(ü 1 Thlr. 6 Nr.). — Frauenschönheit gehört in N. ;u den größten Seltenheiten;desto edler und kräftiger ist die Bildung der Männer, besonders in den führen derReife. In Hinsicht auf wissenschaftliche Bildung sind die Neapolitaner im (Ganzenhinter den ädrigen sUalienern zurück, wiewol sie auf viel-" berühmte Namen stolzsein können. Auch unter den Gesihrten des 19. ssahrh. sind ausgezeichnete Vlän-ner, wie Piazzi, Cuoco (Vers. einer „Gesch. der Rerolution voii 119 l", und der>ll l'Mu.ne in Iiisi-."), Print von eL.-Gio-gio ('Alt rthiimsforscher undD elfter), der Herzog v. Ventignano, T'^aueispultichtcr. Die A"vocaten (4090),Paglieni, d. i. St! ohhüke genannt, h den einen grollen TK il des Grundeigen-thiiins in ihren Händen, so viel gibt? Processe und so lanqe dauern sie. Der Cha-rakter des Volks ist übrigens nicht so ara, als manche Reisende ihn geschildert ba-den. Im Ganzen herrscht viel Gutmüthigkeit, drollige Treuherzigkeit und nach-ahnienswerthe Mäßigkeit; bei all r Leidenschaftlichkeit hört man nur selten vonErmordungen. Die Unsitilichkeit ist hier nicht arößcr als in andern Hauplstm en,und der Hang zur Trägheit wie zum Genusse findet seinen Grund und seine Ent-schuldigung in der Nalur des Südens. "
Das Land der Reize, Lust und i'ivp'qeii Fülle
Bringt ähnlich die Bewohner auch hervor.
Laffo'S „lieft. Prüf", i, r>2.
Neapels Umgebung ist reich an Wundern der Natur, Kunst und unzäh-ligen Überresten des Alterthums. An der Abcndseite der Stadt zieln sich derBergrücken des Posilippo hin. Seiner Schönheit, bei deren Anblick aller Gramschweigt, soll er den Namen verdanken (äceo irc-v^rwc Xv-r-/c). DieGrotte desselben ist ein gewölbter Weg, dessen die Alten öfters erwähnen, den aberAlfons I. erweitern und der VicekönigPeter von Toledo pflastern ließ. (S. Pau-st lipp.) Über derselben liegt in einem Garten das sogen. Grabmal des Birgst,eiii Columbarium (römisches Grab nach der inncrn Einrichtung) mit mehrenNischen, worin sonst Urnen gestanden. Der Lorber, der ehedem darauf grünte,aber sein Laub jedem Reisenden preisgeben mußte, ist ausgegangen. Den Wegdurch die Grotte des Posilippo verfolgend, oelangt man an den See von Agnano,der malerisch von Bergen emgeschlossn wird, unter welchen derjenige, auf wel-chem das Kloster Camaldoli liegt, der höchste ist. Die Aussicht von dieser Höheerstreckt sich über t ie ganze Cainpania F lip, weit hinaus über die Inseln und dasMeer, und g hört unstreitig zu den reichsten und entzückenden der Welt. Deragnaner See besitzt du» Eigenschaft, an einzelnen stellen aufzuwallen, ohne jedochheiß zu sem. Im Sommer, wo aller Hans der ganzen Nachbarschaft in seinemWasser geröstet wird, ist die Luft hier äußerst ungesund. An seinen Ufern befin-de» sich die Schwitzbäder von S.-Germano, verschiedene Gewölbe, in welchenein schwefeliger Dunst aus der Erde emporsteigt, und die berühmte HundSgrorte(Oiiiil.-, <><?! u-i>w), deren Boten von einer Schicht kohlensaurer Lust bedeckt ist,in welche die Führ-r gewöhnlich einen Hund tauchen, und ihn dann, wenn er ebenersticken will, hervorzohm und an der freien Luft wieder zu sich kommen lassen.Durch einen Hohlweg kommt man von hier in ein andres, wildes, von den leu-kogäischen Felsen umschlozPneS Thal. Am Fuße dieser Berge trifft man die Acguabelle Pisciarclle, ein nut Geräusch aus dem Boden hervorguell ndes, schwes.fthaliiges, sehr warmes Wasser. Von der andern Seite der Felsen liegt die So lfa-tara(loiu„> Vul'.nii. tRuizft l'lilegr-ici), ein höchst merkwürdiges vulkanischesThal (1909 Fuß breit und 1216 lang). Wahrscheinlich ist einst ein feuerspeien-der Berg hier zusammengestürzt, aber nicht völlig erloschen. Unter dem Boden,der mit einer weißlichen Thonerde bedeckt ist und beim Auftreten erzittert, ist Alleshohl; aus allen Löchern und Ritzen dringen Schwefeldämpfe hervor, die im Fin-stern leuchten sollen; der Ansatz des natürlichen Schwefels mit bunten, schillernden