Oldenbarneveld
Oldenburg 4?
die Kometen. Ihm verdankt man eine neue und bequeme Methode, die Bahn einesKometen au« eignen Beobachtungen zu berechnen (Weimar 1197). Noch berühm-ter ward er durch die WiederauffinduNg der Ceres 1802, durch die Entdeckung derPlaneten Pallas (1802) und Vesta (1801). (S. Planeten.) Außerdem hat erAufsätze über die Parallaxenberechnung, über die vom Himmel gefallenen Steine »c.geschrieben. Seine Znauguraldissert. handelt: »,llc oouli mut-iii»,,!!,»* inwuiiz"(1180). 1825 erhielt er das Ritter-kreuz vom Danebrvg, und 1829 wählte ihn diek. franz. Akad. d. Wiff. zu ihren, auswärt. Mitgl. an Wollaston's Stelle.
Oldenbarneveld, s. Barncveld.
Oldenburg, Großherzogthum des deutschen Bundes an der Weser undHunte, Stammhaus der Dynastie Oldenburg, welche seit 1448 in Dänemark re-giert. 1641 mit Delmenhorst vereinigt, fiel Oldenburg , nach dem Abgänge der ehe-maligen Grafen, 1661 an die Linie in Dänemark . Diese verrauschte sie 1113 ge-gen den gottorpischen Antheil des Herzog,hums Holstein an den russ. Großfürsten»nachherigen Kaiser Paul» der sie seinem Vetter, dem Herzoge v. Holstein-Gottorpund Bischofs. Lübeck , Friedrich August (welcher der Stifter des 2. Astes der hvlstein-eutinischen Linie wurde), abtrat. Diesen Tausch sowol als die Abtretung bestätigteder deutsche Kaiser 1116. Zugleich erhob er die Grafschaften Oldenburg und Del-nienhonl zu einem Herzogthume u. d. 3k. Oldenburg » und ertheilte dem Besitzerdesselben auf dem Reichstage die Stimme der ältern holstein-gottorpischen Linie.An die wohlthätige Regierung des erste» Herzogs, Friedrich August (st. 1185), er-innert die musterhafte, 1119 errichtete Witwen- und Waisencasse, womit eine Leib-rentenoasse verbunden wurde. Seine Denkmünze hat die Umschrift: „8„>>c!i>,>rn,„5-Ius ielicit-is -aimina". Sei» öStohn und Nachfolger, Wilhelm Peter Friedrich,der gemüthskrank war und die LandesadNiinistration am 6. Iüli 1188 s. Oheim,dem Fürstbischof v. Lübeck, Peter Friedrich Ludwig , überließ, sollte 1892bei den allgemeinen Ausgleichungen den elsfleter Zoll verlieren, dieser hat aber erstden 1. Mai 1820 aufgehört; übrigens trat der Herzog als Bischof v. Lübeck einigeDörfer und die DomstiftSgebäude an die Reichsstadt Lübeck ab. Dagegen erhielt erdasBisrhum Lübeck mit den Besitzungen des Domcapitels als erbliches Eigentbum,feiner das hanöverische Amt Wildshausen und die beide» Münsterischen ÄmterVechteund Kloppenburg. Der Herzog, welcher am 14. Oct. 1808 dem rheinischen Bundebeikrat, war in. Besitze seiner Länder, bis Napoleon durch sein Decret vom II.Dec.1810 sie nebst andern Gebieten Deutschlands seinem Reiche einverleibte. DieserGewalrschrikt beleidigte Rußland, ,vo die ältere Linie des Hauses Oldenburg in dieAbil-eiung des Stammlandes nicht einwilligte. Die Entschädigung, welche Frank«reich anbot, ward weder von dein Hcrzoge noch von Rußland angenommen. Zndem russisch -franz. Kriege errichtete der Herzog eine russisch-deutsche Legion, und derErbprinz zeichnete sich in der Schlacht bei Borodino aus. Mit Deutschlands Be-freiung n-aten auch für Oldenburg die frühern Verhältnisse wieder ein. Der Herzogkehrte am 21. Nov. 1813 nach Oldenburg zurück. (S. Bei ger.) Durch den wie-ner Congreß eichielt er eine Gebietsvermehrung von 5000 Menschen von Hanover und von 20,000 Menschen in dem vormal. Saardepartement. Demnach begreifenjetzt die sammt!. oldenburgiscben Besitzungen: 1) das eigentliche Herzogthnm Ol-denburg nebst den Landesaniheilen, darunter das von Rußland abgetretene Zeverund die gräst. Bentink'schen Herrsch. Varel und Kniphausen (s. Slandesher-ren), 1 Kreise (zusammen 100 ! >M., über 206,000 E.), sie liegen an der Nord-see und grenzen mit Hanover; hier liegt auch an der Grenze von Ostfriesland dasSaterland (5 St. lang, 2 St. breit), dessen kathol. Bewohner noch altfnesischsprechen, vor der franz. Besitznahme eine republikanische Verfassung hatten undmeist vom Torfgrabe» leben; 2) das von Holstein und Lauenburg eingeschlosseneFürstenchum Lübeck oder Eutin (8 H)M.» 20,000 E.), ein fruchtbares Händchen;