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Ostreich (Gesch. von 1246—82)
Herzoge Heinrich ward Wien die Residenz. Sein Sohn, Herzog Leopold VI.»erhielt durch Belehnung vom Kaiser Heinrich VI. 1192 das Herzogthum Steier-mark, welches Kaiser Otto 1. ebenfalls durch jenen Sieg über die Ungarn (955)erworben hatte. Dieser Herzog ließ den K. Richard Löwenherz (s. d.) gefan-gen nehmen. Bisher war die Residenz in der Burg auf dem Kahlenberge, unweitWien , gewesen. Leopolds jüngerer Sohn, Herzog Leopold VII, baute sich aberin der Stadt Wien selbst einen Palast, der noch heutiges Tages u. d. N. der altenBurg von den Monarchen Östreichs bewohnt wird. Leopold VII., mit Recht derGlorreiche genannt, stiftete das Hospital zum heil. Kreuz und verlieh der StadtWien , die eine städtische Verfassung erhalten hatte (1198), das Stapelrecht, in-dem er ihr zugleich zur Beförderung des Handels 30,000 Mark Silber vorschoß.Dom Hochstifte Freisingen kaufte er einen Theil von Kram für 1650 Mark (1229),und hinterließ das Land dem jüngsten seiner 3 Söhne, Friedrich II. dem Streit-baren, in einem blühenden Zustande. Allein dieser wurde, weil er sich mit denlombardischen Städten gegen den Kaiser Friedrich II. verbunden hatte, 1236 mitder Reichüacht belegt, und Herzog Otto von Baiern riß das Land ob der EnS (bisaufLinz) an sich. Das übrige Land gab der Kaiser als eingezogenes Lehen einemMarkgrafen, und Wieu wurde eine Reichsstadt. Doch bemächtigte sich HerzogFriedrich während des Kaisers Zug nach Italien des größten Theils seines Landeswieder, und der bedrängte Kaiser bestätigte ihm zu Verona 1245 seine Vorrechteaufs Neue. Das reichsstädtifche Privilegium Wiens wurde vernichtet; Friedrichsollte sogar die königk. Würde für Östreich und Steiermark erhalten, als sein Fallin der Schlacht an der Leytha gegen König Bela IV. von Ungarn (15. Zuli 1246),im 35. Z. s. thatenreichen Lebens, diese Hoffnungen vernichtete. Mit ihm erloschderMannsstamm des babenbergischenHauses. Die folgende Zeit von ,1246—82heißt das ösir. Interregnum. Kaiser Friedrich ll. erklärte nämlich Östreich undSteiermark als erledigtes Reichslehn für ein Erbgut der deutschen Kaiser, undfetzte einen Statthalter nach Wien , dessen reichsstädtifche Rechte wieder erneuertwurden. Aber die weiblichen Verwandten des verst. Herzogs Friedrich, seineSchwester Margarethe (Witwe Kaisers Heinrich VI.) und seine Nichte Gertraud(die nach der Trennung von ihrem ei-sten Gemahle, dem Markgrafen Wladislawvon Mähren, sich, mit dem Markgrafen Hermann von Baden, Statthalter Kai-sers Friedrich in Östreich , vermählt hatte) erhoben, vom Papste Znnoccnz I V. auf-geregt (1248), Ansprüche auf das Erbe ihres Bruders. Markgraf Hermann,vom Papste und einer starken Partei unterstützt, bemächtigte sich Wiens und meh-ret-östr. Städte; in Steiermark leistete ihm der Statthalter, Graf Meinhard vonGörz, Widerstand. Hermann starb aber schon 1250, und sein Sohn Friedrich,der in der Folge mit Konradin von Schwaben zu Neapel (1268) enthauptetwurde, war erst ein Jahr alt. Da nun verschiedene Parteien das Land verwirr-ten, und Kaiser Konrad IV. durch den Kampf mit seinem Gegenkönig abgehal-ten war, an Östreich zu denken, so faßten die Stände von Östreich und Steier-mark 1251 den Entschluß, einen von den Söhnen der zweiten Schwester Friedrichsdes Streitbaren, Constantia (Gemahlin des Markgrafen Heinrich des Erlauchtenin Meißen ), zum Herzoge zu ernennen. Schon waren ihre Abgeordneten nachMeißen auf dem Wege, als sie bei ihrer Einkehr zu Prag vom Könige Wcnzeslawüberredet wurden, feinen Sohn Ottokar zum Herzoge von Östreich und Steier-mark zu erklären, welcher auch durch Waffen, Geld und die Vermählung mit derverwitweten Kaiserin Margarethe seine Ernennung zu unterstützen wußte. Ottokarenrriß steiermark dem Könige Bela von Ungarn , durch den Sieg im Marchfelde(Juli 1260), und ließ sich 1262 von dem römischen Könige Richard mit beidenHerzogthümern belehnen. Darauf fielen ihm durch das Testament seines VettersUlrich, des letzten Herzogs von Kärnthen und Friaul (gest. 1269), das Herzog.