Band 
Siebenter Band. M bis N.
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Nicderläiidischk Sprache, Literatur und Poesie

holländ. gemein und entlehn: nur manche Wörter vcn der sranz., unterscheidetsich auch in der Aussprache dadurch, daß diese mehr nasal, die der hollmt. mehrguttural ist. Allein es giebt in den N ederlanden eine von der niederdeutschen ganzabweichende Mundart, nämlich die wallonische, eine Abart der französischen . Inganz Flandern , Nordvrabant und einem Theile von Südbrabanl >st das Flämischedie Volkssprache. Die Wrenzs-destung üb in der Stadt Brüssel selbst, wo in derniedern Stadt flämisch, in der obern wallonisch gesprochen wird. Südwärts vonBrüssel, dem deßhalb soaen. Wallonischen oder Wälschbrabant, in Hennegau ,Namur, Lütlich und einem Theile von Limburg ist das Wallonische immer noch dieVolkssprache. Demerkenswerch ist es, daß selbst in demjenigen Theile von Flan-dern , der schon lange unter sranz. Herrschaft stand, das Flämische bis nachDün-kirchen hin immer noch die Volkssprache blieb, während bis diesen Augenblick inBrabant, Hennegau und besonders in Lüttich , ungeachtet der Verbindung mitDeutschland , wallonisch gesprochen wird. Die in den Niederlauten gangbarenZweige der niederdeutschen Sprache kann man im Wanzen in 5 wesentlich verschie-dene Mundarten abtheilen. Nämlich» I) das eigentlichcHolländische, welches schongegen das Ende des 1s. Jahrh. Zur Büchcrsprache der nördl. Provinzen erhobenwar; 2) das sogen. Bauernfriesiscke (einst die Schriftsprache GySbertIapix'S), eineMundart, deren Webrauch jedoch immer mehr und mehr abnimmt; 3) die gelder-sche oder sogen, mederrbeinische; 4) die gröningische (wozu auch die oberrsselschegehört) und 6) die flämische Mundart, welche letztere die vorherrschende Schrift-sprache der sudl. Provinzen geblieben ist, obwol unendlich ärmer als die holländ.,und noch überladen mit dem ganzen Schwall von Dastardworten, wovon Coorn»hert, Spiegel und Hoost die holländ. Sprache gereinigt haben. Jene Sprachver-theilung in Belgien betrifft jedoch hauptsächlich nur das platte Land und die kleinernStädte; in den grbßern Städten ist das Gebiet der niederdeutschen Sprache vor-züglich durch die letzte, beinahe 20jähr. Herrschaft der Franzosen , insbesondere inBrabant , immer niebr und mehr beschränkt worden. Durch die begonnene Aus-bildung der holländ. Sprache ist zugleich der Anfangspunkt einer in derselben mög-lichen Literatur bezeichnet. Schon gegen das Ente dös 15. Jahrh, war sie durchzahlreiche Bibelübersetzungen, Volks - und Streitschriften und Dichterwerke man-nigfaltig ausgebildet. Wansfort und Agricola in Groningen waren unter denEisten, die sich alsGottesgelehrte und Literatore» auszeichneten. Ihren Spurenfolgend machte ErasmuS von Rotterdam noch weit grössere Fortschritte und trugnicht minder durch feine Satrre als durch gründliche Gelehrsamkeit zurVeichrei-tung der großen Kirchenreformakivn bei. Ein noch vielseitigeres Weine, Hugd deWroot (Wrotius), umfasste im Anfange des 17. Jahrh., als die Wissenschaften,gehemmt dtirch den langen Freiheitskampf, wieder aufzublühen begannen, gleich-zeitig Sprach-und Alterthumskunde, Dichtkunst, Geschickte, Philosophie, Got-tesgelahrtheit und Recheskunde in allen ihren Zweigen. Lange mussten die nördl.Provinzen einer hohen Schule entbehren; die zu Löwen in Brabant diente für diegesammkcn Niederlande, bis König Philipp auch zu Douai für seine wallonischenUnterthanen eine Hochschule stiftete, welche jedoch, nachdem sie unter sranz. L)ber-herrschaft gekommen war, sehr inVerfall gerieth. Dagegen verbreitete die Hoch-schule zu Leyten, gest. 1575 durch den Prinzen Wilhelm 1. , um diese Stadt fürden von ihren Einw. 1574 durch ihre tapfere Vertheidigung gegen die Spätster be-thätigten Patriotismus zu b>lohnen, bald ibre wohlthätigen Einwirkungen über diegestimmten vereinig! n Niederlande . Männer, wie Scaliger, LipsiuS, Danielund NicolauS Heinsius , Gronovius, van Bahrle, Spanheim u. A. in der altenLiteratur, ErpeniuS und Golius im Arabischen, ArminiuS, Drusius, CoccejuS u. A. in der GotteSgelahrtheit, die beiden SneltiuS in der Mathematik, verbreite-ten ihren Ruf über ganz Europa. Es wurden auch zu Franeker (1585)', Grönin-

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