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Necker (Jacques)
Compagnon er wurde. In Zeit von 12—15 I. übertraf er an Vermögen die reichsten Wechselhäuser. Vorth ilhafte Contiacte mit der indischen Compagnie undSpcculalionen auf die engl. Fonds im Augenblick des Friedens von 1763, von demer srüker als A. unterrichtet war, vermehrten f Vermögen bis auf 6 Milk. Da ibndie ostindische Compagnie, deren Mitglied er war, erwählt hatte, um ihre Sache beider Regierung zu führen, fo gab er 1769 ein Werk darüber heraus, worin er an dieDienste erinnerte, die sie dem Staate in den bedränglesten Zeitvunkten geleistet hone.Morellet und Lacretelle waren s. Gegner, welche, indem sie die ausschließlichen Pri-vilegien angriffen und die Freiheit des Handels federten, der öffentlichen Meinungschmeichelten, die Allem, was der Regierung widersprach, günstig war. Dennochgewann Necker zahlreiche Anhänger, und selbst die Tadle,' s. Systems ließen s. Ta-lenten Gerechtigkeit widerfahren. Er legte darauf s. Handelsgeschäfte weder undnahm die Stelle eines Residenten der Republik Genf am franz. Hofe an, in wel-cher Eigenschaft er sich dem Herzog v. Choiseul zu empfehlen wußte. Um durchlilerarischen Ruf die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, schrieb er fein ,Pl,>oc ckcLollwi t", welches 1773 von der franz. Akademie gekrönt wurde. Sein Werk: „ksr-
r. ii »ur In lrosiUulinn ct !o Cliniin'-,<le5 i»i>Ai>>i" (1775, in etwa 20 Anst.)machte Aufsehen und wurde von den Dkononiisten (Physiokraten) lebhaft angegrif-fen, weil er sich für einige Einschränkungen derGeireideausfubr erklärt hatte. Trotzder Unreinheit und dem Schwulste s. StylS, trotz des Unbestimmten in s. Ideen,gefiel er dem großen Haufen der Leser durch die Popularität, womit er die Gegen-stände der Finanzen zu behandeln wußte. JA gewann für sich den Marquis v.Pezay, der mit Ludwig Xt I. einen geheimen Briefwechsel führte, und ließ durchdenselben dem Könige eine Denkschrift zustellen, in welcher er von den HülsSquellendes StaatS e n zu Vortheilhaftes Bild entwarf. Dieses Mittel beschleunigte s. An-stellung. Am Ende 1776 ward er dem Generalcontroleur Taboureau als Directordes königl. Schatzes zugegeben, der nach achmionatl. Amtsführung sich genöthigtsah, ihm s. Platz einzuräumen. MaurepaS, ungeachtet s. hohen Alters, s. anschei-nenden Eoi glosigkeir und s. Epikurismus auf eine lang gewohnte Macht eifersüch-tig, begünstigte N.'S Erhebung, indem er einen unterwürfigen Diener in einemManne zu finden glaubte, der durch s. Geburt die Großen zu Gegnern und durch
s. Religion die Geistlichen zu Feinden haben mußte. So wurde N. in dem schwie-rigsten Zeitpunkte Director der Finanzen. Die Veruntremmgen unter der letztenRegierung halten in den Finanzen des Staat« einen großen Ausfall verursacht, deramerikanische Krieg führte neue Ausgaben herbei; durch neue Auflagen hätte N.leicht die Gunst des Volks verlieren können; er bemühte sich daher, durch Anleihenund Verbesserungen zu halfen. Aber die Anhänger Turgot'S , die er durch s. Grund-sätze über den Getreidehandel von sich entfernt halle, tadelten s. Neuerungen. Tur -gor selbst ging >» den Streit ei». Alan warf JA eine übertrieben- Vorliebe fürdie Taisse d'Escompte vor; man stellte die Abschaffung der Generaleinnehmer alseine treulose Maßregel dar, den Konig unter die Vormundschaft der Financiers zusehen; die Abschaffung des Schatzmeisters als die Erneuerung einer Idee desSchotten Law, deffen Name die schrecklichsten Erinnerungen weckte; die Reformdes komgl. Hauses als den Angriff eines republikanischen G-lsteS gegen die Maje-stät des Throns; die Anleihen als einen zur Untergrabung des LUaatS geeigneienAusweg. DerPlan, Pi ovinzialversammlungen zu berufen, den Necker nach Turgot erneuerte, beunruhigte die Anhänger der Monarchie und die Parlamente, die er zubloßen Gerichtsbehörden zu machen drohte. Doch fand JA auch zahlreiche Verthei-diger, besonders unter den Gelehrten. 1781 gab er s. ,,(.n>»j>tc icinlu u» rui"(deutsch vonMylms, mit Anm.von Tohm, Berlin 1781) über s. Verwaltung her-aus; mehr als 200,600 Ep. wurden von dieser Brochüre in Umlauf gesetzt, dieman ihres blauen Umschlages wegen spotlweise le conto bleu (das Märchen)