Band 
Achter Band. O bis Q.
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litt Orloff (Familie)

flchfdlosigkeit hatte ihm viel« Feinde gemacht. Periodische Anfälle von Wahnsinnendig en im April 1783 sein Leben unter den schrecklichsten Qualen. Er hatte mehrVerstand als Kenntnisse, war mehr leichtsinnig als boshaft, mehr verschwenderischals gutthätig, dabei entschlossen und muthig, und bewies in den letzten Lebensjahrendie strengste Rechtschaffenheit. Seine Ehe war kinderlos. — Alepis O., der dritteBruder, genoß mit den beiden ältern gleiche Erziehung, und trat ebenfalls als Un-terossicier in die Garde. Hei der Revolution 1182 bewies er von allen seinenBrudern vielleicht die meiste Kühnheit, wie er denn auch durch eine Riesenstäi ke sichauszeichnete. Als die Verschworenen in der Nacht vor dem entscheidenden Tage dieRollen unter sich vertheilten, erhielt Aleris den Auftrag, mit dem Sergeanten Bi-bikoss die Kaiserin von Peterhof abzuholen. Dem gemäß eilte er zur bestimmtenZeit bin, ließ die Kaiserin ein schlechtes Fuhrwerk besteigen und nahm selbst alsKutscher die Zügel, Sobald sie »n Quartiere der ismailoffschen Äarde angekom-men waren, begann die Revolution. Nachdem man sich der sämmtlichen Gardenversichert hitte, fuhr die Kaiserin in demselben Wagen nach der kasanschen Kirche.AlepiS schwang sich auf ein Pferd, ritt voran, und als die Kaiserin bei der Kirche«»kam, rief er sie daselbst zur Monarchin von Rußland aus. Peters lll. Tod wurdebeschlossen; Ale.ris ritt mit einigen Andern nach Ropscha, einem Landsitze des Gra-sen Rasumoffski, wo der unglückliche Kaiser gefangen saß, und überbrachte dannder Kaiserin die Nachricht von dem Tode ihres Gemahls. Man beschuldigte ihn,daß er es übernommen habe, den Gefangenen zu erdrosseln. Reichlich belohnt,weihte er sich dem Dienste seiner Gebieterin, aber KatharinenS glänzender Hof gabseinem Ehrgeize keine Befriedigung. Der erste Turkenkrieg bot ihm Gelegenheitdar, sich Ruhm zu erwerben. O. war Generallieut., Generaladj. der Kaiserin, Lieut.der Chevaliergarde, Oberstlieut. der Garde Preobratschenski und Ritter der russ.Orden; er konnte folglich keine untergeordnete Rolle übernehmen, zum Oberbefehleüber ein Landheer aber fehlten ihm Kenntniß und Erfahrung. Er übergab derKaiserin den Operation-plan einer Flotte in den Gewässern des Archipelagus. DerPlan wurde genehmigt, und Alepis 1168 zum Generaladmiral der ganzen russischenFlotte im Archipelagus mit unumschränkter Vollmacht ernannt. Die Haupkunter-nehmung war der Angriff auf die türkische Flotte bei Tschesme und ihre Verbren-nung, wofür er den Beinamen Tschesmenskoi (der TlcheSmier) erhielt. O. warnoch bei der Flotte, als sein Bruder die Gunst der Kaiserin verlor. Letztere, dieseinen unternehmenden Geist kannte, schickte ihm den Befehl, nicht ohne ausdrück-liche Erlaubniß die Flotte zu verlassen. O. besuchte Italien ; damals täuschte erzu Livorno die hülfsbedürstige, aber gewiß nicht gefährliche Tochter der Elisabeth,und ließ sie nach Rußland führen. Als er nach Verlauf einiger Jahre nach Peters-burg zurückkam, ward ihm der glänzendste Empfang zu Theil. Alle Künste muß-ten wetteifern, seine Siege zu verkündigen. In Zarskoe-Selo wurde ihm eins derschönsten Denkmäler errichtet. Überdies verlieh ihm die Kaiserin unermeßlicheReichthümer. Dennoch gefiel sich O. am Hofe nicht und ging nach Moskau . Erwar damals General en Chef. Als sein Bruder Gregor starb, gab die Kaiserin ihrPortrait, das derselbe getragen hatte, dem Grafen Alepis: ein Ehrenzeichen, welchesdamals nur Potemkin trug. 1791 kam er nach Petersburg und wohnte demThronbesteigungsfeste in Peterhof bei. Seitdem blieb er in Moskau , bis Paul l.den Thron bestieg. Dieser beschied ihn nach Petersburg und nahm dadurch Rachean ihm, daß er ihn und Barannski, die einzig noch Überlebenden unter Denjenigen,die man Peters Mörder genannt hatte, zwang , bei der feierlichen Abholung derLeiche PekerS III. aus dem Alexander-NewSkikloster, von dort an den kaiserl. Win-terpalast, und von da bis in die Festung das Bahrtuch zu tragen. Gleich daraufmußte er abressen, durfte auch nicht in Moskau bleiben, als der neue Monarch sichdort krönen ließ. Nur mit Mühe erhielt er die Erlaubniß zu reisen, und ging nach