Otto II.
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noch verloren Beide (954) ihre Herzogthümer. Schwaben erhielt Burkhard, desbairischen Heinrichs Schwiegersohn; Lothringen wurde in zwei Herzogthümer ge-theilt. Oberlothringen bekam Friedrich, ein Bruder des Bischofs von Metz; Nie-derlothringen Gottfried, dessen Familie nicht bekannt ist; Beide standen unter derOberherrschaft des Erzbischofs Bruno von Köln , O.'S Bruder. Kaum waren dieseAngelegenheiten geordnet, als die Ungarn in Deutschland einbrachen. Otto schlugsie aber auf dem Lechfelde bei Augsburg (10. Aug. 955) dergestalt, daß sie seit derZeit keinen neuen Angriff auf Deutschland wagten. Nun zog O. nach Italien ,wo Berengar , der ihm den Vasalleneid geschworen, sich empört hatte. Er ward(961) vom Erzbischvfe von Mailand zum Könige von Italien und bald darauf (2.Febr. 962) vom Papste Johann Xll. in Rom zum Kaiser gekrönt. Dieser schwurdem Kaiser den Eid der Treue; die römische Geistlichkeit versprach künftig keinenPapst anders als in Gegenwart kaiserl. Commissaire zu wählen. O. dagegen be-stätigte die verschiedenen dem Papste gemachten Schenkungen, ohne sie jedoch näherzu bestimmen. Bald aber reucte es den Papst, sich in dem Kaiser einen Herrngesetzt zu haben, und er wagte zu den Waffen zu greifen, während O. in Pavia war. Dieser eilte nach Rom, ließ den Papst absehen und statt seiner Leo VIII .wählen (963), wofür ihm und seinen Nachfolgern die ausgedehntesten Rechte be-willigt wurden. Kaum war O. nach Deutschland zurückgekehrt, als die Römer freisein wollten, den Papst absetzten und die alte Verfassung herstellten. O. erschienabermals in Rom und bestrafte die Schuldigen mit dem Tode. Auch der Hof vonKonstantinopel wollte ihn nicht als Kaiser anerkennen; allein O. schlug die Griecheninllnteritalien, und der morgenländischeKaiserIohannZimisces gab die griech.Prin-zessin Theophanie O.'s Sohne zur Gemahlin. Bald darauf, d. 7. Mai 973, setzteder Tod s. rastlosen Thätigkeit ein Ziel. O. starb mit dem Ruhme, Karls des Gro-ßen Reich in Italien wiederhergestellt zu haben. Er besaß große Eigenschaften, ho-hen Muth, Geradheit und die strengste Gerechtigkeitsliebe. Die Geistlichkeit, die erals Gegengewicht gegen die weltlichen Vasallen erhob, verdankt ihm in Deutschland ihre Macht; er verlieh ihr Herzogthümer und Grafschaften mit fürstlicher Gewalt.Unter ihm nahm derBergbau aufdem Harze s.Anfang. Magdeburg , wo er denDom baute, war s. Lieblingsaufenthalt. Er liegt in dem Dome begraben. S. Veh-se's „Leben und Zeiten K. Otto's des Großen" (Dresden 1829). Ihm folgte
Otto II., geb. 955, Otto s l. und der schönen Adelheid jüngster Sohn.Seine Brüder waren vor dem Vater gestorben. Dieser ernannte ihn zu seinemMüregenten rtnd ließ ihn zum römischen Könige krönen, sodaß Otto II. der ersterömische König war, den uns die Geschichte der Deutschen aufstellt. Er hatte vonseinen! Vater jenen heftigen, unsteten Geist geerbt, der sich mit großen Entwürfenbeschäftigt und zu ihrer Ausführung eilt, bevor sie noch völlig gereift sind. Da erschon im 29. Jahr seinen mißlungenen Entwürfen unterlag, so hatte er nicht dasGluck, die Welt mit den Übereilungen seiner Jugend auszusöhnen. In den erstenJahren führte Adelheid die Zügel der Regierung. Als O., der Abhängigkeitmüde, sich vom Hofe entfernte, brach ein Bürgerkrieg aus, an dessen Spitze seinVetter, der junge Herzog von Baiern , Heinrich, stand. O. verfuhr mit Strengegegen ihn, nahm ihm Baiern und verlieh es Otto von Schwaben (978), seinemNeffen, der dadurch zum Besitz zweier großen Lehen gelangte. Mit König Lotharvon Frankreich gerieth er über Lothringen in Krieg. Dieser überfiel ihn 978 inAacben; O. mußte sich zurückziehen, sammelte aber sogleich ein Heer, trieb LotharZurück, verheerte die Champagne und drang bis Paris vor, dessen Vorstädte erverbrannte. Auf dem Rückmärsche ward er zwar an der AiSne geschlagen, im I.980 aber schlössen sie Frieden, und Lothringen verblieb in seiner bisherigen Ver-bindung mit dem deutschen Reiche. In Italien suchte O. seine Macht dadurchfester zu begründen, daß er die Griechen aus dem Überreste des Exarchatg in Apu-
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