Band 
Achter Band. O bis Q.
Seite
74
JPEG-Download
 

74 Ops Optimismus

lichtn Werke „Du pouvoir et ä« lupporition ckanr lu zocietc oivile" (Paris 1823) verneint. K.

Ops, s. Cvbele.

Optik. im weitern Sinne, die gesammte Lehre von der mathematischenNatur des Lichtes, oder die Theorie der geraden, der gebrochenen und der zurückge-worfenen Lichtstrahlen. Dagegen betrachtet die Optik im engern Sinnenur das geradlinige Licht, und verweist die übrigen Gegenstände an die Dioptrikund Kaioptl ik (s. d.i. Zn dieser engern Bedeutung hat e« die Optik mit derAusbreitung des LichtS und dem Sehewinkel zu thun, wonächst sie, an-hangsweise, auch wol noch die Perspective und Photometrie (s. d.) ab-handelt. Um den allgemeinen Begriff von der Optik in dieser Beschränkung zuerlangen, erinnern wir uns, daß n»r in einem ganz finstern Zimmer Nichts sehe»;sobald aber Licht hineingebracht wird, sehen wir nicht nur dieses von allen Seilen,sondern auch die andern im Zimmer besuidlichen Gegenstände, wenn sich nicht etwasUndurchdringliches zwischen ihnen und dem Auge befindet. Die Gegenstände miifisen also, um uns sichtbar zu werden, in gerader Richtung Licht zum Auge sendenkönnen, welches ihnen entweder eigen ist (selbstleuchtende Körper), oderwelches sie erst von einem selbstleuchtenden Köl-per empfangen (dunkle Körper).Auf diese Betrachtung der geradlinigen Verbreitung des Lichtes bauet die erste Ab-»Heilung der Optik fort, indem sie daraus z.B.dieAbnahme der Erleuchtung, gleich--wie die Erleuchtungsmessuiig (photometrie) im Allgemeinen, die Theorie desSchattens u. s. w. herleitet; und rvendet sich dann zum Sehewinkel, unterwelchem sie den Winkel versteht, dessen Spitze den Augenstern macht, und dessenSchenkel nach den äußersten Punkte» des betreffenden Gegenstandes gehen. Diesführt zur Übei-sicht derKugel, zur Lehre vom Gesichtsfelde, von der Parallaxe(s. d.) u. s. w. — Die Begriffe der Alten von dieser interessanten Wissenschaft wa-ren unvollkommen; jedoch hat PtolemäuS eine (verloren gegangene) Optik geschrie-ben , die, nach einzelnen Citaten, nicht ohne Verdienst gewesen sein kann. Nachder Wiederherstellung der Wissenschaften im Oecident hat der Neapolitaner Portadie Optik bearbeitet. Zn ihrem heutigen Umfange lernt man sie am besten ausSmith's „l>»»>,>!<--,I ne,l<!ni >>l >>>>iil.>i" (Cambr. 1138, 4.; deutsch durch Käst:ner, Alkenburg 1755, 4.); anü Bouguer'S (Par. I7KV, 4.);

Priestley's „Optik", deutsch von Klügel (Lechz. 1778,4.), und Bürja'S „Anleitungzur Optik" (Bei l. 1793) kennen. Noch ist vorzugsweise zu empfehle» die Darstel-lung der optischen Wissenschaft in Lorenz's „Grundriß der Mathematik" (2. Aufl..Heimst. 1799). dl.

Optimalen, bei den Römern, die Adelspartei, im Gegensatz der Popu-läres, welche für das gemeine Volk waren.

Optimismus wird die philosophische und religiöse Lehrmeinung genannt,welche behauptet, daß diese Welk ungeachtet ihrer scheinbaren Unvollkommenheitenim Einzelnen vollkommen und nicht anders sei, als sie sein könne. Dieser Lehrmei-nung waren schon die Stoiker und Plotin zugethan. Vorzugsweise versteht manaber unter Optimismus den Leibnih'schen, nämlich die Lehre: Gott habe unter denmöglichen Welten, die sein Verstand gedacht, nach seiner Vollkommenheit die bestegewählt und helvorgebracht. Leibnitz entwickelt diese Lehrmeinung in s. „T h e o-dicee" (s. d ), besonders mit Hinsicht aus Bayle'S Zweifel und Einwürfe von deinÜbel in der Welt, und macht darauf aufmerksam, daß, was im Einzelnen unvoll-kommen erscheine, keineswegs Unvollkommenheit des Ganzen, und daß das Ein-zelne in dem Zusammenhange, in welchem es sich befinde, das Beste sei. Manbrachte diese philosophische Behauptung sonst auch gewöhnlich auf das Ttilemmzurück: wenn diese Welt nicht die beste wäre, so hätte Gott eine vollkommnereentweder nicht gekannt, oder nicht haben schaffen können, oder nicht schaffen wol-