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Achter Band. O bis Q.
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Otto l.

Otteuseu

Ottensen, ein grosses und schönes Dorf in Holstein, nahe bei Altona ,mit 1500 E., dessen Kirchhof durch die 0>!räber Klopstock'S, seiner Meta und seiner1821 gest. Witwe, des Herzogs Karl Wilh. Feid. v. Braunschweig (s. d.),welcher bis 1818 in dem Grabgewölbe der Kirche ruhte, wie durch die Grabstätteder 1813 vertriebenen Hamburger, berühmt ist.

Otto I., Kaiser , der Große, Kaiser Heinrichs l. Sohn, war 912 geb.Gewaltig als Krieger und Eroberer, war er zugleich stolz und eigennützig. DieseEigenschaften machten ihm seine Bruder zu Feinden, und selbst seine Mutter so ab-geneigt, daß sie Alles anwandte, ihren zweiten Sohn Heinrich auf den Kaiserthronzu erheben. O.'S Festigkeit siegte jedoch über den Wankelmuth der Stande. Erward 936 in Aachen zum deutschen Kaiser gekrönt. Wenzel, dem er das Herzog-lhum Böhme» gegeben hatte, wurde von seinem Bruder BoleZlaus ermordet.Da O. sich weigerte, diesen anzuerkennen, so beschloß derselbe, Böhmen vonDeutschland unabhängig zu machen. Ein lljähriger Krieg begann, der durchHermann Billmig's, naebherigen Herzogs von «Lachsen, Tapferkeit 950 damitendigte, daß BoleslauS die OberlehnSherrlichkeit des Reichs anerkannte und sichlaufen ließ. Die Söhne des verst. Herzogs Arnulf in Baiern strebten ebenfallsnach Unabhängigkeit. O. besiegte sie und gab das Herzogthum Arnulf'S Bruder,Benhold (939). Herzog Eberhard v. Franken , durch einen königl. Ausspruch be-leidigt, verband sich mit O.'g Stiefbruder Tankmar, welcher zu den Waffen ge-griffen halte, weil O. die Grafschaft Merseburg , sein vermeintes Erbe, einemFremden gab. Sie hatten sich der Festung Eresburg bemächtigt. O. zwang siezur Übergabe, und Tankmar ward innerhalb der schützenden Mauern der Kircheneben dem Altar ermordet. Eberhard, der anfangs verbannt worden, später jedochsein Herzogthum wiedererbalte» hatte, erneuerte tue Fehde im Bunde mit O.'SBruder Heinrich, mit Giselbert von Lothringen , O.'S S chwager, und unterstütztvom König von Frankreich , Ludwig (t >n !, ,n,,,u). Herzog Hermann von Schwabenbesiegte sie (939); Eberhard siel m der Schlacht, Giselbert erkrank im Rhein , undder König von Frankreich schloß Frieden (910) und vermählte sich mit O.'s Schwe-ster, der Witwe Giselberrs. Graf Konrad v. WormS ward mit Lothringen belehnt und heirathete O.'S Tochter, Luitgard . Seinem Sohne Ludolf gab O.(919), nach des vorerwähnten Hermanns Tode, das Herzogthum Schwaben , undseinem Bruder Heinrich, nachdem die Mutter Beide mit einander versöbnt hatte,Baiern (941). Auch bei den Nachbarn erwarb sich O. durch seine Waffen Hoch-achtung. Die Dänen, welche in Deutschland eingefallen waren, wurden von ihmüber die Eider zurückgetrieben. Der König Harald konnte seine Krone nur unterder Bedingung retten, daß er Dänemark dem deutschen Reiche lehn- und tribut-pflichtig machte und das Christenthum annahm. In daHMeer, das Dänemark vonNorwegen scheidet — noch jetzt der Oltensund genannt <— stieß er seine Lanze,znm Zeichen, daß nur das Meer seine weiter» Fortschritte hemme. König Ludwigrief ihn zu Hülfe gegen seine aufrührerischen Vasallen, unter Anfuhrung des mäch-tigen Grasen Hugo. O. trieb die Aufrührer zu Paaren und befestigte seinesSchwagers Herrschaft. Die Italiener riefen ihn herbei, sie von den Bedrückun-gen Berengars !I. zu befreien. Er besiegte den Thronräuber und vermahlte sichmit des vorigen Königs Lotbar Witwe, Adelheid, worauf er (951) zu Pavia alslombardischer König gekrönt wurde. Diese zweite Ehe verwickelte ihn nicht nur inweitaussehende Kämpfe wegen des Besitzes von Italien (s. d.), sondern bewirkteauch, daß viele Ausländer an den Hof gezogen wurden, und seine würdigsten Fa-nulienmitglieder sich aus Mißvergnügen gegen ihn auflehnten. Sein wackerer S ohn,Ludolf von Schwaben, verband sich mit seinen, Schwager, dem Herzoge Konradvon Lothringen , jedoch weniger gegen den Vater als gegen den ränkevollen Herzogvon Baiern, O.'s Bruder, der Adelheids Gunst zu erhalten gewußt hatte. Den-