Papst (kath.) 21»
Erhaltung des Klaubens und Dessen, was damit in Verbindung steht. Christa;ordnete diesen Einheitspunkt auf eine sehr würdige Weise bei der Gelegenheit an,als einer seiner Apostel, der Erste unter allen, gläubig des Herrn Gottheit er:kannte. Wandelnd mit seinen Aposteln, fragte er nämlich seine Jünger: Wersagt denn Ihr, daß ich sei? Da antwortete Lünion Petrus und sprach: Du bistChristus, der Sohn des lebendigen Gottes! Und Jesus antwortete und sprach zuihm: Selig bist Du, Simon, Ionas Sohn, denn Fleisch und Blut haben Dirdas nicht offenbart, sondern mein Vater, der in den Himmeln ist. Nun, so sag'ich auch Dir: Du bist Petrus (das heißt Fels), und auf diesem Felsen will ich bauenMeine Kirche, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. Und ichwill Dir die Schlüssel des Reichs der Himmel geben. Alles, was Du auf Erdenbinden wirst, wird auch in den Himmeln gebunden sein, und Alles, was Du aufErden lösen wirst, wird auch in den Himmeln gelöst sein. (Match. VVl, 13—19.)— So klar diese Stelle spricht, so hat es doch nicht an irrgläubigen Auslegerngefehlt, welche dem Sinne und den Worten zuwider annahmen, bei den Worten„auf diesem Felsen" habe Christus mit dem Finger aufsich selbst gedeutet; der ge-lehrte Michaelis fertigt diese Erklärung einiger seiner protestantischen Glaubens:brüder sehr gut ab, wenn er sagt: „Der Finger ist nicht Christi Finger, sondernder Finger des polemischen Auslegers". — Die Binde- und Lösegewalt, sowiedas Amt, Christum zu predigen, ist nun zwar später allen Aposteln verliehen,aber keiner ist zum Felsen, worauf die Kirche erbaut sein solle, erklärt worden;dieser Felsen war nur einer, Simon, Ionas Sohn, genannt Petrus . — Nachseiner Auferstehung erschien Christus zum dritten Mal seinen versammelten Jün-gern am See Tibcnas. Da sie nun das Mahl gehalten harten, spricht Jesus zuSimon Petrus : Simon, Ionas Sohn, liebst du mich mehr, als mich Dieselieben? Er sprach zu ihm: „Ja, Herr, Du weißt, daß ich Dich liebe! Da sprichter zu ihm: Weide meine Lämmer! Wiederum spricht er zu ihm, zum andernMal: Lümon, Ionas Sohn, liebst Du mich? Er spricht zu ihm: Ja, Herr,Du weißt, daß ich Dich liebe! Er spricht zu ihm: Weide meine Schafe! Zumdritten Mal spricht er zu ihm: Simon, Ionas >L:ohn, liebst Du mich? Petrus ward traurig, daß er zum dritten Mal zu ihm sagte: Liebst Du mich? und sprichtzu ihm: Herr, Du weißt alle Dinge! Du weißt, daß ich Dich liebe! SprichtJesus zu ihm: Weide meine Schafe! Wahrlich, wahrlich, ich sage Dir, alsDu jünger warst, gürtetest Du Dich selbst und wandeltest, wo Du hinwolltest;wann Du aber alt wirst, wirst Du deine Hand ausstrecken, und ein Andrer wirdDich gürten und führen, wo Du nicht hinwillst. Das sagte er aber anzudeuten,durch welchen Tod er Gott verherrlichen würde. Und da er Das gesagt hatte, spracher zu ihm: Folge mir nach! (Ioh. XXI, 1—19.) — Daß diese wiederholtenLieheSversicherungen, diese wiederholten Befehle, die Lämmer zu weiden, etwasBesonderes bedeuten, daß sie mit jener Stelle bei Match. XVI, 13—19, denPrimat des Petrus bedeuten, haben von jeher die Kirchenväter gelehrt. Auchsonst wird in der Schrift auf des Petrus Vorzug hingewiesen. Stellen, wie„Simon und die mit ihm waren" (Mark. l, 36), „Petrus stehend mit den Eilfen"(Apostelgesch. II, 11), „Petrus in Mitte der Brüder aufstehend" (Apostelgesch. 1,15 fg.) deuten deutlich hin auf den in andern Stellen beschriebenen Vorrang. Inder ersten Apystelsynode zu Jerusalem m Pekri Vorrang ebenfalls nicht zu verken-nen. (Apostelgesch. X.V, 17 fg.) — Dieser Vorrang war nun nicht eine bloßeEhre, sondern ihm lag der Zweck der Einheit der Kirche zum Grunde: er war einewahre Amtsgewalt. — Die Gewalt, die Christus seinen Aposteln gab, hörtenicht mit ihrem Tode auf, sie ging auf ihre Nachfolger über; so hat es das ganzechristliche Alterthum uns überliefert, und so soderte es der Zweck der Kirche, alseine fortdauernde, heherer Leitung bedürfende Anstalt. Auch die Amtsgewalt des