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Naubert
gemeinschaftlichen Richtung, ist eigentlich die Medicin als Wissenschaft, obgleich ihrHauptgegenstand die Natur der Krankheiten des menschlichen Organismus, undihre praktische, durch die Naturwissnschaft geleitete Thätigkeit auf Heilung derKrankheiten gerichtet ist und Heilkunst, praktische Medicin heißt. Don dieser Wahr-heit kann sich Jeder bei einigem Nachdenken leicht überzeugen. DieKrankhcilener-kennt nämlich die Naturwissnschaft als besondere, von der Lebeuskarmonie desGanzen (z. B. eines Menschen, eines Thuet es) abweichende Leb mProcesse. DieKenntniß der Krankheiten seht also die Kenntniß des menschlichen Orga»ismus(auchvon physischer Seile) voraus, diese aber ist bedingt dm ch die Kenntniß des thierischenund Pflanzenorganismus, und diese kann wieder nicht ohne die Kenntniß der (soge-nannten) anorganischen Natur (die El, meine und Mine,allen) best.h n. Überdiesnimmt die Heilkunst ihre Mittel (Arznei) aus allenReich.n derNatur, derenKennt-niß mithin auch von dieser Seite die Medicin voraussetzen muß. Die Medicin istalso, in der umfassendsten Bedeutung ihres Nam.ns, ein ganz,r groß r Organis-mus, ein vollständiges System von Naturwissenschaften, theils von eigenthümlichenoder wesentlichen, theils von begründenden und Hüifswissenschasten, und zwar innächster Beziehung zur Natur des Menschen, hinsichtlich seines gesunden und kran-ken Zustandes und hinsichtlich der Heilung des letztern. Über die große Verzweigungund organische Ausbreitung der Medicin gibt dieser Artikel Auskunft; wir bemerkennur noch, daß der Hauptgrundpfeiler der Medicin eine Wissenschaft ist, in welcherzugleich alle Naturwissenschaften ihren Mittelpunkt erkennen sollen, die Anthro-pologie nämlich in ihrer rechten naturwissenschaftlichen Bedeuiung als allseitigeNaturgeschichte des Menschen, in seinem Unterschiede von den Thieren, von male-rialer(phusischer)und idealer (psychischer) Seite, wozu also nicht nur die Phvsiologie(sowol des gesunden Menschen als der Krankheiten) und Anatomie des MenschenMit allen Verzweigungen der lehtern (k. Me d iclu), die Kenntniß denMenschen-racen, mithin auch der Volker, hinsichtlich ihres Naturells und andrer Wissenschaf-ten gehören, sonder» selbst die Psychologie, da Leib und Meist zusammen das Mauzedes Menschen ausmachen. Daraus ersieht man zugleich, und aus der nähern Be-trachtung der Medicin, welche auch Geisteskrankheiten und deren Heilung zu be-rücksichtigen hat, mithin auch die Wissenschaft des Ge,steS in seinem gesunden Zu-stande voraussetzt, daß es sehr schwer oder vielmehr unmöglich ist, die Natuiwisfen-schafken von den idealen od. GelsteSwissenschaften vollkommen zu scheiden. Und wiekann es auch anders sein, da geistige und leibliche Nalur selbst nirgends getrennt,sondern die beiden, nur für die Reflexion gesonderten Seilen des Ganze» jedes Na-tur Wesens sind. (S. Geist und Natur.) Die bewußtlose Natur ist die Mutter,aus welcher der höhere, selbstbewußte Geist geboren wird, und so ist auch die Natur-wissenschaft die Mutter aller Geist, swissnschafteu; die nähere gründliche Bekannt-schaft nur jener ist daher die nothwendige Bedu.gung eines erfolgreichen Siutmmüder idealen Wissenschaften. Über den neuessn Zustand der Naturwissenschaftens. III. des Bar. ssuvier „ll>5i. elus juo^ee» elo» ieieiioe» naturelle» <lej >u>» 1189jur<ju'a ee jnui" (Paris 1829, 4 Bde.).
Naubert (Christiane Benedikte), eine geschätzte und fruchtbare Romanen-dichtcrin, Tochter des b>. Hebensti eit zu Leipzig , geb. daselbst 115', war 2 Malveiheiralhel und lebte zu Naumburg in stillburgerlicher Emgezogenheit bis an ihrenTot, 1819 zu Leipzig , wohin sie sich mit ihrem Gatten begeben halte, um ihre er-blindeten Augen openren zu lassen. Sie erfreute die Lesewelt mit einer großenAnzahl geist-, Phantasie- und gemüthreicherRomane, als deren Verfasserin sie sichaus Bescheidenheit nicht nannte. Die meisten haben einen historischen Stoff. Zhrerster bedeutender Versuch in dieser Gattung war „Walther von MonlbarrP; die-sem folgten „Thekla von Thnrn", woraus selbst Schüler m feinem WollenstemManches, sogai wörtlich, benutzte; „Elisabeth, Erbin von Tozgenburg'; „Her-mann von Uima'ft „Kouradm von Schwaben' ; „Harto, Bischof von Mamz ;