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reich a» Getreide und Nappsaat; es führt Pferde, Rindvieh und gemästete Gänseaus. An den Küsten ist beträchtliche Fischerei, auch gibt es Austerbänke. Diebemerke beschränken sich aufSegeltuch-, Leinwand- und Lederfabriken, Strumpf-strickerei und Schiffbau in den Städten. Seit 1454 hatte Ostfricöland eigne Gra-fen . Enno VI. ward 1654 in den Reichsfürstensiand erhoben. Mit dem FürstenKar! Eduard oder Edzard erlosch 1741 dasfürstl. Hans, und Preussen nahm zu-folge der dem Kurhause Brandenburg vom Kaiser Leopold 1694 ertheilten An-wartschaft von dem Lande Besitz, obgleich Kur-Braunschweig, unter Berufungauf eine schon 1691 mit den Fürsten von Ostfriesland abgeschlossene Erbverbrü-derung, feierlichen Widerspruch dagegen erhob. Nach dem tilsiter Frieden theilteNapoleon das Fürstenthmu, nebst den Herrschaften Jener und Kmphauscn, deinKönigreiche Holland zu, mit welchem es 1810 Frank, eich einverleibt wurde. 1813kam Preußen wieder in den Besitz dieses Landes, und trat dasselbe 1815 auf demCongresse zu Wien an Hanover ab. Hauptst. Anrieh. Auf der Znsel Noi dei neyist ein Seebad. Über Emden (s. d.) vgl. F. Arend'S „Ostfriesland und (sever,in geograph., staust, und besonders landwirthsebafil. Hinsicht" (Emden 1820, 3Bde.); T.D.Wiardcüs (starb 1826) „Ofifriesische Geschichte bis 1813" (Bremen ,10 Bde.).
Ostia, an der Mündung der Tiber, von wo einst Rom seine seewärts ein-gehenden Bedürfnisse erhielt, und gefeiert durch Virgil's Gesänge und die Sage,welche Aneas dort landen liess, ist jetzt eine bischöfliche Stadt (wenn man einschmutziges Nest, das Siptus IV. und (ssiliuS II. mit tüchtigen Bollwerken umge-ben haben, und einen bischöfl. Palast nebst einer Kirche darin, eine Stadt n.nnenkann), die wegen ihrer Pestluft im Sommer von etwa 10 Menschen, im Winterhöchstens von 1s)0 bewohnt wird. Bon den, allen Ostia , das nur noch durchTrümmer erkennbar ist, liegt das heutige eine Vierielmiglic entfernt, landeinwärts.Damals, als es 80,000 Emw. zahlte, umgab es den Strom, der dort ein Kniebildet, im Halbkreis. Ostia war niemals selbst Seehafen, sondern nur die unbe-festigte Strombucht, in der seit AncnS MarciuS bis zu den letzten Zeiten der Re-publik die römische Flotte vor Lenker lag. Daher war es Seeräubern möglich, dieseFlotte mitten in Ostia zu überfallen und zu plündern, was Cicero in der R>de fürdas Manil. Gesetz 12 so Inner rügt. Späterhin versandete diese Skrombucht so,daß schon zu S trabo's Zeit nur erleichterte Schiffe stromaufwärts gehen konnten.Kurz vor Ostia trennt sich die Tiber in zwei Arme, welche die heilige Znsel umfan-gen; der rechte Arm scheint wegen seines gerade,n Laufes weniger zu versanden.Claudius und Trojan bauten daher, um die Stadt sicherer zu versorgen, am rechtenArm der Tiber einen Hafen, jetzt Porto genannt, dessen Aufblühe» den gänzlichenVerfall des einst so bedeutenden Ostia herbeiführte. Schon um 420 ». Chr. be-schreibt Ruülius NumatianuS Ostia als unzugänglich, und Piocop („I:<- l,llo0»t!>.", 1. Dd., S. 26) nennt es zu seiner Zeit (um die Mitte des 6. Oahih.) völligzerstört. Mit dieser Vernachlässigung mag die Ilngesundheit zugenommen haben,welche benachbarte Salinen, die schon Ancus MarciuS angelegt hatte, und jetztkaum kenntliche Wasserleitungen, sowie ein anstoßender S,impf vermehren muß-ten. Einfälle der Saracenen, die auch die wenigen üb, iggebliebcnen Eimv. fort-während belästigten, zwange» zur Befestigung des heuligen Ostia . Durch Na-fael's berühmte Da, stellung ist die Seeschlacht zwischen den Neapolitanern und Sa-racenen unter Leo IV. aus jener Periode der Plünderung vorzüglich bekannt gewor-den. Nach mancherlei Unfällen win de das Schicksal Ostias erst durch IulwiS II.1401 gesichert, obgleich auch späterhin es oft Corsaren preisgegeben gewesen binsoll. Neuerdings haben die reichlich belohnten Nachgrabungen, die zuerst ein Per-tuaie'e, Don Diego de Ncrogna, vornahm (1183), dann Volparo, ädam.i'aon1788, Fega 1796 und spätere, welche Sicklcr's und Reinhardl'S „AlmanachEotvetsmvus-Lcpicv». Bd>. Vlll- ^0