Band 
Siebenter Band. M bis N.
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752
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752 Neapels Umgebungen

Farben an dem wilden Gestein erhöht vollends das Grausige dieser Gegend. Wieman sie aber verläßt und sich gen Pozzuoli wendet, wird nian wieder durch alleReize südlicher Fluren und den Anblick des Meeres enischädigt. Man nähert sichPozzuoli auf den Resten einer alten Straße, und bewundert unterwegs manchesÜberbleibsel ehemaliger Pracht, namentlich die Ruinen einer Piscina (gemeinhinLabyrinth genannt), eines großen Amphitheaters und der Thermen. Die alte ViaCampana ist zu beiden Seilen mit den malerischen Trümmern alter Grabmäler ein-gefaßt, die größkeniheils aus Kolumbarien bestehen und noch Spuren von Malereiausweisen. Die Stadt Pozzuoli liegt auf einer kleinen Halbinsel und zählt14,600 Einw. Der Dom war einst ein dem August geweihter Temvel und ent-hält noch mehre antike Säulen; von einer Statue des Tiberius hat sich bloß derüberaus schöne Piedestal auf den» Markt erhalten. Bei weitem das schönste An-denken an das römische Alterthum zu Pozzuoli machen die Ruinen eines Tempels, des Zupiler Scrapis aus, der unter Domman erbaut wurde. Nur 3 Säulen vonCipollmmarmor stehen noch aufrecht und schauen über ein Chaos schöner Bruch-stücke traurig hin. Die sogen. Brücke des Cabgula im Hafen zu Pozzuoli be-steht aus einer Reihe von Pfeilern, die aus der See hervorragen und wahrschein-lich Trümmer eines Molo sind. Von der andern Seite der Stadt liegt der MonteDarbaro (der ehemals wegen seiner köstlichen Weine berühmte Mons GauruS), andessen Fuße Cwero's Akademie und Cumanum standen. An diesen reiht sich derMonte nuovo, welcher 1538 in einer Nacht bei einem Erdbeben entstand unddas naheliegende Dorf Tripergole ganz zu Grunde richtete. Bei dieser Gelegen-heit wurde auch der benachbarte Lucrmersee, dessen Austern und Fische bei denleckern Alten in so hohem Ansehen standen, fast ganz verschüttet, sodaß er jetzt nureinen kleinen Teich ausmacht. Unfern vo» hier sind die Schwitzbäder von Tritola,auch Stufe di Nerone genannt, eine Reihe vo» Grollen, die ein erstickend heißerDunst erfüllt, und wohui viele Kranke aus N. wallfahrten. Durch die Höhle dercumamschen Sibylle, deren Vugil erwähnt, gelangt man vorn Lucrmer-an denAverners.e, der ein rundes, von waldigen Hügeln umfaßtes Becken darstellt,wahrscheinlich der Krater emes ausgelöschten Vulkans. Verfolgt man den Weglängs dein puzzolamschen Meerbustn, so kommt man nach dem bei den Römern sohoch gefeierten Bazü. Noch haben sich hier mehre Ruinen erhalten, die Resteder berühmten Thermen zu sem scheinen. Zn der Nähe liegt der Logo di Fusaro,der in dieser Mythenreichen Gegend der Alken der Acheron war (A, l,>n „er, ,>a!u,bei Dirgll), und m der Gegend zwischen diesem und dem Avnnus Cuma, nur we-nige ocpuren des alten Cumä noch ausweisend. Zwischen Baja und dem DorfeBacola (tas Bauli der Allen) trifft man auf die Psscma mirabile, merkwürdigeReste eine« alten WasserbehalmisseS, und die sogenannten Cenko Camerelle (hun-dert Kammern), eine Reihe von 12 — 13 unterirdischen Gemächern, d e höchstwahrscheinlich zur Grundlage emes großen Gebäudes gchönen. Scnwairs vonBacola liegt ein See, Mare mono genannt, und nur durch eine schmale Enge mitdem Meere zusammenhängend, an dessen Ufer man die elyfalschen Felder verlegte.An der östl. Spitze des Golfs von Pozzuoli endlich liegt Capo Miseno, wo ehemalseine Stadt war und jetzt die Grotia Dragonara das Erheblichste ist. ZwischenCuma und den» Flusse Vuliurno zeigt man noch an einem großen Sumpfe, Lago diParria, einen Thurm, Torre di Patria genannt, den man für das Grobiiml Sci-pio's des Afrikaners hält. An der Ostseite Neapels führt ein Weg zum Ve-suv, nach Herculanum und Pompeji (s. dd.). Drei Miglien von N.liegt die Siodr und das Lustschloß Portici , dessen Bauart höchst geschmacklosund obenein unhaltbar ist; die Heerstraße führt nullen durch einen der Schloßhöfe.16 Zimmer enthalten eine Sammlung von inehr als 1500 herculanischen Wand-gemälden und andre aus Herculanum gewonnene Schätze des Alterthums. Zn