2stO Papin
immer bei einem sich selbst überlassenen Papiere der Fall ist, der Werth desselbenschwankt, bald steigt, bald fallt. Das Vermögen der ganzen Nation wird dann demAnfalle und dem (Glücksspiele gleichsam preisgegeben, und wer heute eine Summem Papiergeld empfangt, kann ohne sein Zuthun in einer Nacht um viele Procentereicher oder ärmer geworden sein, je nachdem die Umstände den Credit des Papierserhoben oder niederdrückten. Niemand ist seines Vermögens mehr sicher, es kannschnell um die Hälfte und noch mehr verringert sein, und jeder Gewinn ist nur durchden Verlust Andrer möglich, diese Verluste aber kann kein Staat ersetzen, denn sielassen sich nie genau ausmitteln. Wie sehr jede Unternehmung, jede Berechnung insolchen Falle» unsicher wird, liegt am Tage, und wie sehr dies auf alle Individuendes -LtaaiS zurückwirkt, ergiebt sich von selbst. In den meisten Fällen durchkreuzensich. die Verluste und Gewinne aus dem schwankenden Papiergelde so, das; keinemenschliche ädlugheit sie mehr erforschen kann; selbst die Regierung kann nicht be-rechnen, wie viel sie durch die Ausgabe desselben gewonnen oder verloren hat. Siesetzt z.B. im ersten Jahre U>0 Mill. in Umlauf. Die ersten Empfänger bringen eüwieder zu demselben Werthe an, wie sie es empfingen, vielleicht auch die zweiten,dritten u. s.w., derzehnte aber verliert L Procent daran, der elfte gewinnt es wieder,weil der Curs unterdessen stieg. Man nehme an, es habe aus diesen Wegen, ehe esrn die S taatscassen zurückkehrt, 5 Protein verloren. Da der Staat es für voll neh-me» muß, es aber nicht wieder für voll anbringen kann, bei einigen Zahlungen viel-leicht ausgenommen, so hat er 5 Pioe. verloren, und Diejenigen, welchen er es wie-der für voll aufdringt (den Besoldeten), müssen diesen Verlust gleichfalls tragen.Lieferanten und andre Contrahenken, die aus den Werth des Papiergeldes Rücksichtnehmen kennen, werden nichts dabei verlieren, sondern diePreiseihrerWaaren »achdem Stande des CurseS des Papiergeldes einrichten. Wenn nun nach längerer Zeitdas Papiergeld immer mehr gefallen ist, so vertheilt sich der Verlust daran so, daßes unmöglich wird, zu bestimmen, wie viel jedes Individuum verlor. Nur so viel istgewiß, daß das Publicum die ganze >L)uuime verloren har, um welche das Papiergeldweniger werrh geworden, und daß dieses also eine Plünderung der Individuen ist,in vielen Fällen aber nicht einmal von Denen bemerkt wird, die sie erdulden; daherei tragen sie auch die Volker so ruhig.— Sonach erscheine» die mögliche» Übeln Fol-gen des Papiergeldes bedeutender als dessen Vortheile; doch laßt sich nicht verken-nen, daß es dem Staate reellen Nutzen gewähren wird, indem er dadurch einbeträchtliches baareS Capital zu andrer Verwendung erhält, wenn er nur Mä-ßigung beobachtet. Nur in den Zeiten der Noth und des Kriegs, wo Papier-geld stets fallen wird, kam, es niemals mit Nutzen angewendet werden, weilda dem Staate nicht die Mittel zu Gebore stehen, es aufrecht zu erhalten, jasogar der Feind, wenn er im Lande ist, Gelegenheit bekäme, alles baare Geldan sich zu ziehen. Die Beispiele, wo sich Regierungen dennoch in solchen Zeit-punkten durch Papiergeld zu helfen suchten, beweisen den traurigen Ausgangdieser Operation. Man denke an die Assignakengcschichte in Frankreich . —Nach Schlözer haben die Mongolen das Papiergeld im 13. Jahrh, erfunden.Nach Klaproch kamen zuerst in China um 30' nach Chr., unk seitdem bis1453, in verschiedener Form Geldzettel oder scheine (auch fliegendes Geld ge-nannt) in Umlauf.
Papin (Denys), geb. zu Blois gegen die Mitte des 17. Jahrh., war einSchüler von HupgenS, verließ nach '.Aufhebung des Edicts von Nantes, als Calvi -nisi, Frankreich und ward 1688 Professor zu Marburg , wo er 1710 starb. Er er-fand mehre nützliche Maschinen, die in den „>uu,elw>i >le 0, lIiusiligno Oos I> t-treii. p-,1 siueiiü ^ (1685 — 87), beschrieben sind. Die wichtigsten darunter sindeineMaschine, um das Wasser emporzuheben, und sein Digestor oder der nach ihmden. papinische (oder papänianische) Tops. Derselbe ist ein cylindrisihes