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Nerva
tete, ermorden. Unter allen Leidenschaften aber beherrschte ihn vorzüglich die lächer-liche Begierde, für einen großen Künstler in der Musik gehalten zu werden. Er ließsich öffentlich hören und keuch ausgestellte Soldaten Diejenigen beobachten, welchenicht geneigt schienen, seme «Olimme und sein Spiel zu bewundern. Auch im Wa-genrennen wollte er glänzen. Er durchzog mit einem Gefolge von Künstlern ganzGriechenland und gewann natürlich in allen feierlichen Wetlkämpfen und Spielendieses Landes die ersten Preise. Der Genuß machte ihn erfinderisch in der Schwel-gerei und in der Befriedigung unnatürlicher Lüste, die Verschwendung habsüchtig,die Gefahr grausam. Die berühmtesten Opfer seiner Grausamkeit sind, außer demBritanniens und der Agrippina , seine Lehrer Burihus lind Seneea, der DichterLuean und seine Gemahlinnen Oetavia (Tochter des Claudius und der Meffalina,die er unler dem Dorwande der Unfruchtbarkeit verstieß, uni die Poppäa zu heira-rhen, dann auf die Insel Pandaleria verwies und ihr hier tald darauf die Ader» öff-nen ließ) und die Poppäa Sabina. „Meine Vorgänger", sagte er, „haben die Rechteder Alleinherrschaft noch nicht gekannt. Man mag mich hassen, wenn man michnur furchtet". Er lies in einer unsinnigen Laune Rom anzünden, bloß um, wie niansagt, eine lebendige Verstellung des Brandes von Troja zu bekommen. In diesemBrande, welcher 9 Tage datierte, gingen die schönsten Denkmäler der Kunst und derGeschichte zu Grunde. Auf die Christen wälzte er die Schuld dieses Brandes undließ sie dakür im ganzen Reiche auf das heftigste verfolgen. Den eingeäschertenTheil der Stadt ließ er schöner und herrlicher wieder ausbau-n. denn die Baulustbeherrschte ihn im höchsten Grade. Das merkwürdigste Denkmal dieser Bau- undVerschönerungskunst wurde der Palast, den er sich selbst inRoi» erbauen ließ, undder u. d. N. des anldenen Hauses bekannt ist. «eine Verschwendung in andernDingen, in Kle lern, Iagdgeräthsihaften u. s. w., war ebenso grenzenlos als dieFreigebigkeit gegen das Volk in Rom , das er in der erweitertet. Form der (zur Zeitder Republik nur bei aewissm Gelegenheiten üblichen) Spendungen >)
durch die kostbarsten G. schenke bereicherte, wählend die Provinzen von der Last derAbgaben zu Boden gedrückt wurden. Mehre Verschwörungen in Rom selbst en-,d g:en zum Verderben Derjenigen, die sie begonnen hatten. Endlich glückte dieEmpörung des Galba, Statthalters in Spanien , für welchen sich auch der Senaterklärte. Der Tyrann kam der gerecht.» Strafe zuvor, die ihn erwartete, undermordete sich selbst ini I. kR. «o groß die Freudensbezeigungen über N.'s Sturzwaren, so fehlte es koch nicht an Solchen, die ihn selbst nach seinem Sturze nochbewunderten, vergötterten und zurückwünschte». Man bestreute sein Grab mitBlumen, man stellte seine Lttatue neben die Rednerbühne; kurz N.'S Andenkenwar einem großen Theste des Volks und der Soldaten, bei dem er sich durch seineFreigebigkeit und Nachsicht beliebt gemacht hatte, so theuer, daß mehre Betrügereine Zeit lang Gluck machten, indem sie sich für JA ausgaben. Gegen geistreichenSpott war N. um so weniger grausam gewesen, als er selbst viel Geist besaß, un-geachtet er der erste römischeäiaiser war, der sich zu den Reden, welche er hielt, einerfremden Feder bediente. Wir müssen es beklagen, daß derjenige Theil des TacituS,worin die genauere Schilderung des Charakters und der Regierung des N. enthaftten war, nicht auf uns gekommen ist.
Nerva , Domitian's Nachfolger auf dem römischen Kaiserthron, einer dertugendhaftesten unter den Imperatoren. Er b kleidete früher das Coniulak undwar ein Mann von gebildetem Geiste, auch nicht ohne Dichtertalent, leider aberschon ein Gleis, als er 86 n. Chr. den Thron bestieg. Doch gab er manche wohl-thätige Verordnungen, sorgte für die öffentliche Ruhe und die Handhabung der Ge-rechtigkeit, und unterstützte die Armen. Gle'chwol waren Viele unzufrieden mitihm, besonders von den Soldaten der Leibwache, und es bildete sich sogar «ine Ver-schwörung gegen ihn. Er starb 98 n. Chr. Sein Nachfolger war Trajanus .