14« Osiiarien Osimdische Compagnien
mi« Rom ", 2. Bd., S. 239, verzeichnet, die ?lufmerksamkcit einem Platze zuge-wandt, der von den Iagdliebhabern niemalr vergessen war. 19.
Ostiarien, s. Ordination.
Ostindien, s. Hindostan und Indien .
O st i n d i e n f a h r e r, große Handelsschiffe, welche von den europ. nachOstindien handelnden Compagnien ausgerüstet werden, und gewöhnlich größer alsFregatten von 40 Kanonen sind, aber nur 20 Stücke (9- und 6 - Pfänder) führen.
O st i n d i s eh e Compagnien. Weit den frühesten Zeiten sind dieHandelSspeculationen der Europäer auf eine unmittelbare Verbindung mit Ostindienhingerichtet gewesen. Bekanntlich hat zuerst das arabische Weltreich und dessenmercantilischc Größe, dann später die Herrschaft der Perser und Türken den Weggesperrt, auf welchem die kürzeste Straße nach Hindostan führt. Der schlauenHandelspolitik der italien . Republiken gelang es nicht, diese Hindernisse ganz zuumgehen, und selbst der venetiamsche Handel mit Indien bei aller seiner Ausdeh-nung war in keiner Beziehung ein direkter zu nenne». Nachdem nun die Türkendurch die Eroberung von Konstantinopel in Europa und durch die Eroberung vonÄgypten in Afrika Wurzel gefaßt hatten, und der Wall der Barbarei, welcher un-sern Welttheil von Indien trennt, um so fester gegründet war, mußte sich allerUnternehmungsgeist der christlichen Kaufleute aus die Auffindung eines directenWeges nach jenem Handelslande wenden. Der Westen von Europa wurde vonder Herrschaft der Saracenen befreit; der im Kampfe mit den Ungläubigen langegeübte kriegerische Meist der Völker brauchte Nahrung; der große portugiesischePrinz Heinrich, der Seefahrer genannt, hatte ihn auf den Ocean hingewiesen, undnoch kein halbes Jahrh, seit dem schmachvollen Verluste Konstantinopels war verflos-sen, als VaSco da Mama 1498 an der malabarischen Küste von Hindostan landete,und sich der glückliche Kampf der Portugiesin dort jenseits des Meeres erneuete.So gerieth der ostindische Handel auf ein Jahrh, fast ausschließend in die Hände derPortugiesen: das goldene Zeitalter dieses Volks. Was Alfonso Albuguerque, Nunoda Cunha undFranciscusTaveriuS, jene mit ritterlichen, dieser mit geistlichen Waf-fen vollbracht, wird noch die späteste Nachwelt bewundern. 80 Jahre hindurch, nach-dem sich der Landweg der indischen Erzeugnisse über Venedig , Menua und die Hanse-städte mehr und mehr verschlossen hatte, war Lissabon das eigentliche Indien für denNorden von Europa ; Engländer und Holländer bezogen von dorther oder von portug.Kaufleuten in Antwerpen ihren Bedarf an indischen Specereien. Auch Venedig sahsich durch die Niederlage seiner Handelsfreunde, der Saracenen, und durch die kriege-rische Größe der Portugiesin verdrängt. Als aber Philipp II. 1080 Portugal derspanischen Monarchie einverleibte, und bald daraus seine» Krieg mit England unter-nahm, dem er die Häfen seines Reichs verschloß, wurde das britische Bedürfniß derindischen Gewürze nach den Niederlanden verwiesen. Die Holländer benutzten diesenUmstand und steigerten den Pfefferpreis aufs Dreifache. Aber die Widersetzlichkeitder Niederländer gegen das spanische Joch bewog Philipp II. zu einer entscheidendenMaßregel auch gegen den holländischen Handel; die Wegnahme ihrer Schiffe imHafen von Lissabon nöthigte die Holländer, an eine unmittelbare Verbindung mitZndien zu denken, und jetzt blieben auch die Engländer nicht zurück. So geschahrs in den, letzten Iahrzehend des 18. Jahrh, fast gleichzeitig, daß sich in Englandund Holland die erste» Keime jener großen Handelscorporationen, die wir Han-delscompagmen nennen, bildeten, — unterschieden von der Hansa und allen frü-hern Verbindungen dieser Art dadurch, daß nicht politische Körperschaften, Städteoder Gemeinden in Person, sondern bloße Privatleute mit Gelde (veräußerlichenActien) zu Erreichung eines gemeinschaftlichen Handelszweckes zusammentraten;ferner dadurch, daß ihre Rechte und Privilegien von der Staatsgewalt ein für alleMal erkauft, während diejenigen der ältern Handlungöbünde in und mit ihren