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Ossian
ossian (Oisian), der berühmteste aller Barden, tm 2. Jahrh. n. Chr.Sein Vater Fingal >s. d.) war entweder ein calebonischer (hochschottischer) Held,oder, wie irländische Schriftsteller meinen, ein irländischer, der aber durch sei»«Thaten, als Vertheidiger einer irischen Colonie gegen die Römer, dem schottischenBoden angehört. LX war Held und Dichter zugleich. Er soll mit vielen Sängerndes Alterthums das Schicksal der Blindheit getheilt und durch Gesang s. Schmerzüber den Verlust seiner Lieben, z. B. seines gefallenen Sohnes Oscar, gemilderthaben. Sein Name ist unter den Berg schotten und Hebridiern noch in ehrenvollemAndenken. Aber auch unter uns wird er gefeiert, seit man in den von Macpher-son kerausgeg. osstanischen Liedern die Nachklänge seiner Harfe zu vernehmen glaubt.Zwar erwähnt O.'s Namen, nach Smith'S Versicherung, schon im 12. Jahrh.Giraldus Cambrensis , und man wußte aus Buchanan, daß die Galen in Hoch-schottland und auf den Inseln Gesänge bewahrten, die ihren Stolz ausmachten;aber in ihrer unverstandenen Sprache blieben sie andern Völkern ein vergrabenerSchah. Erst mit dem Anfange des vorigen Jahrh, wurde nähere Künde jener Ge-genden selbst in dem übrigen Großbritannien verbreitet; doch das Jahrh, verliefüber die Hälfte, ehe jene Stimme vergangener Zeiten in Europa weiter ertönte undmit Freuden überall vernommen ward. Und diesen Genuß verdanken wir M a c-p herson (s. d.). Dieser war nämlich seit 1151 auf die altschottischen Balladenund andre Gesänge aufmerksam gewesen und gab 1160 ein Bändchen solcher Ge-sänge: „ilrxi.ii U5 u>'.nx.-ir»t poelr^, O'llealeü in tliv ll>V>b>»(l k,I tiooll.iixlnull irn,zi->ie>l l'ron, lbk l-nlio n, luu^uag«!" heraus. Darauf ließen Homeund Robertson ibn zu den Bergschotten reisen, um zu sammeln. Hierauf gab er1182 das größere Gedicht „Fuigal" nebst 16 kleinern, und 1163 „Temora"nebst 5 kleinern heraus. 1161 erschienen diese Gedichte in 2Bdn., 4.; 1113 in2 Bdn., und öfters; die beste Au-Sg. 1822: „l'lie ;>oe,»s ol Ossi!,». truiisla-tarl I>v 3. ^1 >az>6o <-n» , antlirnlioiitrü . ülwitiriteü null «xpl.inieri l,v Uu^IiL.xnplioll". Der Herausgeber hat ihr eine, die Scenen von Fingal'S Landun-gen und Kämpfen erläuternde Charte und eine Abhandlung über die Echtheitder Gedichte hinzugefügt. Macpherson erklärte alle diese Gedichte für Über-setzungen aus den gälischen Lieder» des alten Barden O., welche theils ausdem Munde des Volks aufgenommen, theils aufgeschrieben gefunden wordenseien. Ihre Überschriften haben sie von Helden, deren Thaten, Liebe undSchicksal sie besingen, oder von Orten, deren Begebenheiten sie feiern. Sogroß auch der Beifall war, den diese Gedichte fanden, so ward doch gleich vom An-fange an gegen ihre Echtheit gestritten, und theils behauptet, daß diese PoesienMacpherson'S eigne Erfindungen seien, denen er nur O.'S Namen leihe; theils,daß sie wenigstens nicht von jenem alten Barden herrühren, wenn sie auch aus al-ten schottischen Volksliedern gebildet seien. Die ersten Gegner waren Recensenten1162, dann Johnson 1115 und Shaw 1161, dann Waller, Malcolm Laing(iin 4. Thle. der OctavauSgabe s1809sj seiner „Geschichte von Schottland " und ineiner eignen Schrift) u. A. In Deutschland erklärte sich besonders Adelung gegenihre Echtheit („Älteste Geschichte der Deutschen", s. 392 fg.). Dagegen fandMacpherson viele Vertheidiger, besonders an Hugh Blair , Graham, Sinclair,Smith, Macdonald, Clarke, Home, Arthur Poung u. A. Aber sie konnten nurbeweisen, daß Macpherson'S Arbeit nicht etwas von ihm selbst Verfertigtes undUntergeschobenes sei, daß man Originale zu seinen englisch bearbeiteten Gesängenunter den Bergschotten finde, und daß man solche dem O. beilege; nimmermehraber, daß sie in der That von jenem O. herrühren, der um das I. 300 gelebthaben soll. Die Hauptgründe der Bestreiter ihrer Echtheit: 1) daß in jenen ZeitenGedichte von solcher Zartheit in den Nebelgefilden WestfchottlandS und bei dem da-maligen Zustande des Volks nicht gedacht werden könnten (vgl. die Abhandlung