Band 
Siebenter Band. M bis N.
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Uuederlaiidische Sprache, Literatur und Poche

gen (1614), Utrecht (1636) und Harderwyk (1647) Hochschulen gestiftet, derenWetteifer mit Leyden den Wissenschaften sehr Vortheilhast war. Am Ende Leo17. Jährt», zeichneten sich in der Natur-und Sternkunde Hriygens, Leeuwenhoek ,Zwauinierdam, Harlsoeker u. A. aus. Nach dem Frieden von Utrecht 1718 be-gann sich über die orientalische, griechische und niederdeutsche Sprachkunde, nebstder Heilkunde, durch Alb. Schulten«, Tib. Hemsterhuis, Lambert Ten Kate undHerm. Doerhaave ein neues Licht zu verbreiten, und durch eine Reihe treffliche»Nachfolger dieser großen Männer blühten diese Wissenschaftszweige mehr als je-mals insbesondere auf der Hochschule zu Leyden, welche während des ganzen 18.Jahrh. der Universität zu Franeker manchen ausgezeichneten Lehrer verdankte. AuchUtrecht halte seinen Wesseling, Düker , Drakenborch und Saxe. Unter den Rechrs-gelehrten glänzten Mauhäi, Huber, Noot und Doet. Um die holländ. Spracheerwarben sich besondere Verdienste durch Grammatiken, außer dem oben benannten,Lambert Ten Kate, Sewels, Zeydelaar, Krämer und van Moerbeek; durch Wör-terbücher: Krämer, Sewels, Halma , Moerbeek, Weidenbach und Weiland. Inder Philologie, Geschichte, Geographie, Mathematik, Physik und Medicin ha-ben sich die Holländer durch Talent, Gelehrsamkeit und Fleiß aufs rühmlichste aus-gezeichnet, und um das Civil- und Staatsrecht sich entschieden große Verdiensteerworben. Insbesondere haben in der alten schönen Literatur die Holländer vonjeher Männer vom ersten Range gehabt. Indeß geben Werke dieser Art noch keineNationalliteratur, zumal wenn sie, wie hier meist der Fall war, in einer fremdenSprache oder von geborenen Ausländern geschrieben waren. So waren unter den gro-ßen Männern, die auf der Universität zu Leyden als Sterne erster Größe glänztenoder noch glänzen: Scaliger und Luzac von stanz. Abkunft, Albinus ein Des-sauer, Vossius «in Psülzer, GronoviuS (eigentlich Grönhof) ein Hamburger,Ruhnken ein 'Pommer, VorstiuS ein Kölner , und der große Philolog Wyiten-bach ist ein «Schweizer . In der eigentlichen Nationalliteratur mangelt den Hollän-dern Eigenthümlichkeit, denn sie bildeten sich meist nach den Deutschen , Englän-'kern und Franzosen ; allein sie bildeten sich in der That und haben Werke auszuwei-sen, deren sie sich gegen andre Nationen zu schämen nicht Ursache haben. Im 17.Jahrh, stand ihre Poesie in einer schönen Blüthe, ihre naive Volkspoesie steht keinerandern nach, und andre poet. Werke zeichnen sich durch Kraft, Fülle und Schön-heit der Darstellung und Sprache aus. Vorzüglich wurde von 1640—1750 ihrNationalschautpiel ausgebildet und erreichte durch mehre talentvolle Dichter einenhohen Grad von Vollkommenheit. Bis 1750 war die holländ. Bühne an Origi-nalen weit reicher als die deutsche, und die Stücke eines van der Gon, RokganS,Duyf, Lescalilje, Bernagie und de Marre waren ungleich vorzüglicher, als wasuns die Gotlsched'sche 'Periode geliefert hat. Indeß sind viele jener holländ. Stückebloß französ. nachgebildet. Unter den Dichtern, die sich vornehmlich hervorge-than haben, verdienen bemerkt zu werden: Jan van der Doos (Ianus Douza ausNorwik, st. 1604), rühmlich bekannt als Philolog, Historiker und lat. Dichter,hier aber hauptsächlich als einer der Ersten namhaft, welche poet. Versuche in derMuttersprache wagten, worin ihm Dan. Heinse aus Gent (st. 1655) mit glück-licherm Erfolge nachging. Pet. Korn. van Hooft aus Amsterdam (st. 1647), ge-achtet als Historiker durch s. Geschichten Königs Heinrich IV. , Belgiensund einetreffliche ilbers. des TacituS, war in s. Trauerspielen und andern Gedichten zu ge-künstelt, und s. Sprache zu überladen; dagegen athmet in allen Gedichten des Jak.CatS (st. 1660) (s. d.), eines der fruchtbarsten und geistvollsten der holländ. Dich-ter, de» die Holländer ihren Ovid nennen, ein eigenthümlicher Geist der Heiter-keit, Lcbensklugheit und Religiosität. Die Gedichte von Jan Ankerndes von derGoes (st. 1687) haben den Ruhm der Correctheit und Eleganz. Ioost van derVondel aus Köln (st. 1679) hat meiner, wenn auch nicht immer correcten, doch

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