Band 
Achter Band. O bis Q.
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Operationslehre Opfer 67

nur mit dem Unterschiede, daß der Dialog derselben wirklich gesprochen und nichtrecitativisch gesungen wird. In der letzten Zeit haben die großen deutschen Com-ponisten den prosaischen Dialog ebenfalls in Recitativ verwandelt. Für die deutscheOper dichteten übrigens noch Göthe , Götter, Bretzner, Stephani, I. G. Ia-cobi, Herklots, Huber, Michaelis, Kotzebue, Bürde, Schikaneder , Kind,Gehe rc.; als Componisten nennen wir Gluck, Haffe, Mozart , Winter, Weigl,Reichardt, Kunzen, Vogler, Beethoven , K. M. v. Weber, Spohr, Kreuher.Zu den vorzüglichsten deutschen romantischen Opern gehören „Die Zauberflöte ",„Don Juan", „Das unterbrochene Opferfest", „Der Freischütz ", „Oberen" u. a.

Operationslehre, s. Chirurgie und Deutsche, Englischeund Französische Medicin und Chirurgie. Ein Theil derselben ist die Ako«logie oder Wundmütellehre.

Opfer sind Gaben, die man der Gottheit darbringt, um dadurch die Hin--gebung seiner eignen Person auszudrücken. Dieser Gebrauch war die erste Wir-kung der Anerkennung höherer Wesen und ein Haupttheil des Gottesdienstes in al-le» Religionen des Alterthums; und noch heute glaubt der Morgenländer vor Gott ebenso wenig mit leeren Händen erscheinen zu dürfen als vor seinem Fürsten undHerrn. Die Vorstellung, daß Gott sinnliche Bedürfnisse habe und an Speise,Trank und Wohlgeruch Gefallen finde, sowie dir Lebensart der Opfernden, be-stimmte die Beschaffenheit ihrer Gaben. Hirten und Jäger brachten Thiere,Ackerbauer Früchte und Brot; und die Ehrfurcht vor der Gottheit gebot, ihr da»Beste, was der Opfernde besaß, zu widmen. Daher wollte Abraham selbst dengeliebten Sohn und einzigen Erben opfern, und Agamemnon seine Tochter Iphi-genia; doch zeigte sich in der glücklichen Wendung, die diese Opfer nicht zur Aus-führung kommen ließ, schon früh die reinere Idee, daß Gott kein Menschenblutverlange und durch die fromme Gesinnung befriedigt werde. DieDerirrungen desNaturdienstes erhielten gleichwol den grausamen Gebrauch, Menschen zu opfern,auch bei solchen heidnischen Völkern aufrecht, die der ersten Rohheit entwachsenwaren. Die Phönizier opferten ihrem Götzen (Moloch) Kinder, wie in gleichemSinne die germanischen Völker und die ältern Mexicaner und Peruaner. Denn zuder Ehrfurcht und Dankbarkeit, die früher zum Opfer antrieb, kam, da man Un-fälle und Plagen als göttliche Strafen für begangene Sünden zu betrachten an-fing, der neue Beweggrund, die erzürnte Gottheit zu versöhnen, und dazu schienein Menschenleben nicht zu kostbar. Aber während die Altäre der heidnischen Welthäufig vom Blute unschuldiger Kinder und wehrloser Gefangenen trieften, be-stimmte Moses in seinen Opfergesehen reine, makellose Thiere und Früchte zuStellvertretern der Hingebung und Buße seines Volks vor Iehova . Die Opfer-handlung war der Mittelpunkt des israelitischen Gottesdienste«. Die israelitischen Opfer waren hiernach theil» blutige, wenn Rinder, Ziegen, Schafe, oder imNothfall Tauben, von den Priestern geschlachtet und ganz oder zum Theil ver-brannt wurden (Brandopser); theils unblutige, wenn man Mehl, Kuchen,Salz, Ol, Honig und Weihrauch (ShKtHvpfer), oder Wein, der um den Al-tar hergegoffen wurde (Trankopfer), darbrachte. In Rücksicht ihres Sinn«und Zwecks waren diese Opfer entweder Dank- im' Freudenopfer, die inRind- und Kleinvieh bestanden und gewöhnlich mit Speisopfern begleitet waren,oder Sühn- und Schuldopfer, zu denen nur Thiere gebraucht wurden. Beiden letztem pflegten die Priester die Darbringenden, zum Zeichen ihrerDei söhnungmit Zehova, mit dem Blute der geschlachteten Thiere zu besprengen, und wenn e»einer allgemeinen Buße und Entsündigung des ganzen Volkes galt, das Opfenbierzu verbrennen, dagegen, wenn es nur Privatpersonen anging, das Fleisch s-lbstzu essen. Denn die Opfer an Thieren und Erstlingen der Frücbte, die an gewis-sen Festen und bei wichtigen Familienbegebenheiten oder zur Entsündigung Einzel-