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„soll nicht bloß lehren, wie man alte Schriften lesen lernen könne, sondern sie lehrtauch die Bestandtheile derselben auseinandersetzen, so weit als möglich aufwärts dieQuelle einer jeden aufsuchen, und abwärts theils die Veränderungen, welche eineund die nämliche Schrift viele Jahrh, hindurch erlitten, darstellen, theils diejeni-gen Abweichungen, welche mehre verwandte Schriftarten nach der Trennung vomgemeinschaftlichen Sprachstamme erlitten, nachweisen". So erklärt sie Koppts. d.), dem Deutschland jetzt unter seinen Palaographen den Rang einräumt.Das Gebiet der Paläographie ist sonach alles Geschriebene, und folglich täglichwachsend durch die neuen Entdeckungen beschriebener Denkmäler in allen früherunz,«gängige,, Ländern; doch unterscheidet man sie jetzt dadurch von der Diplonia-tik, daß man dieser die schriftlichen, mit höherer Autvrisation versehenen Beglaubi-gung«- und Bestatigungsmittel der neuern Staatengeschichte (seit dem 5. Jahrh.)vorzugsweise zutheilt. Ihre wissenschaftliche Begründung verdankt die Palao-graphie Bernard v. Montfaucon, der durch s. „st.il-wo^rajffnn dein bis-
her unsichern Verfahren eine Regel, den einzelnen Forschungen einen Kern gab, anden sie sich anlegen konnten. Leider ist das Exemplar dieses Werks, das d'Ansede Dilloisson besaß und mit Nachträgen aller Art bereichert halte, kurz vor dessenTode spurlos verschwunden. — Barthelemy, der Verf. der „Reisen des Anachar-sis", gab zu dieser Grundlage s, „lössai il'nue iialcoAiapliie »unüiun.iixsn,-"(„>lä,u. >le läxaxl. >l<>* in-wr.", I. XXIV, 30) und brachte dadurch die Paläo-graphie der semitischen Sprachen auf einen Standpunkt, der dem der classischenentsprechend war. Hegel in seinen paläogr. Fragmenten („Über die Schrift derHebräer und Griechen", Berl. 1816) und Hartmann in Rostock in s. „Unter-suchungen über asiatische Denkmäler" haben schätzbare Beiträge zu dieser Wissen-schaft geliefert. Die größte Schwierigkeit bieten überall die zusammengezogenenSchriftzüge, die in lat. Urkunden u. d. N. der tironischen Noten bekannt und biszum 10. Jahrh, im Gebrauch gewesen sind. Nach manchen weniger glücklichen,oft verzweifelten Versuchen, haben sie durch Kopp'S Scharfsinn eine bewunderns-würdige Lösung erhalten. Bei den Vorträgen, welche Pros. Hase zu Paris überneugriech. Sprache bei der Schule der lebenden morgenländ. Sprachen hält, pflegter auch Paläographie der griech. Handschriften und graphischen Denkmäler zu leh-re», und ein Studium anzuregen, das in Frankreich seit den Benedictmern vonSt.-Maur mit besonderer Vorliebe gepflegt worden ist. Das Interesse, das eseinflößt, hat auch in Deutschland ihm mehre Liebe gewonnen; doch fehlt überhauptnoch ein Werk, das mit einem Blicke die Elemente dieses Faches vor Augen legte.I» Velasguez (Madrid 1752, 4.) und Buriel's „l'<,loe>c;ra<ia ezp.unob," (Ma-drid 1758, 4.), in Joachim'« „Einleit. zur deutschen Diplomatik" (Halle 1748,3. Aufl. 1785), ein „Alter Beitrag zur praktischen Diplomatie für Slawen",finden sich vereinzelte Stoffe, deren Anwendung Kopp in den „Bildern und Schrif-ten der Vorzeitü durch s. Beispiel gelehrt hak. An Genauigkeit und gewissenhafterTreue der Darstellung wird dieser Meister in der Kunst des Lesens von Wenigenerreicht. Für Steinschriften des griech. Alterthums darf man durch das zu Ber-lin erscheinende „Ourziur I»scrss>tio»un>" von Böckh sich reiche Beitrüge ver-sprechen. 19.
P a l ä p h a t u s, ein vorhomerischer Dichter Athens . Ein andrer Palä-phatuS, wahrscheinlich aus dem 4. Jahrh., nach Einigen aus Athen , n. ?(.aus Paros oder aus Priene, hinterließ 5 Bücher über unglaubliche Dinge,worin Mythen allegorisch erklärt werden. Gewöhnlich mit Äsop zusammen-gedruckt, einzeln am besten von Fischer, Leipz. 1789.
Palapra t(IeandeVigot), ein beliebter Dichter, geb. zu Toulouse 1650von guter Familie, erhielt einige Male den Preis in den ssnx lloiuux; dadurchreifte der Einschluß in ihn», sich ganz der Dichtkunst zu »reihen. In seinen» 25.