Band 
Achter Band. O bis Q.
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118 Orpheus Orrery

f'stlter in den Amazonenfluß, und mit dem andern, dem Hauptstrome Oronoco,in 49 Mündungen, der Insel Trinidad gegenüber, in das atlantische Meer.Dein Lauf beträgt 370 Meilen» Gewöhnlich fließt er ^ Meilen breit, hat mehreUntiefen und große Wasserfalle, und bei seinem Ausflusse viele Inseln, Sandbänkeund Klippen, welche die Schifffahrt gefährlich machen. Er strömt schnell undwächst regelmäßig vom April bis Sept. Während der Regenzeit richtet er großeÜberschwemmungen an, sodaß er nicht selten eine Breite von 25 Meilen hat,500 Fuß rief ist und so langsam fließt, daß man auf einem großen See zu fahrenglaubt. Sein heftiges Ausströmen zum Ocean zur Zeit der Ebbe empfinden dieSchiffer auf 60 Meilen in offener See. Von Manchen wird er auch Paria, nachdem östlichen Districte Paria in Neuandalusien, an welchem er hinfließt, genannt.Zu seinen Nebenflüssen gehören, außer dem Guaviare, der Mela, ApureundCa-roni. Indem der Oronoco durch den Cassiaguari und Rio negro mit dem Ama-zonenflusse in Verbindung steht, bilden beide Flüsse eine große Binneninsel, welcheGuiana und einen Theil von Brasilien in sich faßt.

Orpheu S, ein uralter Weifte und Barde der Griechen (etwa 40 I. vordem'trojan. Kriege), nach„dergewöhnl. Sage der Sohn der Muse Kalliope und desthrazischen ScromgottS Öagrus, nach A. des Apollo. Sammt dem Thamyrisund Hercules war er von dem Linus unterrichtet worden. Sein Gesang und seinesiebensaitige Leier zogen ihm, wie die Sage erzählt, Felsen und Bäume nach, be-zähmten die wildesten Thiere der Bergwälder und bändigten Ungewitter und Meer-stürme. Dichter nennen ihn König von Thrazien , und die unter seinem Namennoch vorhandene, unstreitig aber spätere, Argonautik nennt ihn Beherrscher derheerdenreichen Tikonen. Dorthin setzt auch Ovid die Hochzeitseier desselben mitEurydice oder Agriope. Nach dem Verluste der geliebten Gattin schweifte er trost-los umher. Als er einst von seinem Irren heimkehrte, wurden die cikonischenWeiber, die durch seine Trauer sich verschmäht fühlten, bei einer schwärmendenBacchusfeier so erbittert, daß sie den Jüngling in der Wuth zerrissen. Nach derArgonautik hingegen hatte O. schon ein ehrwürdiges Alter, als er mit den Argo-nauten nach Kolchie segelte. Früher bejuchie er mehre Länder, vornehmlich Ägyp-ten . Mit Kenntnissen bereichert kehrte er zurück und bildete die bacchischen unddie übrigen Mysterien in Griechenland weiter aus, vermehrte und berichtigte dieGotkerlehre und führte eine besondere, die Reinheit befördernde Lebensweise ein.Er ist der Erfinder oder Bildner der Cikhara, des ältesten, zur Besänftigung roherGemüther sehr geeigneten musikal. Instruments. Von seinen Werken sprechendurchgängig die Alten; jedoch ist es sicherer, daß O. nicht eigentlich geschrieben, son-dern daß seine Ideen, Lehren und Fabeln, in Form von Gedichten verfaßt, nurdurch Überlieferung fortgepflanzt worden sind. Sehr früh waren Gedichte vomOrpheus in Griechenland im Umlauf, und wenn sie auch untergeschoben waren, sobeweist eS doch im Allgemeinen den alte» Glauben an orphische Gedichte. Manzweifelte aber schon in alte» Zeiten an der Echtheit der vorhandenen orphischenWerke, und wahrscheinlich war schon zu Aristoteles '» Zeiten kein« derselben ganzecht, vielleicht aber enthielten sie Bruchstücke alter orphischer Lehre. Wir besitzenunter des Orpheus Namen eine Argonautik (herausgeg. von Schneider, Jena 1803;deutsch von Doß, 1806), Hymnen oderWeihungslieder, ein Werk von denKräf-ten der Vteine, wahrscheinlich aus dem 4. Jahrh, nach Chr. (herausgeg. von Tyr-whitt, London 1781) und mehre Bruchstücke. Die beste Ausg. der Werke ist vonHermann (Leipzig 1805). Über die orphische Poesie, welche den ganzen Kreisder esoterischen Religiös und der Mysterienlehre umfaßt, s. G. H. Bode's „<>r-plieini, lini-inruin Oinvcc» u„> antiuuinlinii.-i" (eine gekrönte akadem. Schrift,Götting. 1824, 4,).

Orrery, s. Planetarium.