra-v-z, das Schiff, und ich streite), war die

Nachahmung eines SecireffenS oder ein künstliches Seegefecht, welches eine Gat-tung der feierlichen und öffentlichen Spiele bei den Römern ausmachte. Cäsar warder Ei ste, der dem römischen Volke da? Schauspiel eine? solchen Seegefechts gab, unddas Volk liebte bald dieses Schauspiel mit eben der Leidenschaft, m,l der es an seinenübrigen öffentlichen spielen hmg. Da terCircus Maximus, m welchem zuweilendiese Seegefechte gegeben wurden, zu unbeguem dazu war, so wurden unter denKaisern eigne Plätze dazu eingerichtet, welche man daher Naumachien (und diese?ist die zweite Bedeukuna des Wortes) nannte. Diese glichen in der äußern Formder Bauart den Amphi h.arern. Sie wurden, wie diese, ansang? aus Holz erbaut.Der Kaiser Domitian soll der Erste gewesen sein, der eine Naumachie von Lteinanlegte. Die Länge einer Naumachie, welche August»? anlegen ließ, und in welcheraußer viele» k'euien Fahrzeugen 50 Schiffe mit 3 Reihe» von Ruderbänken Platzhakten, betrug !800, und die Breite 200 Fuß. Die Naumachien wurden, sowieder Cireus Max nniS, wenn eine Naumachie darin gegeben wurde, durch unter-,irdische Canäle plötzlich unter Waffer ges tzt, sodaß sich oft vor den Augen der Zu-,schauer die auf dem Trockenen lieg nden Schiffe in die Höhe boben. Dieses Wafferwurde gewöhnlich au? der Tiber (daher die Naumachien oft in der Nähe derselbenangelegt wurden), zuweilen aber auch durch Wasserleitung, n zugeführt unk floß miteben der Schnelligkeit wieder ab, mit der es herbeigeströmt war. Diejenigen, welchem diesen Naumachien fochten und daher Nanmachiar» hießen, waren die Gladia-tor.», Sklaven, oder Leute aus der niedrigsten Classe, Gefangene und zum Todeverurtheilr- Verbrecher. Ikre Bestimmung war zu sterben, und nur ein günstigerZuruf des Volks oder des Präsidenten der Spiele konnte sie retten. Am Fuße desBerges Gnffone bei Salerno in Sicilien hat man in der Bildung eines kleinenSees Spure» einer alten Naumachie zu entdecken geglaubt.

N a u m ann (Johann Goitlieb oder AmadeuS), einer der größten Kirchen-compon sten, kurs. sachs. Copellmeister zu Dresden , ward in der Nahe dieser Stadtzu Blascwitz Nil geb. Sein Vater, ein unbemittelter Landmann, erlaubte ihm,da er die vorzüglichen Anlagen des Knaben zur Musik bemerkte, statt der Schule s.Dorfe? eine Schule in Dresden zu besuchen, wohin er jeden Morgen ging und woer bessern Unterricht und mehr Gelegenheit fand, seine musikalische» Talente aus--zubtlden. Ein Mitglied der königl. schwed. Capelle zu Luockyolm, durch Zufall indas Haus s. Vaters geführt, erstaunte, hier ein Tlavier und schwierige Musst stuckezu finden, und erbot sich, den I3jährigen Knaben, der diese Stücke spielte und soviel Anlage verrielh, mit nach Italien zunehmen. Der Vater willigte ungern ein.—Der junge N. mußte seinem Herrn die niedrigstenDienste leisten, war oft demMan--gel preisgegeben und konnte kaum Zeit finden, sich ein wenig auf der Bratsche aus-zubilden. Zu Fuße folgte er seinen! Herrn nach Hanüurg und 1758 nach Italien .Während di-ser zu Padua den Unterricht Tarrmi's benutzte, mußte N. seinen Un-terhalt mit Noienschreiben verdienen und für seinen Herrn kochen. Endlch gelanges ihm. unter Tartini'S Schüler aufgenommen zu werden, und er erh elt auch baldnachh reinen Jüngern Herrn. Nach 3 Jahren Verlust er Padua , um in Gesellschaftdes Herrn Pilkcher, der auf Kosten des Prinzen Heinrich von Preußen (?) eine Reisedurch Italien machte, sich weiter auszubilden. In Neapel , wo er sich 6 Monateaushielt, erwachte seine Vorliebe für theatralische Musik. In Bologna benutzte erdie Freundschaft des berühmten Pater Martini und des nach Italien gefluehletenHasse, um s. Kenntnisse zu erweitern, und ließ sich endlich in Venedig nieder, wo erUiuerricht ertheilte und mu Beifall einige theatralische Compositioncn arbeitete.Nach einem Aufenthalte von 8 Jahren in Italien berief die Kurfürsten Mutter,