Band 
Achter Band. O bis Q.
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Opinin

nach Danzig kam, zog er den Dichter als Secretair und Historiograph unter vor-theilhafren Bedingungen in s. Dienste. Er fuhr fort, seine Muße gelehrten Arbei-ten zu widmen. 1831 gab er dieSamml. seiner geistl. Poesien heraus, sammelteund revidirte seine weltlichen Gedichte und vollendete s. Psalmenübersehung nachden gewöhnlichen Melodien. Nur aus kurze Zeit besuchte erThorn und Königsberg .So hatte O. die Blüthe der männlichen Jahre und s. Ruhms erreicl t. Die würdigsten und edelsten s. Zeitgenossen liebten und ehrten ihn. Sein Urtheil und Ge-schmack hatten eine vollkommene Reife erlangt, von seinem thätigen Geist erwarteteman die vollendetsten Früchte. Diese Hoffnung sollte nicht erfüllt werden. Er wardein Opfer der Pest, welche 1839 Danzig verheerte und auch ihn am 20. Aug. hin-raffte. O. war in Deutschland der Schöpfer eines neuen g> regelten »nd vorzüglichnach deni Muster des classischen Alterthums gebildeten poetische» StylS »nd einerprosodischen und metrische» Fom» der gebundenen Rede, in die er statt der bisher»ge» Sylbenzählung eine Sylbenmeffung einführte. Er war mit den Alten vertrautund halte s. Geist mit den nützlichste» Kenntnissen bereichert; daher sind seine Ge-dichte, besonders die größer», reich an kräftigen und wahren Gedanken und seinerErfindung. Die Sprache verdankt ihm neue Verbindungen und Formen, größereGeschmeidigkeit und Correctheit, höher,, Nachdruck und Wohlklang, vor Alleinaber Reinigung von wilde» Auswüchse». Unter den Ausg. seiner Werke ist die voll-ständigste die breSlauer, 1690, 3 Thle.; die zierlichste die amsterdamer, 1648 beiIasson, 3 Thle., 12. Eine gute Auswahl au« s. Gedichten enthält der 1.TH.der von Wilh. Müller herausgeg. „Bibliothek deutscher Dichter des 11. Jahrh."(Lpz. 1822).

Opium, der eingetrocknet» Saft au« den Samenköpfen der Mohnpstanzesp->p!»t-i .-.ouiuiieiui»). Im Orient, besonders in Natolie», Arabien, Perfien,Ägypten und Ostindien, soll diese Pflanze zu einer vorzügliche» Größe, in Persien z. B. 6Fuß hoch, wachsen midKöpfe von der Große eines Kindskopf« tragen. DerMilchige Saft der Pflanze wird gesamm.lt, indem man die halbreifen Mohnköpsegegen Abend aufritzt, den hervorgequollenen und an der Luft verdickten Saft an,folgenden Morgen abschabt »nd in einem Gefäße zusammenknetet, bis er die gehörige Steifigkeit hat, worauf er die Gestalt kleiner Kuchen empfängt. Einegerin-gere Sorte von Opium wird durch das Auspressen und Einkochen der Stängel,Blätter und schon aufgeritzten Köpfe bereitet. Don Theben und Ägypten kam sonstdas reinste Opium (0>>iu», lbel-oieu»'). Das gute Opinm muß schwer, dicht,äußerlich von rothbrauner Farbe, auf dem Bruche glänzend sein. Seine wirksamsten Bestaiidthcile haben neuere Chemiker als Morphin und Mekonsäure dargestellt.Es wirkt als Arznei mächtig auf das Nervensystem, reizt in geringerer Gabe erstdas Gefäß- und Nervensystem zu stärkerer Thätigkeit, schwächt aber hintennach,und in größerer Gabe bis zur Betäubung, ja bis zur gänzlichen Vernichtung derNervenkraft, weshalb man es auch unter die betäubende» Gifte rechnet. Als Medicament ist das Opium über 2000 I. im Gebrauche. Wir haben mehre Vorschrif-ten zu Opiakmischungen (Opiaten) aus den damaligen Zeiten, z. B. den Mithribat und Theriak Noch mehr Gebrauch machten die arabischen Ärzte von demOpium, und ParacelsuS empfahl es unter den neuern Ärzten zuerst und sehr ein-dringlich. Im Oriente, besonder« unter den Türken, gebraucht man das Opiumstat: des Weins, um sich eine Art von Rausch zu verschaffen. Anfangs nehme» dirOpiiiniSesser ganz kleine Portionen, etwa von der Größe eines Nadelkopfes, allmälig steigen sie bis zur Größe einer Erbse. Bald nach dem Genuß empfinden sieeine angenehme Munterkeit, sind weit lebhafter und thätiger und stimmen sich injeden beliebigen Ton. Dieser Schwung dauert aber nur so lange, als der Rauschdes MohnsasteS anhält; irach einigen Stunden verstiegt dieser, und Erschlaffung,Umnuch und Schmerz tritt an die Stelle des Wohlbehagens. Wider diese Folge