Östreich (Geschichte von 1740—L0) IbL
Sein ältester Sehn und Nachfolger, der aufgeklärte Kaiser Joseph 1. , seht» de»Krieg fort, starb aber ohne Kinder d. 17. April 1711, worauf fein Bruder, der be-stimmte König von Spanien, Karl, aus Barcelona nach s. Erbstaaten eilte, umderen Regierung zu übernehmen. Auch er wurde Kaiser den 21. Der. d. I.,mußte aber dem von s. Bundesgenossen abgeschlossenen utrechterFriedenzuRastadtund Baden 1711 beitreten, nach welchen Friedensschlüssen Östreich die Nieder-lande, Mailand, Mautua, Neapel und Sardinien (seit 1720 Sicilien für Sardi-nien) erhielt. Das Herzogkhum Mantua , dos Joseph 1708 in Beschlag genom-men, da dessen Herzog sich gegen das deutsche Reichsobei Haupt mit Frankreich ver-bündet hatte, warb als Lehn mit der östr. Monarchie vereinigt. Die Monarchieumfaßte jetzt 9013 UM., mit fast 29Mill. Einw. Sie halte zwischen 13 bi«14 Mist. Gldn. Eint. und ein Heer von 130,000 M. Ihre Macht wurde jedochdurch neue Kriege mit Spanien und Frankreich sehr geschwächt. Karl > >. mußtenämlich im wiener Frieden 1735 und 1738 Neapel und Sicilien an den Infamenvon Spanien, Don Carlos, und an den König v. Sardinien einen Theil von Mai-land abtreten, wofür er bloß Parma unk Piacenza erhielt. 1739 verlor er durchden belgrader Frieden fast alle Früchte von Eugens Siegen bis aus Tenieswar;denn er mußte Belgrad, Serbien , den östr. Amheil an der Walachei, OrsowaundBosnien an die Pforte zurückgeben. Dies Alles bewilligte Karl V um die Erb-folge in s. Monarchie seiner Tochter Maria Theresia durch die pragmatische Sanctionzuzusichern. Dieses von 1713 — 19 errichtete Erbsolgegeseh n-ard nach und nachvon allen europäischen Mächten anerkannt. — Geschichte Ostreichs unterden» Hause Habsburg-Lothringen. 1. von 1710 — 90. Als nach KarlsVI. Tode (20. Oct. 1740) der habsburg.-östr. Mannsstamm erloschen war, be-stieg Maria Theresia, vermählt mit dem Herzoge Stephan von Lothringen , denThron von Ostreich . Von allen Seiten erhoben sich Ansprüche gegen sie. Einheftiger Krieg begann, worin bloß England aus ihrer Leite war; Friedrich II. vonPreußen eroberte Lchlesien, der Kurfürst von Baiern ward in Linz und Prag ge-krönt und als Karl Vl I. (1742) zum Kaiser erwählt. Nur die Ungarn standenihrer heltenmüthige», schönen Königin bei. Doch mußte sie im Frieden von BieS-lau (4. Juni 1742) an Preußen Schlesien nebst Glatz, mit Ausnahme von Teschen ,Iägerndorf und Troppau abtreten. Friedrich II. erneuerte den Krieg, indem er demKaiser Karl > 11. zu Hülfe eilte; allein dieser starb am 20. Jan. 1715, und Tbe-resiens Gemahl wurde als Franz l. Kaiser von Deutschland . Ein ziveiker Friedens-schluß (25. Dec. 1715) sicherte Friedrich den Besitz von Schbsien aufs Neue zu,sowie Ölireich im Frieden von Aachen (18. Oct. 1718) auch die HerzegthümerParma, Piacenza und Guastalla an den Infamen Nhilipp von Spanien , undeinige Bezirke von Mailand an Sardinien abtreten mußte. Jetzt war die Hortdauerder östreich. Monarchie gesichert; allein Maria Theresia wollte Schlesien zurück-haben. In diesr Absicht verband sie sich mit Frankreich, Rußland , Sachsen undSchweden . Nach 7 blutigen Jahren behielt Preußen im hubertsburger Frieden1703 Schlesien , und Östreich hatte Gut und Blut vergebens aufgeopfert. Jetztzeigte sich in Östreich das erste Papiergeld, Staatsobligationen genannt, zu derenUmsetzung Kaiser Franz eine Bank errichtete. Noch seinem Tode (18. Aug. 1705)ward Joseph II. , sein ältester Sohn, Milregeut seiner Mittler in den Erbstaatenund deutscher Kaiser. Besorgt, daß der Mannsstamm ihres Hauses wieder auS-sterben könnte, stiftete Maria Theresia zwei Nebenlinien: das Haus Toscana inihrem zweiten Sohne Peter Leopold, und das Haus Este in der Person des Erz-herzogs Ferdinand. Für solche Abtrennungen entschädigte Maria Theresia denHauptkörper mittelst Einziehung mehrer, von Ungarn an Polen einst verpfändeterStädte, ohne das Lösegeld dafür zu bezahlen, durch Erwerbung Galijiens und Lo-tomirienS bei der ersten Theilung des Königreichs Polen (1772), und durch die
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