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Achter Band. O bis Q.
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94 Organische Überreste Orgel

zwar auf eine Weise, daß Alles wie durch einander und für einander erzeugt erscheine,Alles sich wechselseilig verhalte wie Mittel zum Zwecke, und nichts getrennt werdenkönne, ohne das Ganze zu beeinträchtigen. Daß auf solche Weise die höchste Zweck-mäßigkeit, die reinste Einheit, die vollkommenste Ganzheit erreicht werde, und einein sich selbst beschlossene Form entstehe, springt ebenso in die Augen, als daß einesolche Kunstbildung nur aus der innern Lebenskraft, dem eigenthümlichen BildungS-triebe des ästhetischen Gemes, welches hier der Natur gleichartig wirkt, hervorge-hen könne. (L>. Kunst.) eich

Organische Überreste, s. Geognosie und Urwelt.

Orgel (von ein musikalisches Instrument, welches in einem

großen Gehäuse eine Menge harmonisch geordneter Pfeifen enthält, in welche derWind durch Blasebälge mittelst der Windlode getrieben (daher auch Windorgel,wird, wodurch der Ton entsteht, welchen der Spieler aufder mit den Pfeifen in Verbindung stehenden Claviatur angibt. Ihre Hauptbe-staudiheile sind die Pfeifen (zinnerne oder hölzerne), deren Länge durch die Höheoder Tiefe des Tons bestimmt ist (sie sind vier-, acht-, sechzehnsüßig, s. Fuß),die Register (s. d.) oder Züge, wodurch einer Orgelstimme der Zugang desWindes entweder versperrt oder eröffnet wird, das Manual, aus einer odermehren Ekaviaturen bestehend, und das Pedal (s. d.), die Blasebälge und dieWindlade. W. Schlimmbach, „ÜberdieStructur, Erhaltung, Stimmung undPrüfung der Orgel" (Leipzig 1801); Wolfram , „Anlest, zur Kenntniß, Beurthei-lung und Erhaltung der Orgeln" (Gotha 1815, m. K.)> — Der größte Umfangdes Manuals ist

des Pedals

ie meisten

Orgeln gehen aber im Manuale nur bis Dieses in Rücksicht auf die Einrich-tung unsers Tonsystems und auf die Erfindung und Ausbildung der Harmonie somerkwürdige Instrument, sagt Köchin s. „Handwörterb. der,Musik", ist zugleichdas größie und volltönigste unter allen unsern Instrumenten. Der Vortheil, daßauf der Orgel, sowie auf jedem Clavierinstrumente, Melodie und Harmonie zugleichausgeübt werden kann, verbunden mit der Vielheit und Mannigfaltigkeit ihrerStimmen, gewährt eine Pracht und Fülle der Harmonie, die hinreichend ist, denMangel zu ersetzen, daß verschiedene Feinheiten des Geschmacks, besonders solche,die aus den verschiedenen Abstufungen der Stärke und Schwäche des Tons bei an-dern Instrumenten hervorgehen, auf der Orgel nicht anzuwenden sind, welchemMangel der Franzose Grenie 1811 durch Erfindung seiner Or^ue- <-xpre>,stvoabzuhelfen suchte. (S. Kaufmann, Ioh. Gottfr.) Überdies gewinnt sie durch dieEigenschaft, daß jeder Ton in gleicher Stärke klingend erhalten werden kann, denVortheil, daß sie vorzüglich zu dem gebundenen, ernsten und feierlichen Stvle, wieer namentlich in der Kirche erfodert wird , und zu den stärksten Verwickelungen inder Harmonie geeignet ist; weßhalb sie aber auch einen Spieler erfodert, der, mitdem Wesen und Umfange der Harmonie vertraut, die Geschicklichkeit besitzt, seinemusikalischen Gedanken schnell zu ordnen und zu ihrer Auflösung die entsprechend-sten Mittel zu wählen. Aus den angeführten Gründen, vorzüglich aber wegender diesem Instrumente wesentlichen Bildungen ist nicht jeder gute Clavierspielerauch ein guter Orgelspieler (Organist), und das Clavierspiel vorn Spiele derOrgel bedeutend verschieden, wie sich denn Fertigkeit der Finger und schnelle Läufesehr schwerfällig ausnchmen und den majestätischen Ernst dieses Instruments aufeine widrige Weise entweihen und vernichten. (S. Orgelspiel.)