Band 
Achter Band. O bis Q.
Seite
223
JPEG-Download
 

Panard Panckoucke 223

Süd- und Nordamerika ; sie ist 12 Meilen breit. Man hatte Plane entworfen, umhier die Andenkette zu durchschneiden; allein die topographische Commission fand1829, ungeachtet der stille und der atlant. Ocean in gleicher Fläche liegen, die Ca-nalverbindung sehr schwierig, und schlug vor, die Schifffahrt auf dem ChagreS-sinsse für Dampfschiffe einzurichten, und die von Cruzes nach Panama erbauteStraße, die kaum 7 Meilen beträgt, für Wagen aller Art fahrbar zu machen. Be-reits wird P. mit Portobello durch eine Eisenbahn verbunden. Die Provinz Pa-nama (16-10HM.), ehemals eine Intendantur des span. Aencralcapitanaks Gua-temala, bildet jetzt nebst der Provinz Veragna das Depart. Istniv in der RepublikColombia. Die feste Hauptst. Panama (25,000 E., mit einem Hafen am stillenMeere) in einer ungesunden Gegend, hat ein BiSthum, eine gel. Schule, und ist dieHauptniederlage südamerik. Handelswaaren. Über den daselbst am 22. Juni 1826eröffneten Congreß s. Südamerikanische Revolution.

Panard (Charles Fran-wis), ein Dichter, geb. 1690 zu Courville beiChar-tres, der Vater des moralischen Vandeville. Marmontel hat ihn den Lafontaine desDaudeville genannt: er glich diesem Dichter auch in seinem uneigennützigen, ein-fachen und sanften Charakter. Die Pfeile s. Witzes richtete er gegen dasLaster, nichtgegen den Lasterhaften. Er starb, allgemein geachtet, 1765. 1763 erschienen vonihm „ I beätre et Oeuvres diverses" (4 Ddehn.), welche 5 Lustspiele, 13 komischeÖpern und viele kleine Gedichte w. entkalken. Man findet in allen Leichtigkeit,Natur, Innigkeit, Witz, aberauch.Nachlässigkeiten, Langweiliges und Fehler gegenSprache und Dichtkunst. P. schlief über dem 'Weine ein; man weckte ihn undverlangte Verse; mit schwerer Zunge stammelte er die liebreichsten Couplets, bis ihnder Schlaf aufs Neue überwältigte. An den morgenden Tag hat er nie gedacht;man kleidete ihn; seine Freunde gaben ihm Speise und Trank. Armand Gouffühat „Oeuvre?« obvisies de stumnd" (3 Bdchn.) herausgegeben.

Panathenäen (Panathenäa), Feste, welche zu Athen der SchutzgöttinMinerva gefeiert wurden. ErichthoniuS, der sie stiftete, nannte sie Athenäen (Ei-nige leiten sie vom Orpheus ab); als TheseuS aber die Bewohner der 12 Bezirke indie Stadt rief, um diese zu vergrößern, erhielten sie den Namen der Panathenäen,weil nun das gesamnite Volk der Athener daran Theil nahm. Man unterscheidetdie großen und kleinen Panathenäen, von denen erstere alle 5 I., letztere jedes I. ge-feiert wurden. Bei beiden gab es dreierlei Spiele, die von den 10 Athlotheten ge-leitet wurden: am ersten Tage Wettrennen mitFackeln im CeramicuS, am 2. gymna-stische Übungen und Luftgefechte mit Schiffen, am 3. musische (geistige) Wettkäm-pfe, als Musik, Deklamation, dramatische Vorstellungen. Ein Kranz von Ölzwei-gen aus der Akademie lind ein Gefäß voll des besten Öls waren des Siegers Preis.Dann folgten die Opfer und der Öpferschmaus. Die größer» Panathenäen unter-schieden sich von den kleinern nicht nur durch größere Pracht und längere Dauer,sondern vornehmlich auch durch den feierlichen Anfzug, unter welchem der heiligePeploS, ein Teppich oder Decke, von Jungfrauen geweiht und aus weißer Wollegefertigt, mit goldener Stickerei, welche dieGigantomachie vorstellte, aufdie Akro-polis in den Tempel der Göttin gebracht, und womit die elfenbeinerne Statue der-selben bedeckt wurde. Auch wurde dieser Peplos an dem Feste der Panathenäen alsSegel an einem Schiffe befestigt, das durch verborgene Triebwerke sich selbst überdie Straßen fortbewegte und im feierlichen Zuge begleitet wurde. Das Fest war soheilig, daß man an demselben Gefangene aus dem Kerker befreite und verdienst-vollen Männern goldene Kronen zur Belohnung reichte.

Panckoucke, Buchhändlerfamilie in Paris . Der Großvater des noch le-benden Buchhändlers Charles P. hieß Andreas Joseph und war 1700 in Listegeb., wo er 1753 starb; er verlegte nicht allein Bücher, sondern schrieb auch frei-sinniger, als es sein Beichtvater wollte, der ihm daher nach seinem Tode ein ehrli-