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Achter Band. O bis Q.
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AcoidentalischcS Kaisorthum

nen 15 I. wieder aufgehäuft waren, wurden ein Raub der Eroberer, die außerdemnoch viele tausend Römer beiderlei Geschlechts auf ihren Schiffen nach Afrika schleppten. Wahrend sich dieses zu Rom begab, ward in Gallien Avitus , einGallier, unter Valentuüan Präfectvon Gallien, dann vorn Kaiser Marunus zumOberbefehlshaber über das Kriegsheer in Gallien ernannt, ei» talentvoller undkenntnißreicher Kopf, unter dem Einflüsse des westgothischen Königs Theodorich,zu ArleS mit dem Diadem des abendländischen KaiserihumS geschmückt (15. Aug.455), auch vom Hofe zu Konstantinopel , aber mit heimlichem Unwillen vorn Se-nat und Volke zu Rom anerkannt. Das erste Iabr seiner Regierung >var daherauch sein letztes. Theodorich, der als Bundesgenosse der Römer die Sueven ausSpanien verjagen wollte, behandelte dieses Land als erobertes Eigenthum. Avüusselbst machte sich durch Üppigkeit verächtlich. Daher kündigte ihm Ricimer, einerder obersten 'Anführer der zur Vertheidigung Italiens bestimmten fremden Trup-pe», der nach einem Siege über eine vandalische Flotte im Triumph zurückkehrteund vom Volke als Befreier begrüßt wurde, das Ende seiner Herrschaft an (16.Oct. 151). Avüus, vom Senate zum Tode verurtheilt, kam auf der Flucht umsLeben. .Nun bestieg, nach Ricimer's Willen, .Majorian , sonst Soldat unterAi'tiuö, den Thron (451), den er durch Tugend und Verstand zierte. Seine heil-samen Verordnungen, besonders in Ansehung der Abgaben und deren Erhebungs-weise, die Erneuerung der sogenannten LtadtSerneter (Ookensnics civiüilum),und seine Sittengesehe zeichnen seine Regierung in Hinsicht der innern Verwaltungaus, während er so glücklich war, den Theodorich zu schlagen, und auch über Gen-serich, der aufs Neue Italien anfiel, Vortheile zu erringen. Nur der unverschul-dete Verlust seiner Flotte (160) hielt ihn von der Vernichtung des vandalischenReichs ab. Doch war Rom eines solchen Regenten nicht mehr würdig, und Ma-jorian ward ein Opfer der allgemeinen Verderbnis und Charakterlosigkeit, sowie desHasses seiner Feinde. Ricimer'nahm ihm plötzlich den Purpur, und am 5.Tage daraus das Leben, während verbreitet wurde, er sei an der Ruhr gestorben(1. Aug. 161). Ein gewisser Livius Severus ward zum Kaiser ernannt, doch 165wieder aus dem Wege geräumt. Die Regierung, sowol im Laufe dieser 5, alsauch der 2 folgenden Jahre, in denen der Thron unbesetzt blieb, war einzig inRicimer's Händen, der es jedoch nicht wagte, den Herrscherritel selbst anzunehmen.Allein bald sah er sich genöthigt, bedrängt vo» den Vandalen, die Hülfe des Orientsanzurufen, und der Hof von Konstantinopel schloß mit Rom unter der Bedingungein Bündniß, daß es dem Kaiser Leo die Ernennung eines abendländischen Herr-schers überlassen wolle. So ward der griech. Patrizier Anthemius Kaiser des Oc-cidentS, in dessen Hauptstadt er (12. April 461) mit großem Pomp einzog. DemRicimer gab er seine Tochter zur Ehe, und es schienen jetzt zur WiederbesestigungRoms viele, sonst getheilte Interessen glücklich vereinigt. Aber der Krieg gegendie Vandalen ward mit sehr abwechselndem Glücke gefühlt, kostete ungeheureSummen, und bald entwickelten sich Mißverständnisse zwischen Anthemius undRicimer, welcher Letztere nach Mailand gezogen war. Durch die VermittelungdesBischofs vonPavia, Epiphanias, ward zwar eine Versöhnung zwischen Beidenzu Stande gebracht; doch kurze Zeit darauf stand Ricimer mit einem großen Heere,durch Burgunder und Sueve» verstärkt, vor Rom , ernannte den Venator Oly-briuS, Schwiegersohn des Valentinian , zum Kaiser (23. März 112), und ero-berte Rom , welches Anthemius mit dem ihm ergebenen Volke 3 Monate lang ver-theidigt hatte. Anthemius ward auf seines Schwiegersohns Befehl ermordet (11.Juli), die Stadt geplündert und mit dem Blute ihrer edeln Bürger bedeckt, undOlybriuS als Kaiser eingesetzt. Einen Monat darauf(20. Aug.) starb der tyranni-sche Gothe Ricimer, bald darauf (23. Oct.) auch der neue Kaiser, und Rom sahsich der Willkür der Barbaren , an deren Spitze jetzt ein burgundischer Fürst, Gun-, Evnvcrsativiis>rexicon. Bd. VIII. ' 2