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Achter Band. O bis Q.
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Octave

Gott ; er nahm keinen Theil an der Entmannung des Kranes, auch ward er nichtmit den Titanen in den Tartarus verstoßen. Seiner umsichtigen Gelassenheitwegen gab man ihm die Mens (die Klugheit) zur Tochter.

O cher oder Ocker heißen verschiedene abfärbende Metalloide, beson-ders wenn sie sich in der Natur finden. S hat man Eiseuocher, Antimono-eher, Wismuthocher u. s. w. Vorzugsweise versteht man unter Ocher den alsFarbe gebrauchten Eiseuocher, er mag künstlich oder natürlich sein. SeineFarbe fällt verschiedentlich ins Gelbe, Rothe und Braune.

O ch l o k r a t i e, diejenige Ausartung der Demokratie, in welcher nichtdie gesammte Bürgerschaft, sondern der Pöbel die Herrschaft führt.

Öcolampadiu S (Johann), aus einem Schweizergeschlechte, geb. 1482zu WeinSberg in Schwaben , übersetzte s. eigentlichen Namen HauSschein noch da-maliger Sitte durch Ücolampadiuü ms Griechische. Früh kani er auf die Schulenach Heilbronn und in s. 12. Jahre auf die Universität Heidelberg . Von hierschickte ihn sein Vater nach Bologna , um die Rechte >" studiren. Er ging aberbald »ach Heidelberg , um sich der Theologie zu widmen, wurde am kurpfälzischenHoftPrinzenhoftneister und trat dann eine von s. Ältern gestiftete Predigerstelle an.Da er aber hier die Lücken i» seinen Kenntnissen wahrnahm, reiste er nach Tübin-gen und von da nach Slurrgart zu Reuchlin, wo er Griechisch, und später voneinem Spanier Hebräisch erlernte. Bald brachte er es so weit, daß er eine griech.Grammatik herausgab. Darauf kehrte er nach Weinsberg als Prediger zurück,trat mir vielem Ernste auf und eiferte in s. Schrift: „Ue >>«» ^ru.oli.iii" (Überdas Osterlachen), gegen die Späße der Prediger auf der Kanzel zur Osterzeit.Durch s. Freundes Capiro Empfehlung warb er 1515 als Prediger nach Basel be-ruft», wo er EraSmuS kennen lernte, Doctor ward und mit demselben gemein-schaftlich Anmerkungen über das 9!. T. schrieb. 1516 nahm er einen Ruf alsPrediger nach Augsburg an. Hier entschloß er sich, in das benachbarte Brigiiten-kloster Altenmüuster zu treten. Aber Luthcr's Schritten weckten freiere Ansichtenin ihm auf. Nachdem er noch nicht 2 Jahre im Kloster gewesen war, begab ersich auf das Schloß Ebernburg zu Franz von Sickingen , wo er Schloßpredigerwurde. 1523 ward er Plof. der Theologie und Pastor siibstitutns zu Basel .Mehre angesehene Personen, wie EochläuS, suchten ihn vergeblich von der Refor-mation abzuziehen. Er verfocht sie in mehren theologischen Disputationen undReligionsgesprächen, besonders zu Basel und Bern, und führte sie in Basel (152?und 1528) ein. Musterhaft war sein Betragen in den Äbendmahlsstreüigkeiten.Er zeigte in s. Schrift: „I)eurn»>»!> verborum Ooiniiii, bcie ent Corpus rneum,inte, >>,<I.iiinne", eine seltene Mäßigung und erklärte den Leib für Lchmbol desLeibes, nahm also nur einen geistigen Genuß des Abendmahls an. Die Verthei-diger der körperlichen Gegenwart des Leibes griffen ihn darüber heftig an und be-legten ihn u. s. Anhänger mit dem Schimpfnamen Sacramenrirer. Ocolampa-dius antwortete mit Ruhe und Würde und zeigte sich bis an s. Tod, der, durch denTod seines Freundes Zwingli herbeigeführt, den 23. Nov. 1531 zu Basel erfolgte,als einen friedliebenden, ekeln und gelehrte» Mann. Seine Lcbensgeschichte hatSal. Heß geschrieben (Zürich 1793).

O c t a H d e r, in der Geometrie ein regulairer Körper, dessen Oberflächeacht gleichseitige Dreiecke bildet.

O c t a n t, ein astronom. Instrument, das aus dem 8., in Grat^ u. s. w.eingetheilten Theile eines Kreises besteht, und zur Berechnung der >Lternwei-ten dient, jetzt aber wenig gebraucht wird.

O e r a v e. im diaromschen Tonsysteme der achte Ton von einem angenom-menen Grundtone. Sie gehört zu den vollkommen consonircnden Intervallen,sodaß, wenn sie mit dem Grundtone zugleich angegeben wird, das Ohr fast nur