1«2 Östreich (Goschichtr von 4526—1740)
Nach seinem Wille» kheilken die Erster» die väterliche Erbschaft also, daß der >1k»teste, Nkaximilian II., der auch Kaiser wurde, Östreich, Ungarn und Böhmen , derzweite, Ferdinand, Tirol nebst Vorderöstreich, und der dritte, Karl, Steiermark ,Körnchen, Krain und Gerz erhielt. Als aber Erzherzog Ferdinand, der die schöneBurgerSlochler von Augsburg , Philippine Weiser, geheiraihet hatte, gestorben war(1595), und s. Söhne, Andreas (Eartinal und Bischof zu Konstanz und Brixen ,«uch spanischer Statthalter der Niederlande) und Karl (Markgraf von Burgau),nicht als standesmäßig anerkannt wurden, fielen s. Besitzungen an s. Vettern zurück.Kaiser Maximilian war in Ungarn glücklicher als s. Vater; der Tod Soliman'S vorSigerh 1566 hatte einen Waffenstillstand zur Folge, und 1512 ließ Maximilians. älteste» Sohn, Rudolf, als König von Ungarn krönen, der darauf auch zumKönige von Böhmen gekrönt und zum römischen Könige erwählt wurde. Dagegengelangen ihm die Versuche, die polnische Krone an Östreich zu bringen, so wenigwie in der Folge seinem vierten Sohne, Maximilian, nach dem Tode StephanBathon's (1581). Maximilian war friedliebend, in Religionssachen kuldsain und«ls Regent gerecht. Er starb den 12. Ock. 1516: von s. 5 Söhnen wurde Rudolf,ter älteste, Kaiser. Dieser beharrte bei dem hergebrachten aristokratischen Feudalis-Mus und regierie nachlässig; schwach als Kaiser, überließ er Alles s. Ministern,Der Krieg mit der Pforte und Siebenbürgen brachte wenig Ruhm; die Proteslan-,ten, deren Lehre die Jesuiten unterdrücken wollten, nöthigten ihn zur Ausstellungdes Majestätsbriefes; er mußte 1608 Ungarn und 1611 Böhmen und die östreich.Erblandean s. Bruder Matthias abtreten. Letzterer, der ihm (1612) in derKaiser,würde folgte, schloß einen 20jährigen Frieden mit den Türken, erlebte aber nicht dasEnde der Unterhandlungen mit den Böhmen , welche für die Religionsfreiheit zu denWaffen gegriffen hatten. Er starb d. 20. März 1619. Die Böhmen weigertensich, s. Nachfolger Ferdinand anzuerkennen, und wählten das Haupt ter evangel.Union, den Kurfürsten Friedrich V. von der Pfalz zu ihrem Könige. Doch nachder Schlacht bei Prag 1620 ward Böhmen Ferdinanden unterworfen, der nun imeigentlichen Böhmen und Mähren die protestantische Religion ausrottete. Zugleichvernichtete er der Böhmen freie Königswakl und den Majestäksbrief, errichtete einkathol. ReformaiionSgericht und veranlaßte hierdurch die Auswanderung vielerTankende. Auch die östr. (meistens protestantischen) Stände wurden von Ferdinandzur Huldigung gezwungen, worauf er das Lukhertkum in Östreich streng verbotund den Aufstand der evangel. Bauern in Oberöstreich unterdrückte. Zuletzt wardUngarn, das unter Bethle» Okabor, dem Fürsten von Siebenbürgen , sich empörthatte, bezwungen. Dieser Religionskrieg kostete dem östr. Hause den Flor seinerLänder. Denn unter Ferdinands Nachfolger, Ferdinand III. (1631 — 51), wur-den Östreichs Länder immer mehr der Schauplatz des Kriegs. Ferdinand trat imPräger Frieden 1635 die Lausitz an Sachse», und im westfälischen Frieden 1618das Elsaß an Frankreich ab. Ferdinands III. Sohn und Nachfolger, Kaiser Leo-pold I-, reizte die Ungarn durch unduldsanie Härte. Tökely (s. d.) fand lürki,sehen Beistand, und Kara Mustapha belagerte Wien 1683, dos Ich. Sobieski (s. d.) und die Teutschen entsetzten. Darauf unterwarfen dem Kaiser die Siege sei-ner Feldherren ganz Ungarn . Er verwandelte es 1681 in ein Erbreich und verei-nigte damit Siebenbürgen, obwol unter eignen Fürsten . Auch gab die von Eugenbezwungene Pforte im karlowitzer Frieden 1699 das Land zwischen der Donau undTheiß an Ungarn zurück und trat im paffarowitzer Frieden 1118 wichtige Pro-vinzen an Ungarn ab. Dagegen scheiterte Leopolds Plan, seinem zweiten SohneKarl die Erbfolge in der spanischen Monarchie von dem kinderlosen König v. Spa-nien, Karl ll., zusichern zu lassen; Frankreichs feinere Politik vermochte Karl II. ,den Enkel Ludwigs XI V. zum Erben seines Thrones einzusetzen. Also begann derspanische Erbfolgekrieg 1101; während desselben starb Leopold, b. Mai 1105.