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Palm (Johann Heinrich von der)
weil s. Name nicht mit der Firma seiner Buchhandlung zusammentraf. Er hättelangst sich flüchten können und that es nicht; als er überhörte, daß der augsburgerBuchhändler verhaftet sei, begab er sich von Nürnberg , dar ungeachtet des Frie-dens noch von franz. Truppen besetzt war, nach der damals preuß. «Stadt Erlangen .Nach wenig Tagen jedoch trieb ihn die Sorge für s. Familie nach Nürnberg zurück,wo er sich indeß nicht öffentlich sehen ließ. Da erschien ein armer Knabe im Buch-laden mit einem Zeugniß angesehener Männer und verlangte Almosen für eine Sol-datenwitwe. Er drang darauf, P. selbst zu sprechen. Der arglose P. ließ ihn zusich kommen und theilte ihni eine Gabe mit. Kaum hatte sich aber der junge Bett-ler entfernt, so traten 2 franz. Gendarmen, die durch tiefen Kunstgriff P. über-raschten, in den Buchlaten, drangen in P.'sZimnierund führten ihn mit sich zumfranz. General. Er ward über die Flugschrift befragt und sagte aus, was er nochin der Stunde s.Tode« betheuerte, daß sie ihm von fremden Buchhandlungen, ohneBenennung, zur weiter,! Spedition nach Buchhändlergebrauch in verschlossenenPackele» zugesandt worden sei. Da er nicht entdecken wollte, woher er sie erhalten,so ward er in ein Zimmer gesperrt, und den Tag darauf, wie er ging und stand, ineiner Chaise nach Anstach zum Marschall Bernadotte geluacht. Hier schlug manihm das verlangte Gehör ab. Der Adjutant des Marschalls erklärte, P.'s Ver-haftung gründe sich auf einen unmittelbaren Befehl von Paris . Er wurde hieraufnacb Braunau (welches die Franzosen noch nicht an Östreich zurückgegeben hakten)geschafft. Dasvon s. Gattin an den franz. Gesandten in München gerichtete Bitt-schreiben, in welchem sie bewies, daß außer dem nach Augsburg spedirten Packeteauch nicht ein Exemplar der Flugschrift von der Stein'scken Handlung verkauftworden sei, blieb unbeantwortet. Aus eine ähnliche Vorstellung an den MarschallBerlhier erfolgte der Bescheid, daß nichts mehr zu thun sei. Der Proceß wurde sobeeilt, daß das außerordentl. Kriegsgericht schon am 26. Aug., nachdem P. in 2Verbören s. Unschuld daraethan zu haben glaubte und s. Loslassung erwartete, dasTodesurtheil aussprach. Für P. hatte, ungeachtet das Urtheil dies behauptete, keinVertheidiger gesprochen, da der von ihm erbetene nicht erschienen war, und dasKriegsgericht ihm einen zu geben nicht für nötbig gefunden batte. Ein Dolmetscherleitete die Verhöre. P. war bei seiner ersten Behauptung standhaft geblieben; auchfand sich in der ihm zur Last gelegten Schrift kein Aufruf zum Aufruhr oder Meu-chelmorde. Er glaubte daher, als man am 26. halb 11 Ubr Mittags s. Kerkeröffnete, man werde ihm s. Freilassung ankündigen. Statt Dessen ward ihm dasTodeSurtheil vorgelesen, welches noch denselben Tag um 2 Uhr vollzogen werdensollte. Vergebens ward der General Sk.-Hilaire von braunauer Frauen und Kin-dern um Aufschub angeflebt. Der Kaiser allein, hieß es, könne begnadigen, wenner zugegen wäre. Dieser habe das Todesurtheil ausgesprochen und die unaufschieb-bare Vollziehung anbefohlen. Indeß haben angesehene franz. Offieiere ausdrück-lich erklärt, daß nicht Napoleon , sondern daß Berthier der Urheber dieses Justiz-mordes gewesen sei. P. starb als Märtvrcr. Der Brite steuerte milde Beiträgefür die Familie des Gemordeten; in Petersburg trugen der Kaiser und die KaiserinMutter zu einer Sammlung beiz einzelne Städte: Berlin, Leipzig, Dresden, Ham-burg und Dorpac thaten Dasselbe. Der Name Palm entflammte den Zorn derdeutschen Krieger zu blutiger Rache. Ein Sohn des Unglücklichen trat 1813in die Schar der Freiwilligen. k.
P a l m(Johann Heinrich von der), Pros. der oriental. Sprachen ».Predigerzu Leyden und Ritter des belgischen Lowenordens, geb. 1763 zu Rotterdam , einMann von umfassender Gelehrsamkeit und gebildetem Geschmack, gehört zu denclassischenSchriftstellern Hollands , so ausgezeichnet als Prosaist, wieBildcrdrk alsDichter. Die Revolution von 1787 vertrieb ihn von seiner Landpfarre i» Zeeland ;ein reicher Gutsbesitzer auf der Insel Walchcrn ward sein Mäcen, bis er 1795 den