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Achter Band. O bis Q.
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Orloff (Familie)

dadurch bedeutende Geldsummen zu seiner Verfügung. Als man sich genöthigt sah,die Revolution früher als beschlossen auszuführen, blieb Gregor, mährend sein Bru-der Alexis die Kaiserin von Peterhof abholte, in der Stadt, spielte und trank die Nachthindurch mit einem gewissen P» rsilieff, der von Peter den Auftrag halte, KatharinensAnhänger zu beobachten, und verließ ibn erst gegen Morgen, als er nicht mehr schäd-lich werden konnte. Darauf ging er zu den Garden, fuhr dann der Kaiserin entgegenund kündigte ihr an, daß Alles bereit sei. Die Revolution hatte den erwünschten Er-folg. O. ward von nun an als erklärter Liebling der Kaiserin angesehen. Bei der Courim Sommergarkenpalast saß er neben den« Throne und gleich darauf bezog er s. Woh-nung im Winterpalast, in der Nähe derMonarchin. Nach des KaisersTode empßnger den Kammerherrnschlüssel und den Alepander-Ncwskpordcn. Die Reichsgras.»-würde für ihn und seine Bnüder und höhere Ehrenstellen folgten bald noch. Endlichward er Generalseldzcugmeister und Ritter des AndreasordenS. Er war lauge derEinzige, der das Portrait seiner Monarchin im Knopsioche tragen durfte. Dabeiwaren seine Reichthümer ungeheuer. Seiner Macht fehlte nichts als der kaiseil.Titel, und auch diesen winde er mit Katharinens Hand empfangen haben, wennnicht die Grasen Rasuniossski, Woionzoff und Panin entgegengewirkt hätten. Nunrichtete -O. seine Blicke aus das kaspisck, Meer, wo er ein Königreich Astrachan stiftenwollte, später auf das alte Griechenland, und trug wesentlich dazu bei, daß die russi-sche Politik ihr Streb.n nach dieser Seite hin richtete. Aber -O.'S rohes und rück-sichtloses Betragen war nicht geeignet die Kaiserin dauernd zu fesseln. Zhre Zunei-gung erkaltete, und seine Nähe fing an ibr lästig zu werden. Katharina überredeteihn daher, als 1111 die Pest 150,000 Menschen in Moskau hinraffte, persönlichAnstalten gegen das Übel zu treffen und sich dadurch den Dank der Nation zu erwer-ben. L). ging dabin und ward bei seiner Rückkebr mit scheinbarer Freude enipfangen.Ein marmorner Triumphbogen und eine Medaille, aufwelcher er, ein .weiterCuriiuS,sich in den Pfuhl stürzt, verherrlichten das Andenken seines Verdienstes. Zhn jedochaufs Neue zu entfernen, übe, redete ihn die Kaiserin, nach Fockschoni in der Wala-chei zu gehen, wo ein Congreß zur Beendigung des Türkenkriegs eröffnet w>rdensollte. O. erschien hier mit kaiserl. Pracht, benobm sich aber Mit einer so empören-den Anmaßung gegen die Türken, daß d>r Zweck durchaus verfehlt win de. Nechin Fockschoni erfuhr er, daß die Kaiserin sich einen neuen Günstling gewählt habe.Wüthend machte er sich sogleich auf den Weg noch Petersburg , bekam aber unter-wegs die Weisung , sich einstweilen aus sein Schloß Gaiscbina zu begeben. Hierlebte er ein Vierteljahr unter unaufhörlichen Ausblüchen seines gereizten Charak-ters, ohne daß es dkl Kaiserin gelang, ihn durch Untei Handlungen und Drohungenzur Ruhe zu bringen. Die Kaiserin, die nicht ohne Furcht vor seiner Rache war,schrieb endlich selbst an ihn, übe, schickte ihm das Reichsfürstendiplom, nannteihn Durchlaucht, und bat ihn, eines ihrer Lustschlösser zu seinem Ausenihalie mwählen. O. ging nach Zaiskoe-Selo und lebte hier mit der Pracht eines Kaiser.Aber im Dec. 1112 söhnte sich die Kastei in mit ihm aus. L). blieb den Winter überin P.tersburg und trat in seine vorigen Verhältnisse zurück. Die Kaisei in machteihm u. a. den prächtigen Marmorpalast zum Geschenke. Fürst L>. schenkte ihi da-gegen den berühmten großen Brillanten und ließ auf seine Kosten das Arsenal inPetersburg bauen. Dennoch ward er nicht ruhig und kam plötzlich aus den Ein-fall, sich in Rcval niederzulassen. Von hier ging er auf Reisen, besuchte Frank-reich kehrte aber bald nach Petersburg zurück. Hier fand er Polemkin in derGunst der Kaiserin, begab sich nach Moskau und besuchte nur vo» Zeit zu Zeit denHof. Endlich heirathete er in Petersburg und fand sich ist der Ruhe des Privat-leben« glücklich, ging mit seinen Gemahlin auf Reisen, hatte aber zu Lausanne das Unglück, sie zu verlieren. Nach ihrem Tode kam er 1182 nach Petersburg zurück, und sogleich ergriff ihn auch die vorige Unruhe wieder. Seine Rück-