kupfernes, inwendig verzinntes Gefäß, welches man durch einen Deckel mit um denRand gelegter Pappe, mittelst einer starken eisernen Schraube, sehr genau und festverschließen kann, um das Wasser darin in einem hohen Grade zu erhitzen, ohne daßdie dadurch entstehenden Dänwfe einen Ausgang finden. Durch diese Vorrichtungkann man in heißem Wasser Körper, die bei gewöhnlicher Siedehitze noch gar nichtangegriffen werten, binnen wenigen Minuten, z. B. K'-cchen, Elfenbein:c., zuGallerte oder Brei zusammenkochen und dadurch auch kräftige Brühen bereiten.Diese nützliche Maschine ist in neuern Zeiten noch verbessert worden. (Vgl.Dampfkochung.) Dann entwickelte P. in s. „Kerrien >1« cliver!>c,, pieerztoucüsnt »»»rollen »>!>el>i»en" (Kassel 1695) seine schon in den Leipz.
„,1etin l'.r»,H>." 1688 u. 1690 mitgetheilte Idee des Nicderschlags der Dämpfedurch kaltes Wasser, um das Steigen und Fallen der S tempel zu bewirken, worausdie Dampfmaschine beruht.
PapinianuS (Ämilius), der größteröm.RcchtsgelchrteseinerZeit, geb.unter Antoninus PiuS, um 140 n. Chr., stammle aus Benevent in Italien oderaus Syrien . Er widmete sich dem Studium der griech. rind röm. Literatur, derPhilosophie und Rechtswissenschaft. Durch gründliche Gelehrsamkeit sowol alsunerschütterliche Rechtschaffcnheit erlangte er mächtigen Einfluß, bekleidete die erstenStaatSämter und war zuletzt Präsectus prätorio. Der Kaiser SeveruS empfahlihm sterbend seine Söhne Caracalla und Geta. P. wandte Alles an, zwischen bei-den Brudern die Einigkeit zu erhalten. Aber seine Vorstellungen wurden dem Ca-racalla so lästig, das! dieser ihn von seinem Amte entfernte, wiewcl er fortfuhr, ihnäußerlich als einen Freund und Vertrauten zu behandeln. Als Caracalla endlich sei-nen Bruder hatte ermorden lassen, federte er P. auf, diese That zu rechtfertigen,empfing aber von ihm die Antwort: daß es leichter seh einen Brudermord zu bege-hen als zu vertheidigen, und daß es ein zweiter Mord sein würde, das Andenkendes Unschuldigen zu beschimpfen. Caracalla verbarg seinen Ingrimm; als aberbald darauf, wahrscheinlich auf des Tyrannen Anreizung, die Prätorianer denKopf des P. federten, gab er ihn ihrer Wuth preis und ließ ihn hinrichten, ,m I.Chr. 212. P. hat mehre Werke geschrieben und ausgezeichnete Schüler gebildet.Sein juristisches Ansehen stieg so hoch, daß Valentinian III. verordnete, P. solltein Fällen, wo die Meinungen der Richter getheilt wären, den Ausschlag geben.Everardus Otto hat Alles ausgezeichnet, was von ihm in den Pandekten enthaltenist, und sein Leben beschrieben (Bremen 1143).
Pappenheim (Gottfried Heinrich, Graf v.), kaiserl. Feldherr im dreißig^jähr. Kriege, geb. 1594, stammte aus einen, alt-rcichsgräst. Geschlechte in Schwa-ben , das seit länger als 600 I. das Reichs-Erbnrarschallamt und das Reichs-Forst-und Iägermeisteramt im Nordgau belleitet hat und noch jetzt m einer kathol. undevangel. Linie foitblüht. Sein feuriger Geist, seine rastlose Thatkraft und sein stam-mender Esser für die kath. Religion und den Kaiser führten ihn auf den Schauplatzdes Kriegs. Die prager Schlacht, welcher er als Oberst beiwohnte, eröffnete seineHcldenbahn. Durch ungestümen Muth warf er mit wenigen Tnippen ein feindli-ches Regiment danieder und lag schwer verwundet viele Stunden lang, mit an-dern Todten verwechselt, unter der Last seines Pferdes auf der Wahlstakt, bis ihndieSeinigen bei Plünderung des Schlachtfeldes entdeckten. Mit Hülse der Baiern überwand er 1626 40,000 Bauern, die, um ihre Glaubensfreiheit zu behaupten,die Waffen ergriffen hatten, in Obcrcstrcich, durchzog darauf das ndrdl. Deutsch-land, vereinigte sich 1630 mit Tilly zur Eroberung Magdeburgs und übertraf nachErstürmung dieser Stadt selbst Tilly an Grausamkeit. Dann folgte er demselbennach Leipzig, um unter ihm die vereinigten Schweden und Sachsen zu bekämpfen.Das wilde Feuer seines Muthes, den auch die cirtschikdenste Gefahr nicht schreckt^und kaum das Unmögliche bezwäng, machte ihn zum fruchtbarsten Arm desFcldr
iLoitvcssaükiiL.ilexitv». Bö. VIII, 16