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Ostreich (Geschichte von 1790—1815)
Besitznahme der Bukowina , welche die Pforte 1171 abtrat. Das RentamtBurzhausen (Innvicrtel) erhielt Östreich im testhner Frieden (13. Mai 1118),sowie die erledigte Grafschaft Hohenembs in Schwaben, die Grafschaft Falkenstein und die schwäbischen Herrschaften Tettiianz und Argen, sodaß beim Tode der Kai-serin (28. Nov. 1180) Östreich 11,010sDM. umfaßte; sie hatte 112 s^Md. ver-loren. und dageg.ii 1818 gewonnen; die Bevölkerung betrug 24 Mist., allein dieStaatsschulden waren auf 160 Mist. Gldn. angewachsen. Die Regierung die-ser großen Frau zeichnete sich aus durch treffliche Einrichtungen in der Staatsver-waltung überhaupt. durch Sorge für Ackerbau, für Handlung, Volkserziehung,Unterricht, Religion, Wissenschaft und Kunst, sowie durch die von Kaunitzft'gl. d.). mit großer Unisicht und Kraft geführte Leitung der auswärtigen Verhält-nisse, selbst in Anwendung aufden römischen Hof. Ihr Nachfolger, Joseph 11.(s. d.), handelte mit rastloser Thätigkeit noch vorurthestsfreier, oft zu rasch oder zugewaltsam. Schon als Mitregent machte er bedeutende Ersparunge» in der Hof-verwaltung, in Pensionsveriheilungen und im Besoldungswefen. Nach dem Todes. Mutter aber, 1180, entwickelte sich s. ga»;e Regententharigkeit. Streng gegenden Läoldaken wie gegen den Ewilbeamten, behauptete er koch seltene liberale Re-gierungsgrundsätze. Das Eensurwcsen wurde reformirt, die Protestanten erhieltenFreiheiten und bürgerliche Rechte, die Juden wurden mit vieler Duldsamkeit be-handelt, 800 Klöster und Stifter aufgehoben, selbst der Besuch PiuS Vl. ändertenichts in Josephs Reformationksysteme; das Schulwesen unterwarf er einer Re-vision und Verbesserung. Durch das Aollpatent von 1188 erhielt das schon vonMaria Theresia begonnene östreich. Zollsvstem, welches die Urproductio» und denGewerbfleiß Östreichs gegen den nachiheiligen Einssuß des Auslandes schützensollte, seine vollständige Entwickelung, und das inländische Fabrikwcsen hob sich.Aber Joseph'? Eifer reffte den Widerstand aller Feinde der wahren Aufklärung.Die Niederländer empörten sich, und s. Verdruß darüber war vielleicht ein Haupt-grund zu dem Gedanken, die Niederlande unter dem Titel eines Königreichs Au-sirasien an den Kurfürsten von Pfalzbaiern gegen dieses Land zu vertauschen, wel-cher Plan aber an der Festigkeit des nächsten Agnaten, Herzogs von Zweibrücken ,und an dem deutscben Fürstenbunde Friedrichs II. scheiterte. Nicht glücklicherwar. Joseph im Kriege 1188 gegen die Pforte; persönliche Anstrengungen imFelde und der Gram über die in s. Erbstaaken ausgclr scheuen Unruhen beschleunig-ten seinen Tod (20. Febr. 1130). II. von 1130— 1815. Auf Joseph ll. folgtes. ältester Bruder Leopold II. (s. d.), bisher Gioßherzoz v.Toscana . Es gelangihm, durch Nachgebe» und Festigkeit die Niederlande zu berukigen und die Ungarn zu befriedigen. Der Vertrag von Reichenbach mir Preußen (21. Iult 1190),und der von Szistow (I. ,'.ug. 119!) verschaffte ibm den Frieden mit der Pforte.Das Schicksal seiner Schwester und ihres Gemahls, Ludwigs XVI. von Frank-reich , veranlaßte ihn zum Bündnisse mit Preußen; doch ehe der Revolntionskrieglosbrach, starb er (I. März 1192). Kurz nach der Thronbesteigung s. SohnesFranz I I., noch ehe derselbe (11. Juli 1182) zum deutschen Kaiser erwählt wurde,erklärte Frankreich an ihn, als König von Ungarn und Böhmen , den Krieg. («.Frankreich .) Ostreich verlor in dem ersten Friedensschlüsse von Eampo-For-mio (11. -Oct. 1191) die Lombardei nebst den Niederlanden , wofür es den größtenTheil des venetianischen Gebiets erhielt; 2 Jahre früher (1195) war es bei derdritten Theilung Polens durch Westgalizien vergrößert worden. Im Anfange1199 begann Kaiser Franz, mit Rußland verbunden, den Krieg gegen Frankreich aufs Neue; doch Bonaparte erzwäng,den Frieden von Luneville (9. Febr. 1801),den Franz ohne Englands Beitritt abschloß, und worin er die Grafschaft Falken-stein und das Frickthal abtreten mußte, während zugleich derGroßbcrzog Ferdinandvon Toscana diesem Lande entsagte, wofür ihm Salzburg nebst DerchtcSgaLen