Nebensonnen Neckarschifffahrt und-Handel 76^
der Theorie bemächtigt hat, sondern auch ihre Anwendbarkeit zu ermessen weiß. Inseinen „Bemerkungen über den Zustand Großbritanniens in staatowirthschaftlicherHinsicht" entwickelte er seine Ansichten von diesem Gegenstände nach den davonvorhandenen gedruckten Materialien. 1824 erhielt er das Commandeurkrruj desgroßherzogl. hessischen Verdienstordens.
Nebensonnen, Neben monde, eine Lufterscheinung, wenn nebender Sonne oder dem Monde noch mehre Abbilder derselben erscheinen. (S. M e-teor.) Brandes in Gllben's „Annalen ", 11. Bd., leitet diese milden Höfen umSonne und Mond (s. Hof) verwandte Erscheinungen von einer Brechung des Lich-tes tu Nebel wie Dunstbläschen ab. S. Weidler's,,!)^. ,lr ^>rbr-U>.>>" (Witkenb.1738, 4.). Der Gegenstand ist aber bei weitem nicht erschöpft und erst neulich nochvon der berliner Akademie der Wissenschaften als Preisfrage aufgegeben worden.
Nebukadnezar oder Nabuchodonoser, König von Babylon , re-gierte von KOK — 563 vor Chr. Er war der Sohn des Nabopalassar, welcher(610 — 626) das babylonische Reich aufs Neue von der assyrischen Monarchie un-abhängig gemacht hatte. N. erweiterte das babylonische Reich durch seine Erobe-rungen bis zu den westlichen Grenzen von Asien. Er schlug den König von Ägyp-ten, Necho, bei Karchemisch, eroberte und zerstörte Jerusalem, Tyrus und Eidon.Nach Art der asiatischen Eroberer, welche besiegte, unruhige Völkersiämme in andreGegenden verfehlen, ließ er eine große Anzahl von Juden nach Babylonien ver-pflanzen, deren Aufenthalt daselbst u. d. N. der babylonischen Gefangenschaft be-kannt ist. Fabelhaften Sagen zufolge soll er durch Libyen bis zur Westküste vonAfrika vorgedrungen sei». Die Pracht Babylons ist sein Werk. Daß er 7 Jahrelang ein Ochse gewesen sei, scheint weniger aus der Krankheit der Lykanthropie (eineKrankheit, nach welcher ein Mensch sich in einen Wolf oder in ein andres Thier ver»wandelt glaubt) hergeleitet werden zu müssen, als vielmehr die Manie überhauptzu bezeichnen oder mit irgend einer orientalischen Symbolik in Verbindung zu stehen.
Necka r. Er entspringt bei Schwenkungen im würtembergischen Schwarz-walde, 5000 Schritte von Donaueschingen , einer der Donauguellen, 2084 F. überdem Meere; von der Einmündung der Enz an wird er schiffbar. Die jetzige wür-temb. Regierung hat seine Beschiffung durch Verbreitung, Ausrufung und Durch-stechungen sehr verbessert. Ehe er sich bei Manheim in den Rhein ergießt, nimmter die Murr, Kocher, Elz, Enz , Jaxtund Filz auf. Er hat reizende, sehr abwech-selnde Ufer und fast überall ein weites Thal und schöne Wiesengründe. In denvoin Neckar durchströmten Landschaften wachsen die leichten, gesunden und wohl-schmeckenden Nekarweine; die besten bei Affenthal, Baden, Durchlach, EyburgGretzingen, Mündelsheim im Neckarthal, RemSthal, bei Stuttgart, Sulzberg ,Wangen und Weinsberg ; alle in geschützten, etwas hohen Lagen, auf Kalkbodenmit Exposition gegen Morgen oder Mittag. S. K. Iäger's „Handbuch für Rei-sende in den Neckarzegenden, von Kanstadt bis Heidelberg , und in dem Oden-walde" (Heidelberg 1824, m. Kpf.).
N e cka r sch ifffa h r t und -Handel. Die zu Marbach im KönigreichWürtemberg gefundenen Denkmäler begründen die Vermuthung, daß schon unterden Römern die Neckarschifffahrt im Gange war, um über Kanstadt, einenderdamals nichtigen Handelsplätze, den römischen Colonien Waaren und Briefe zuzu-führen. In spätern Zeiten scheint aber die Schiffbarkeit des obern Neckars, d. h.vom Dorfe Berg ober Kanstadt, bis E)eilbronn aufgehört zu haben, weil wahr-scheinlkch dieser Theil des Flusses zu seicht wurde. Im Anfang des 18. Jahrh,ließen die Herzoge von Würtemberg, als einzige Herren des obern Neckars, dieSchiffbarkeit desselben wiederherstellen, obwol die damals durch Handel reiche undmächtige freie Reichsstadt Heilbronn ihrem Plane, die Handelsschiffsahrt an sich zuziehen, alle mögliche Hindernisse in den Weg zu legen suchte. Das größte derselbe«!