Band 
Siebenter Band. M bis N.
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Ncptiinistoii Nero

Meeres befahrend, vorgestellt. Mit seiner Gemahlin Amphitrite zeugte er den Tri-ton und die Rohde. Die Kinder, welche man ihm außerdem beilegt, erklärt manaus der Gewohnh-it, die durch Seeräuber geschehenen Entführungen dem Neptunzuzuschreiben. Schon Größe, Stärke, Rohheit und eine Heldenihat zur See ga-ben Ansprüche, für einen Sohn des Neptun gehalten zu werden. Die Beiwörter,welche die Dichter dem Neptun beilegen, beziehen sich meist auf die See und dieSchifffahrt, auf die Erschaffung des Pferdes und die Beschützung der Wellrennen-den, sowie auf seine Macht, Erdbeben zu erregen. Nachdem er an dem unglück-lichen Versuche der Götter, sich gegen Jupiter zu empören, Theil genommen hatte,wurde er von diesem verdammt, in Gemeinschaft mit Apollo dem Könige von Tro ch,Laomedvn, zu dienen. Neptun baute dem Laomedon die Mauern von Troja , undals er den bedungenen Lohn nicht erhielt, schickte er eine flberschwemmung und einfurchtbares Seeungeheuer. Im trojanischen Kriege war er auf Seiten der Griechen,lind im Götterstreite vor Troja stand er dem Apollo gegenüber.

Neptunisten nennt nian die Anhänger der Meinung, daß die Bildungder Erde und ihre Revolutionen bloß durch die Wirkung des Wassers entstandenseien. (Vgl. Vulkanisiert.)

Nereiden, Meernvmphen, die 60 Töchter des Nere us (s. d.), welchegleich ihrem Vater die Gabe der Weissagung und Verwandlung besaßen. (Vgl.Meerqötter.)

Ncreus, eine Untergottheit des Meeres, oder das Meer, insofern es stillund ruh g ist. Er war der älteste Sohn des PontuS (Meer) und der Gäa (Erde ).Die Dichter schi dem ihn als einen wahrhaften und milden Greis, als Freund de»Rechts, der Billigkeit und Mäßigung, und Feind der Gewaltthaten. In einemhöhern Grade als alle Götter der 3 Grundelemente, Luft, Erde und Wasser, hater die Gabe zu weissagen, und gleich andern Wassergöltern verwandelt er sich inallerlei Gestalten. Mit der Doris, der Tochter desOkeanos, seiner Gemahlin, undandem Göttinnen zeugte er die Nereiden (s. d.). Sein Hauptsth ist im ägäi-sch n Meere. Als Paris mit der geraubten Helena dieses Meer durchschiffte, weis-sagte ihm, nach zener schönen Ode des Horaz, NereuS den Untergang von Troja.In den alten Kunstdarstellungen sowol als von Dichtern wird er als ein bösartiger,mit Schilf bekränzter Greis, auf den Wogen sitzend Mit einem Scepter in derHand, vorgestellt.

Nero (Lucius Dom'tius AhenobarbuS, nach seiner Adoption Claudius Dru-sus), war der Sohn des Casus Doniiiius AhenobarbuS und der Tochter des 01er-manicus, Agrippina; geb. zu Amium 31 n. Chr. Als Agrippina später den Kai-ser Claudius beirarhele, ward er von diesem adoptirt und folgte ihm in der Regie-rung 54 n. Chr. August, der erste römische Kaiser aus der Familie der Cäsaren,hatte seine Regierung grausam begonnen, aber gmiäßigt und mild geendigt; Nero ,der letzte, begann mild und endigte grausam. Er hatte eine vortreffliche Erziehungerhalten. Burrhus hakte ihn mit allen Kenntnissen und Grundsätzen ausgerüstet,die den großen Feldherrn und Staatsmann bilden, während Seneca ihn mit derPhilosophie und schönen Literatur bekanntmachte. Der Anfang seiner Regierungüb rtraf selbst die Erwartungen, die man sich nach einer solchen Erziehung vonseinen großen Talenten machen konnte. Als man ihm ein Tokesurtheil zur Unter-zeichnung vorlegte, üußei te er d n Wunsch, nicht schreiben zu können. Allein dieSchmeicheleien und Verführungen der Höflinge, besonders des Freigelassenen Nar-cissus, brachten einen Charakter, der big dahin nur geschlummert zu haben schien,bald zum Ausbrachte. Der 11jährige N. ergab sich den gröbsten Ausschweifungender Wollust und Grausamkeit. Zuerst ließ er den Britannicus, den Sohn desClaudius, zu dessen Nachtheil er durch Begünstigung der Agrippina den Thron b -stiegen haue, vergiften, und endlich auch seine Mutier, deren Herrschsucht er fürch-Cvnvtnaüons-Lcrlcon. Bd. >11. 50