Paliinpsesten
PalinuruS
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Palimpsesten, wieder überschriebene Handschriften, oockieesrexoripti
(von ^x,» und ss,--°), haben in der neuesten Zeit durch die glücklichen Erfolge desMvnsignsre Majo (s. Manuscripte u. Majo), um den Inhalt der ursprüng-lichen zu erforschen, die Aufmerksamkeit der Gelehrten und Bibliothekare sehrlebhaft auf sich gezogen, und man darf hoffen, daß die großen, noch wenig durch-suchten Handschristensammlungen zu Rom, Neapel, Oxfoid, Cambridge r^nochManche Trümmer der alten Literatur uns geben werden, die so dem großen Schlff-bruche entgangen sind. Bei der Theurung des Schl'ewmateriass, welches dieAlten anwandten, war es natürlich, daß man aus Mittel dachte, einmal gebrauch-tes Pergament oder ägyptisches Papier noch einmal brauchbar zu machen. Derauswischende Schwamm war schon zu Augusts Zeiten nicht unbekannt. Perga-ment konnte man abkratzen, und ein eignes Schabemesser (rssorium) gehörte zudeni Apparate der Abschreiber. Das so abgeschabte Pergament ward dann mitBimsstein abgerieben, um bequemer darauf schreiben zu können. Glücklicher-weise ist die ursprüngliche Schrift oft so leserlich geblieben, daß sie dem bloßen Augenoch sichtbar erscheint, oder durch Nachhülfe trockener chemischer Mittel wiederdeutlich hervortritt. Da die Abschreiber des Mittelalters (wo der Bedarf desDchreibmaterials, wegen der häufigern Nachfrage nach Chorbüchern, Missalen rc.,fühlbar wurde) das ursprünglich große Pergament oftmals umbrachen, so findetsich die neuere Schrift zuweilen über die alte quer hinweglauftnd, sodaß die altenund neuen Zeilen sich kreuzen (so in einer Schriftprobe bei Kopp: „Bilder undSchriften der Vorzeit", Thl. 1, S. 192), oder daß man die alteSchrift aus denKopf stellte (so in den Fragmenten des Ulphilas, im Fragmente des Phaeton w.).Der steigende Eifer für alle Überreste der classischen Literatur richtete den Fleiß derGelehrten auf diese aufgehobenen Schätze, deren Fragmente aber die Mühe derGewinnung nicht zu lohnen schienen. Majo überzeugte die europäischen Gelehrtenburch den Front» und einige andre Arbeiten, die noch gehaltreicher waren, einesBessern; seitdem haben die Auffindunaen des Fragments aus dem „Phaeton desEuripides, der Reste von Cicero's Büchern „l)o republica", Peyron's Entdeckun-gen u.A., das Interesse für Zerstörungen vermehrt, die uns, wie die 1 .ava des Ve-suv «, sonst verlorene Schütze erhalten ^aden. (S. Manuscripte.) 19.
Pa lindromon, ein Vers oder eine Zeile, welche vorwärts und rück-wärts gelesen denselben Sinn gibt-Mein KrebSverS. Z. B. der bekannte, denman deu, Teufel in den Mund leqt: 'Agna te zigua, iemeie ,r>e t->ng .5 et sox.s(kreuze dich, kreuze dich nur, du berührst und quälst mich vergebens).
Palingenesie, griech die Wiedergeburt. Wir bezeichnen damit tM--nehmlich die Übergänge, die wir im Reiche der Insekten wahrnehmen, vermögederen ein Insekt, z. B. die Raupe. Flieae rc., in einer völlig veränderten GestaltWiedererscheint.
Palinodie. ein (besonders poetischer) Widerruf Dessen, was man gegenJemand Schimpfliches oder Falsches gesagt hat. So schrieb Stesichorus eine Pa-»nodie s. SchmähgedichtS auf die Helena , wofür er mit Blindheit gestraft wordenwar, und erklärte alle in demselben enthaltene Beschuldigungen für unwahr.^Palinurüs, Steuermann des ÄneaS auf seiner Fahrt nach Italien , ein"Dvhn heg Iasius. Bekannt ist die Dichtung, nach welcher der Gott des Schluss'unter der Gestalt des PhorbaS, denselben in dem Augenblicke, wo das Schiff sichA erwünschten.Küste nähert, mit täuschender Gewalt einschläfert und m dasMeer stürzt. Äneas sah den verlorenen Geführten in jenem berühmten Gesichte. ^er, in welchem die Schatten der Unterwelt vor seinen Augen vorübergingen,d erzählte ihm, wie er sich zwar aus dem Wasser gerettet habe, aber an de^uste des untern Italiens von den Lucancrn erschlagen worden sei. Als die Lu-caner spater von einer Pest heimgesucht wurden, errichteten sie dem P. ein Eh-
Eonversi>tion;,rexicvn. Bd. viu. ^