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Achter Band. O bis Q.
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PaleS Palette

lind zählt 400 Studirende; sie hat e. Sternwarte, Münzsammlung rc. Auch ist hiereine Akademie der Wissensch. Die Stadt sendet die meisten sicstian. Erzeugnisse:Weizen, Dein, Ul, Südfrüchte, Manna rc., an das Ausland, und versorgt die Imsel mit Specereien und Mauusacturwaaren. Die palermische Seide wird in derUmgegend gewonnen und gewöhnlich roh versendet. Palermo ist von den häufigenErdbeben der dortigen Gegend nur 2 Mal, 1. Sept. 4726 und 5. März 1823,bedeutend erschüttert worden. Die Kaiser Heinrich Vl. und Friedrich II. sind inder Domkirche beigesetzt. Als man 1781 bei einer Ausbesserung die porphyrnenSärge an einen andern Bi t brachte und öffnete, fand man die Leichname fast ganzunversehrt, und auf ihren Kleidern Inschriften in der heutigen arabischen Cursiv-schrift. In, Juli 182» erregte hier eine Faction des Adels, welche Sicilien eineeigne Cvnstitulion geben wollte, einen blutigen Aufstand.

PaleS, eine der italischen Feldgottheiten, die Geberin guter Bergweideund Schlitzen» der Heei den vor Seuchen und Raubthieieii. Nach Einigen ist sieuiänul. Geschlechts und ein Sohn deü Jupiter . Sie wurde als Hirteiigöltin miteine», Stäbe und einem Kranz auf dem Haupte vorgestellt, und bald unter Bäu-men, bald in eignen Tempeln verehrt. An ihrem Feste ward zugleich der Grün-dungStag Roms gefeiert (21. April). Man opferte ihr Milch und Hirsekuchen.

Pale st ri » a (Giovanni Pietro Aloisio, oderPerluigi da), der berühmtesteMeister der alten römischen Musikschule, geb. 1529 zu Palestrina , dem alten Prä-neste, daher sein Beiname: il Prenesiino, studiere die Musik unter einem Meisterder vor ikm berühmten gallisch-belgischen Schule, den Einige Gaudimel nennen.Sein Genie erhob ihn bald zu dem Range eines der ersten Tonsetzer, welcher einegroße Reform in der Kirchenmusik hervorbrachte. Gegen die Mitte des 16. Jahrh,war die Mustk in Künstelei und leeren Schall dergestalt ausgeartet, daß PapstMarcelOis II. schon im Begriffe war, sie aus der Kirche zu verbannen, als P.,der die wahre Bestimmung der kirchliche» Musik richtiger aufgefaßt hakte, denPapst um die Erlaubniß bat, eine seiner Arbeiten vor ihm ausführen zu dürfen.Der junge Tonfttzer ließ am -Ostersonntage 1555 eine Lstimmige Messe (die nochvorhandene äli»v, äl.ncelli) aufführe», die durch ihre Würde lind einfacheSchönbeit den Papst von seinem Borsatze abbrachte. Seitdem wurde die Musikwesentlicher Cultus der kaihol. Kirche. Der Papst und dessen Nachfolger Paul I V. trugen ihm nun auf, eine Anzahl äbnlicher Compositionen für ihre Capelle zu ver-fertigen. 1562 wurde P. zum Cavellmeister von -Lania-Maria-Maggiore, und1571 zum Capellmeiiler von iLt.-Peter ernannt. Dieser Periode haben wir dengrößten Theil seiner Meisterwerke zu verdanken. Sein Styl (nlln I'aw-», !,>.-> ge-nannt) siegte über die flaiiiländische Schule, die damals durch ganz Europa in An-sehen stand. Über P.'S Styl s. m. die „Leipz. mustk. Zeit.", 181-1, S- 35. P.starb am 2. Febr. 159-1 und ward mit großer Pracht in der Pererskirche am Fußedes Altars des heil. Simon und Iuda beerdigt, wo sein Grabmal die Inschrift hat:,, Iiuiiiui-k l'ulc>»riiu>, äluiD-.'iu l'i innepi,". Noch jetzt werden die

Werke dieses Patriarchen der Harmonie und HaupkeS der alten ital. Schule inItalien oft vorgetragen; namentlich zu Rom alljährl. in der st'ptinischen Capelle s.8stimmigcr Gesang: „I r-ilres cnin, uoaopi", nebst dem „8n,l,at iinilei" undden „Improprien". Die meisten Werke P.'S liegen im Archive der Peterskirche ver-schlossen. Der päpstl. Capellmeister Gins. Baini hat 2 Bde. histor.-krit. Memoi-ren über das Leben und die Werke P.'S (Rom 1829) herausgegeben.

Palette (Pallette), eine dünne, ovale Scheibe von Holz oder Elfenbein,worauf die Farben gesetzt und nach dem jedesmaligen Bedürfnisse sogleich vom Ma-ler während der Arbeit gemischt werden. Man sagt, „ein Gemälde verrathe diePalette", um die Wahl oder Mischung der Farben zu tadeln , als ob der Künstlerdabei mehr s. Palette als die darzustellenden Gegenstände zu Rathe gezogen.