Octave
Octavia
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Einen Klang vernimmt, und kaum im Stande ist, einen von dem andern zu unter-scheiden. Ebendeßhalb muß auch die Octave in unserm Tonsystem eine voll-kommene Reinheit besitzen, während alle andre Intervalle etwas über oder uniersich schweben dürfen. Die obere Octave, d. h. den nach oben gelegenen achten Tonvom Grunttone, erhält man, wenn die Saite, welche eben diesen Grundton an.gibt, nur die Hälfte kürzer, die untere Qctave, wenn eben diese Saite noch em--mal so lang gemacht wird, Die Saite, welche die obere Octave einer ander» an-gibt, macht zwei Schwingungen, während die Saite des Grundions nur einemacht. Also kommt aufder achten diatonischen Saite der Ton der ersten oder un-tersten noch einmal so hoch wieder, Ebenso wiederholt die 9. Saite den zweitenTon oder die Sekunde, die 10. Saite den dritten Ton oder die Terze u, s. f.Nach der Einrichtung unsers neuern, d. h. diatonischen Tonsystems, ist die Octavedaher die Grenze, innerhalb welcher alle siebe» wesentlich von einander verschiedenenTöne enthalten sind; und alle Töne außerhalb der Grenze einer Octave sind nichtsAndres als Wiederholungen der bereits in dem Umfange der Octave enthaltenenTöne in einer vermehrten oder verminderten Größe. Man nennt daher Octave auch den ganzen Inbegriff der Töne des diatonischen Systems, welche eine Oetaveumschließt, (W. Tabulatur.) Die Zahl der obern und niedern Octaven, oderwie viele Octaven von verschiedener Höhe vornehmlich zu unterscheiden sind, läßtsich bei der immer wachsenden Ausdehnung der Instrumente, namentlich derSai-teninstrumente und vorzüglich des Fortepiano, das seil Kurzem um eine ganzeOetave vermehrt worden ist, nicht fest bestimmen. Die Oetave, als Intervallbetrachtet, hat vor allen Intervallen den wenigsten Harnionischen Reiz. Deßwe-gen sagen die Tonsetzer, die Oetave klinge leer, und verbieten, wo nur Eine Haupt-stimme ist, in Octaven fortzuschreiten, außer im Anfange oder bei einem Schlüsse.Hingegen thut auch eine Reihe aufeinanderfolgender Oetave», wenn eine Melo-die dadurch hervorgehoben werden soll, sehr gute Wirkung. Falsche oder verboteneOctaven sind daher im mehrstimmigen Tonsahe Fortschreitungen zweier Stimmeni» gerader Bewegung durch Octaven, welche durch ihre Leerheit das Ohr beleidi-gen. Warum in einem mehrstimmigen Sahe solche Octavgänge verboten sind,läßt sich daraus genügend erklären, weil, sobald Zwei Stimmen in Octaven fort-schreiten, keine Verschiedenheit dieser Stimmen mehr vorhanden ist, und z. B. dervierstimmige Sah zu einet» dreistimmigen werden würde. Es gibt aber auch soge-nannte verdeckte Octaven, d. i. solche, die nur dann erst zum Vorscheine kommen,wenn der Intervallraum zweier, in gerader Bewegung in Octaven fortschreitendenStimmen noch mit unwesentlichen Noten ausgefüllt wird. Don diesen werdenin dem zweistimmigen Satze oder in den beiden äußersten Stimmen des drei - undvierstimmigen Satzes nur diejenigen als fehlerfrei angesehen, bei welchen die Ober-stimme eine Secunde, die Grundstimme aber eine O.uarte oder O.uinte steigt oderfällt. Der Gebrauch der übrigen ist nur unter den Mittelstimmen oder unter ei-ner äußersten und einer Mirrelstimme erlaubt. Octave heißt auch bei der Orgeldasjenige offene Flötenwerk, welches nur eine oder zwei Octaven höher steht alsdas Principal.
Octave, in der römischen Kirche, diejenigen religiösen Gebräuche, welcheacht Tage hindurch dauern und sich auf ein Hauptfest in derselben beziehen:Osteroctave.
Ockavia, Tochter des C. Octavius und der Attia, und Schwester desKaisers AugustuS. Alle Schriftsteller loben die Schönheit und den edel» Cha-rakter dieser berühmten Römerin. Nach dem Tode ihres ersten Gemahls, M.Marcellus, vermählte sie sich mit dem Triumvir M. AntoniuS, um dadurch dieFreundschaft zwischen ihm und ihrem Bruder noch mehr zu befestigen. Aber An-toniuS war nicht fähig, ihre Eigenschaften zu würdigen, und zog die buhlerischen