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Achter Band. O bis Q.
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216 Palina Palmella

Ruf nach Leyden ehielt. Später war- er Agent der Nationakerziehung und erhieltauch den Lehrstuhl der britischen Poesie und Beredsamkeit. Der König Ludwig v.Holland ernannte ihn zum Mitgliede des Instituts, zum Ritter und Sprecher desUnionsordens; die Rede, welche er bei der Stiftungsfeier des Ordens sprach, istmeisterhaft. Unter vielen schätzbaren Werken von ihm ist ausgezeichnet s. „Histor.Denkmal der Restauration Hollands im I. 1813"; es erhielt den vom Viceadmiralvan Kingsbergen für diesen Gegenstand ausgesetzten Preis und gehört zu den treffelichsten Erzeugnissen der holländischen Literatur. Seine Charakteristiken sind vollLeben und Wahrheit, in einer Kraft der Darstellung, welche den Sallust zum Vor-bilde nahm und hinter demselben nicht zurückbleibt. ZuAmsterd. 1805 gab v. d. P.eine neue Ubers. des Propheten Iesaia« mit e. Tommentar (3 Bde.) undseit 1818 eine neue holländ. Übersetzung der Bibel mit Anmerk. heraus.

P alma (Giacoino), mir dem Zunamen vereinn (der Alte), Schüler Titian's ,einer der berühmtesten Maler des 16. Jahrh., geb. zu Bergamo 1540, gest. 1588zu Venedig . Diese Stadt besitzt die trefflichsten Werke von s. Hand, z. B. -die heil.Barbara. Vorzüglich rühnitman s. Bildnisse. Sein Neffe, Jakob d.J., l'.>I,»el i-rgenannt, studirte zu Rom uach Rafacl, und malte dasWeltgericht in dem Saale desScrutiniuniS zu Venedig . Auch radirte er. Er starb 1624 im 84. I. s. Alters.

Palme (von ;>»l„n>, die stäche Hand), jn Niederdeutschland ein Längen-maß, um die Dicke der Rundhölzer auf Schiffen danach zu bestimmen. Jn Ham-burg hält sie 42z Linien pariser Maß, wenn man den Umfang mißt, oder 124solcher Linien, wenn mau den Durchmesser mißt. Jn Holland und Norwegen hältsie nur 39^ö solcher Linien, und 3 Palmen machen daselbst 10 Zoll 2 Liniendänischen Maßes. In Italien ist die Palme (pul,»») eine Spanne.

Palmella (Don Pedro de Sousa-Holstein, Graf, dann Marquis v.), k.portug. Staatsminister. Er machte sich zuerst durch die Festigkeit bekannt, mit wel-cher er (1808) aufNapoleons Frage zu Bayonue: „Nun, Ihr Portugiesen, wolltJhrSpanier sein?" einstolzeS: „Nein, Sire!" zur Antwort gab. JnderFolgetrat P. unter Europas Diplomaten bei dem Congresse z» Wien 1814 als portug.Bevollmächtigter und Mitglied des Hauptvereins der 8 Mächte, welche den Friedenvon Paris unterzeichnet hatten, auf, sowie später bei dem Congresse zu Paris 1815.Als Lord Castlereagh im Febr. 1815 zu Wien die unmittelbare Abschaffung desNegersklaveuhaudelS verlangte, erklärte P., daß Portugal erst nach 8 Jahren dareinwilligen könne, wenn England einigen Punkten des Vertrags nnt Portugal vom19. Febr. 1810 entsage. Am 13. März 1815 unterzeichnete er dieÄchtungSurkundcgegen Napoleon und ging hierauf als Botschafter an den großbrit. Hof, ward aberschon 1816 in Brasilien zum Staatssecretair für die auswärt. Angelegenheiten er-nannt. Im Febr. 1818 begab er sich nach Paris , um mit dem span. Botschafter,dein Grafen v. Fernan-Nunez, den Streit über die Räumung von Monte-Dideobeizulegen. Als die Revolution in Portugal ausgebrocheu war, erlaubten ihm dieCorteS, auf Reisen zu gehen. Nach dem Sturze der Constitution am 27. Mai1823 gab ihm der König die Leitung der ausw. Angelegenh., den Vorsitz im Mini-sterium und den Titel Marquis. (Vgl. Portugal.) Auch entwarf, auf des Kö-nigs Befehl, eine Junta unter P.'S Vorsitz eine constitutionnelle Cbarte, fast die-selbe, welche D. Pedro den 23. April 1826 denPortugicsen gab. Dadurch wurdedieser hell und gemäßigt denkende Staatsmann der Königin und dem Generalissi-mus der Truppen, Jnfanten Don Miguel, sowie der apostolischen Junta und denAbsolutisten in Spanien verhaßt. Der König legte daher den Entwurf bei Seite.Da nun auch der neue franz. Minister, Baron Hyde de Neuville , und der britische,Sir Edw. Thornton, jeder für die Zwecke seines Hofes, das politische System deslissaboner Cabinets zu lenken suchten, so kam P. in eine schwierige Lage, welchedurch die Trennung Brasiliens von Portugal noch verwickelter wurde. Am 80. April