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224 Pancratium Pandora

ches Begräbniß streitig machte. — Sei» Sohn, Karl Joseph, geb. 26. Nov.1136 in Liste, ein lebhafter, geistreicher Kopf, fühlte sich in s. Vaterstadt für s. gro-ßen Entwül-fe z» beengt. Er eilte nach Paris , wo er sich durch einige kleine Schrif-ten bereits Vortheilhast bekanntgemacht hatte, und wo s. Haus 1160 fg. bald derVereinigungspunkt der ausgezeichnetsten Köpfe wurde. Der „älerouit! üu k'rsnco"kam in s. Hände, und er hob diese Zeitschrift so, daß die Zahl der Abonnenten bisauf 15,000 stieg. Von jetzt an findet man P.'s Namen bei vielen großen Unterneh-mungen des franz. Buchhandels jener Zeit. Wir nennen von ihm: Buffon's Werke;„ 1,0 grumt voonbulniio siuxesiz''; die Sammlung von Reisen von Laharpe;die „I'uievolcgiLilie metlxuiigne"; auch gab er dein» Ausbruche der Revolution dieZdee zum„Moniteur", dessen Eigenthum und Verlag noch gegenwärtig seiner Toch-ter, Mad. Agasse, gehört. P. starb am 19.Dec. 1199 in einem Alter von 62 I.

— Sein Sohn Charles (Louis Fleury), geb. zu Paris den 26. Dec. 1160, ge-hört ebenfalls unter die ersten pariser Buchhändler, sowie er einer der thätigstenund in f. Unternehmungen einer der glücklichsten ist. Die wichtigsten der von ihmVerlegten Werke sind das „l)>ctic>»»!>nv ües soieuoes mülliosle^" (60 Bde., 1810

— 22, und fortwährend Supplemente), die „Violoiie!. ot rcmgmtes üe-, .umüex

und insbesondere die AuSg.im Wege desBuchhandelS von deni großenWerke über Ägypten, das Napoleon auf Kosten des Staats anfangen, und LudwigXVIII. vollenden ließ. Sie besteht aus 25 Bdn. Text und 900 Kpfn. in Atlas-formar und gr.Fol. Auch hatP. den Tacitusübers., wovond.l.Bd., „Oe, >»»„!«!",nut einem Comment, und Atlas in einer Prachtausg. erschien.

Pancratium (der Allkampf), ein Wettkampf der alten Griechen, beiwelchem alle 4 Kampfarten (Pentathlon, s. Gymnasium) angewendet wurden;defigl. ein Wetkkampf, bei welchem man kein Mittel unversucht ließ, den Sieg zuerringen, wo man rang und zugleich mit der Faust kämpfte, auch ein Kampf aufLeben und Tod.

Pandämonium, derallgemeineTempelfürGötterundHalbgötterbeidenAltei,; Versammlung derDämonen. So heißt auch, um dieOhren derDamen,welchees besuchen, zu schonen, das 1828 eröffnete, prachtvoll meublirte SpielhaitS in derStraße St.-Iameszu London . Ehemals nannten die Engländer ein Spielhaus klcll.

Pandekten (-r-^, Alles, u. zusammenfassen), ein Theil des

<X>r>> uz j uri.<i c i v i I i x (s. d.); sie enthalten eine systematisch geordnete Samm-lung aus den Werken römischer RcchtSgelehrten über Rechtsgegenstände, welcherKaiser Iustinian, auf dessen Befehl sie unternommen wurde, im 1.533 gesetzlicheKraft ertheilte, indem er alle bisher gültig gewesene Schriften der RcchtSgelehrten,sowie frühereRechtsversammlungen, abschaffte. Man nannte sie auchl1igc«w, vontilge, t-rc (ordnen), weil das in jenen Werken Zerstreute zusammengefaßt werden sollte.

Pandem os, griech. Beiname der Venus. Theseus stiftete in Athen dieVerehrung der Venus PandemoS, als er die verschiedenen Stämme oder Flecken(ä^o,) dieser Landschaft zuerst in ein Ganzes verband. Nach A. kam dieser Bei-name daher, weil der Tempel der Venus sich am Markte, dem Dersammlungsplatzedes ganzen Volks (v«^7-o<; S^ov), befand; nach A. endlich, weil dieser Tempelvon Solo» von dem Gelde, welches die öffentlichen Mädchen bezahlen mußten, er-baut worden war. Allein Venus wurde als PandemoS auch an a. O. schon von denältesten Zeiten an verehrt. Merkwürdig war das Bild der aus einem Bocke reiten-den Venus PandemoS zu EliS, neben dem Bilde der Venus Urania. Hier erscheintdie Venus Pandemos im Gegensatz der überirdischen Liebe als das Symbol der ge-meinen Liebe und sich Allen preisgebenden Sinnlichkeit; in dieser Bedeutung nimmtman den Ausdruck Venus Pandemos noch jetzt, wenn man die Sache selbst nichtdeutlicher bezeichnen will.

Pandora, die Allbegabte, also benannt, weil jeder der Olympier sie