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Avidius
sämmtlich im elegischen Versmaße. Zuerst ,Imore«", römische Liebeselegien,dann die „.1,5 :,»»>»<>>" (Kunst zu lieben), und von den Mittel» gegen die Liebe(„l>cu>e,innii .unrui«"). Sie können auch olsBeitrag zur genauer» Kenntniß dessittlichverderbten Zustandes der damaligen römischen Welt dienen. Noch hat 0.sich in einer eigenthümlichen und seltenen Gattung nicht ohne Glück versucht. Wirhaben nämlich von ihm 21 sogen. Heroiken (s. d.), von denen aber einige sürunecht gehalten werden. Endlich schrieb er auch noch Elegien >>» eigentlichen Sinnedes Wortes, nämlich Klagelieder, oder Trauergesange (wie erste selbst benennt,,,'lbsti,,") und Driese („lPictoiae ex >b>,>»>"), ebenfalls im elegischen Vers-maße und verwandten Inhalts, sämmtlich in seiner Verbannung geschrieben.Man muß die ungemeinc Leichtigkeit bewundern, mit welcher O. sich auch in die-sen Gedichte» bewegt, obwol das Herz ihm so schwer war, und die Bürde desAlters schon auf ihm lastete. Darum ist es hier dem Sänger am ersten zu ver-zeihen, wenn der Strom seiner Verse öfters zwar breit genug, aber seicht stießt;Loch treffen wir auch hier und da auf Stellen, wo sich sein Gesühl wahr und leben-dig ausspricht. O. hatte nämlich bis in sein 50. Jahr fast einzig der Poesie unddem Vergnügen gelebt, wie es scheint, in angenehmen Verhältnisse» mit Ver-wandten und Freunden und gern gesehen an August'S Hofe. Durch seine aufden Geschmack der großen Menge berechneten Gedichte hatte er eine Berühmtheiterlangt, die seiner Eitelkeit nicht wenig schmeichelte; und so konnte er hoffen, dieletzten Jahre seines Lebens auf den leichtgewonnenen Lorbern seines Dichter-ruhms behaglich auszuruhen. Da zerstörte plötzlich der Bannstrahl, den AugustuSauf den Dichter schleuderte, sein ganzes Gluck. Er bekam den Befehl, Italien sofort zu verlassen. Getrennt von seiner Familie und seine» Freunden, von Ita-liens mildem Himmel, von der herrlichen Roma, mußte er in ein fernes Land,überg Meer, an die unwirthbare Küste des PontuS eupinuS, gen Ton», wo dierohen Geten wohnten, wandern. Die Frage, warum? hätte O. selbst am genü-gendsten beantworten können; aber er hebt den Schleier nur halb, und versichertau mehr als einem Orte, ein Versehen sei es, was ihm diese Verbannung zugezogen,aber keineswegs ein Verbrechen. Auch nennt er mehrmals seine Poesien die Ur-sache seines Unglücks. Gewiß waren seine üppigen Verse nicht der Grund der überihn verhängten Strafe; sondern er hatte, wie er selbst andeutet, Etwas gesehen,und dadurch den Zorn des AugustuS gegen sich gereizt. Manche meinen, eshabe dies einen strafbaren Liebeshandel der berüchtigten T. des AugustuS, Julia,betroffen. O. starb in Ton», nachdem er 10 I. in der Verbannung geschmachtethatte, in einem Alter von 00 I., nach Chr. 11. Noch findet sich in der Samm-lung der Ovidischen Poesien ein langes Schmäh - und Fluchgedicht, „Ibis" über-schrieben. im elegischen Versmaße, gegen einen Ungenannten. Einige andrekleinere Gedichte werden ihm niit Unrecht zugeschrieben. Aber manches Echte istauch verloren gegangen, worunter vorzüglich sein Trauerspiel „Medea". Unterdie guten Auüg. sämmtl. Ovidischer Werke und einzelner Gedichte gehört die vonNicol. Heinsiüs (Amsterdam 1658 — 61, 3 Bde., 12.), Verb. und mit Anmerk.von Burmann i1727, ebend., 4 Bde., 4.). Don derselben mit den HeinsiuS'-schen Noten und einem sehr vollständigen Wörterverz. besorgte Fischer eine neueAuSg. (Leipzig 1758 und 1773, 4 Bde.) Nach der Burmann'schen Recensionlieferte eine ÄuSg. der sämmtl. Werke Mitscherlich (Gött. 1796—98, 2 Bde.);die neueste ist von Baumgarten CrusiuS 1825. Von den „Metamorphosen" hatGierig eine brauchbare Ausg. mit einem ausführl. latein. Commentare geliefert(Leipzig 1804 — 7, neue Ausg. ebend. 1821—23, 2 Bde.), und derselbe auchvon den „IH.ti" (Leipzig 1812—14), und von den Trauergesängen und Briefen,ebenfalls mit erläut. Anmerk., Hartes (Erlangen 1772) und Oberlin (Skrasburg1778). Von den „Metamorphosen" hat Rode (Berlin 1791) eine deutsche Übcrs.