Band 
Siebenter Band. M bis N.
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934
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S84 Nothtaufe Notre-Damr

allen seiner einzelnen Bürger, um angeblich das Gesammtwohl zu fördern. D"philosophische Rechtswissenschaft ist in unterbrochenem, fruchtlosem Widerspruchgegen diese StaatSprcftis begriffen, und Ernst P'atner pflegte in seinen Vorlest»»gen scherzweise zu bemerken/daß dieser Widerspruch nöthig wäre, weil sonst dirrechtsgelehrten Staatsmänner den positiven Begriff einer Verjährung der Unrechtherauskünsteln würden. äl»r.

Noth ta ufe, diejenige Taufe,welche in dem Falle, wo ein neugeborenemKind die Ankunft des Pfarrers nicht erleben zu können scheint, von der HebanU »^oder einer andern, eben gegenwärtigen christlichen Person mit Aussprechung tetTaufformel und des christlichen Glaubens verrichtet werden kann. Diese Erlaufniß hat die Kirche schon im 2. Jahrh. in der Meinung gegeben, daß ungetauft vck'storbcne Kinder der ewigen Verdammniß nicht entgehen könnten. Wenn man nu"auch in neuern Zeiten über das Schicksal ungetanster Kinder freisinniger denke"gelernt hat, so ist doch in den Kirchenordnungen, zur Beruhigung der Ältern, düErlaubniß der Nothtause beibehalten, und nur die Bedingung hinzugefügt worden,daß ein im Falle der Noth von einem Laien getauftes Kind, wenn es leben bleibt,in der Kirche oder zu Hause von dem ordinieren Pfarrer zur Bestätigung seinckTaufe abermals eingesegnet werden soll. Die käthol. Kirche befiehlt auch, Kindern,die noch nicht völlig geboren find, wenn zu fürchten st.hk, daß sie nicht l.-bendig a»§Licht der Welt kommen möchten, sobald nur ihr Körper mit Wasser erreicht werde»kann, die Nothtause zu geben.

N o t h w e h r, s. Nothrechk.

Nothwendigkeit, ist die Bestimmung Dessen, was nicht anders sc>"kann. Sie wird in dreifacher Beziehung gedacht: 1)Die logische Nothwewdigkeit, oder die Nothwendigkeit des formalen Denkens, besteht darin, daß E»was nicht anders gedacht werden kann, indem das Gegentheil widersprechend >5'(S. Modalität und Apodiktisch.) Sie richtet sich also nach dem Satze dckWiderspruchs, als einem Gesetze des analytischen Denkens. 2) Die reale odckphysische Nothwendigkeit besteht in dem Nichtandersseinkönnen. Das Noth'wendige in dieser Hinsicht ist dem Zufälligen entgegengesetzt. Von dem Einzelne"läßt sich immer auch denken, daß es nicht sein, oder anders beschaffen sein könnU-ZedlS Einzelne in der Erscheinungswelt hat nur bedingte Nothwendigkeit,ist durch kein Andres als seine Ursache bedingt und erscheint so im bestimmten D'^hältniß. Nur das göttliche Wesen hat ein absolut nothwendiges und schlechth'"unabhängiges Sein, und ihm ist unbedingte Nothwendigkeit und Freiheit seinckZdee nach Eins. In dritter Beziehung redet man von moralischer odckpraktischer Nothwendigkeit, d. i. die Bestimmung des sittlichen Lebens, veftmöge dessen eine Handlung zufolge der Federung der Vernunft fein soll, wobei ^Freiheit als Unabhängigkeit vom Naturzwang und als Vermögen der selbstthätig:"!Bestimmung seiner Handlungen vorausgesetzt wird. (S. Freiheit.) !

Notker, mit dem Beinamen Labco, ein gelehrter Mönch von St.'-Galle »-welcher um 1022 starb und eine mit Erklärungen begleitete Übersetzung der Ps<»' ^men in hochdeutscher Sprache hinterließ,'die.'zu den bedeutendsten Denkmalen »f.^serer ältesten Prosa gehört. Sie befindet,fich handschriftlich zu St.-Gallen und >rtn Schilter's „Uresguru," abgedruckt.' ' '

Notre (Andrä le), s. L en«kre-(Andre).

Not re. Dame, der alte srafiz. Ausdruck für die Zungftau Maria, >»>:im Deutschen Unsere liebe Frau; daher der Name mehrer der Heu. Jungfrau g^widmeten Kirchen ü. f. w. in Frankreich , namentlich der großen Hauptkirche von P"*ris, deren 2 hohe viereckige Thürme ohne Spitzen berühmt sind wegen der vo»treff ichen Aussicht, die man daselbst hat, und wegen ihrer großen Glocken. D"Kirche selbst enthält 4 Reihen von Pfeilern, 84 Capellen, ein vortreffliches Eh^und eine Menge ausgezeichneter Denkmäler und Gemälde. '