238 Papiergeld
durch einen Engländer ausgebildete, jetzt auch in Berlin ausgeführte Erfindung,Papier in jeder beliebigen Länge, Breite und -Ltärke zu fertigen und nicht wie bis-her in einzelnen Bogen zu schöpfen. Joseph Corty fleht an der Spitze einer solchenPapierfabrik, die er aufAcrien errichtet hat.—Papiere zum Schreibe», Zeichnen,Zuckerpapier, Preßspäne werden aus Masse gemacht, deren Gährung nicht bis zurFäulnis; fortgesetzt ist. Sie sind derb, hart, elastisch. Druckpapier, Kupferstich-papier, Kartenpapier sind aus gefülltem Brei bereitet und weicher. Buntes Papierist entweder aus farbigen Lumpen oder gefärbtem Ganzzeuche gemacht, oder wirdnach dem Trocknen gefärbt, gemalt, gedruckt; dahin gehören: türkisches (wahr-scheinlich eine deutsche Erfindung), Marmorpapier, Tapeten. Das weiße Papiertheilt man nach der Größe in Royalpapier, das größte, Medianpapier, orkinaireSPapier und Cavalierpapier, welches das kleinste und zum Bricsschreiben bestimmtist.— Nach ihrer verschiedenen Bestimmung theilt man die Papiersorten in Schreib-,Druck-, Papp- und Löschpapier oder Maculatur. DasDruckpapier ist ein uuge-leimkes, starkgefaulteS Papier ; das Löschpapier ein ungeleimteS, graues. DasSchreibpapier zerfallt in Notenpapier, welches dick ist; in fein, mitrelsein oder or-dinair Schreibpapier (das Post- oder Briefpapier ist eine feinere Sorte); fernerKanzleipahier und Conceptpapier, ein Schreibpapier von geringer Güte. Gold-und Silberpapier ist auf einer Seite mit Metallblättchen überzogen. Maroguin-papier hat rothe Lederfarbe und eingepreßte Narben. Pro Patria hat seinen Na-me» von den; so lautenden Wasserzeichen. Steinpapier oder Sreinpappe, ein durchbeigemengte Erde oder Eisenocher unverbrennlicheS Papier . Das schone Landchar-kenpapier Hr.nul ('.olnn.lüin >1' .Vnnon.i v hat von der berühmten Fabrik Annouanim Depart. der Ard che den Nanien. Velinpapier, von starker, weißer, sehr gleich-forniigerMasse, sonst auch schweizer, engl. oder franz. Papier genannt, unterschei-det sich von dem gewöhnlichen Papiere besonders dadurch, daß es auf einer ganzglatten, nicht mit Drath bezogenen Form gemacht wird, daher keine Reifen hatund dem feinen Schreib- oder Zungfernpergament (franz. Velin) ähnlich sieht. Ei-nige schreiben dieErfindung desselben dem franz.BuchdruckerDidot (Nk>2), Andredem Erfinder des Luftballs, Mongolfier (NKs,), zu. — Außer den Lumpen sindnoch viele Pflanzenstoffe zur Papierbereitung geschickt. l>. Schässer, Superinten-dent zu Regenoburg, machte 17k5 in seinen Versuche» Papiere bekannt, welcheaus Pappelwolle, Wespennestern, Hobelspäne», Hölzern, Moosen, Flechten,Stroh, Disteln, Rohrstängeln, Nußbaumblätteru bereitet waren. Senger em-pfiehlt dazu grüne Wasseifaden, tAncko,,,; Loschge die Lohe mit wollenen Lum-pe» zum Packpapier. Die Chinesen nehmen Bambus, Maulbeerbaumrinde,Seide; die Japanesen von der Papierbaumrinde, äl<» n-> i N , ,,. wusstemit Reisleim behandeln. Feinfaseriger Asbest gibt unverbrennlicheS Papier . Langewaren Frankreich und Genua beinahe ausschließlich im Besitz, das übrige Europa mir den besser» Papiersorte» zu versehen; späterhin gelang es Holland , trotz derihm im Wege stehende» natürlichen Hindernisse (Mangel an Lumpen und an gutemWasser), thue» den Rang abzulaufen, den es auch noch jetzt, nur mit der Ein-schränkung behauptet, das; das engl. Velinpapier zum Zeichnen:c. überall vorgezo-gen wird. Die deutschen Papiere sind im Allgemeinen bisher von minderer Schön-heit als die auswärtigen. Aus >',«>>><', einer Masse von gestampftem Pa-
piere, werden mancherlei kleine zierliche Gerät he, als Dosen, Kästchen :c. verfer-tigt. — Papier nennen die Kaufleute auch Wechsel. I.
Papiergeld. Was Geld und Münze ist, sagen diese Artikel. Wennman nun einem Stückchen Papier gleichen Werth, gleichen Curs und gleiche Kraft»nie einem Stuck Metallgeld zu gebe» versteht, so hat man Papiergeld oder Papier-münze geschaffen. Dies kann aber nur geschehen, indem man auf dem Papier durcheine Zuschrift die Versicherung ertheilt, jedem Znhaber desselben die darauf ausge-