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Achter Band. O bis Q.
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Paraguay

siedelten sich die Europäer 150 Meilen landeinwärts am Paraguay , zu Assuncionan; denn dort waren die Einw. weniger kriegerisch. Doch in der Folge wurde einTheil der Colonisten auf Befehl der fpan. Regierung, um der nähern Verbindungmit dem Mutterlands willen, durch Juan Ortis de Zarate nach Buenos-AyreS zu»rückgeführt. Das eigentliche Paraguay , Mit derHauptst. la Assuncion, wurde 1776,als das Vicekönigreich Rio de la Plata gebildet worden war, diesem einverleibt.Früher hatten hier die Jesuiten eine Niederlassung gegründet, die zu ihrer Verbau-nung aus Portugal, 1759, und Spanien , 1767, die erste Veranlassung gab. Siehatten nämlich schon im 17. Jahrh, in Paraguay einen fruchtbaren Landstrich sicheinräumen lassen, den sie mit SO Hirtenfamilien besetzten, welche sie zum Ackerbaugewöhnten und in Handwerken unterrichteten. Weil aber die Sittenlosigkeitder neuen Ankömmlinge ihrem Bekehrungswerke sehr im Wege stand, so machtensie der span. Regierung den Antrag, daß ihnen das Missionsgeschäft in Paraguay ausschließlich (d. h. mit Ausschluß aller Spanier) überlassen werden möchte, indemsie sich zugleich erboten, die sparn Sprache dort einheimisch zu machen und für jedenKopf der mannbaren Einw.jährl. einen Piaster (1 Thlr. 8Gr.) an die Krone Spa-nien zu erlegen, auch aufErfodern eine Anzahl derselben zum Dienste des Königszu stellen. Die Regierung genehmigte diesen Antrag und machte dadurch die Jesui-ten gleichsam zu Herren jenes Landes, wü sie um 1760 über 40 Missionsbezirke(lloatrinae), meistens am Strome Uraguay, mit einer Bevölkerung von mehr als100,000 E. beherrschten. Kein Spanier wurde in diesen Bezirken geduldet, viel-mehr der Haß der Einw. gegen die Spanier und Portugiesen genährt. Die Jesui-ten errichteten sogar eine bewaffnete Macht, indem sie die Trennung der Portugie-sen von Spanien (1640, als Brasilien an Portugal siel) benutzten, unt von derRegierung Waffen zu bekommen, damit sie den Feind von den Grenzen abhaltenkönnten. Gegen die Anfälle der benachbarten wilden Völkerschaften erbauten sieauch Festungen und bildeten einen förmlichen Kriegsstaak, wofür sie den Aufwandeinzig aus den Quellen des Landes besinnen. Dieser theokratische Staat umfaßteim 18. Jahrh, das eigentliche Paraguay, Tucuman, Rio de la Plata , und dasCorregimento Tarja; der Sitz des dirigirenden Provinzials und seiner 4 Consulta-toren war Cordova, wo auch eine hohe Schule errichtet war. Die Jesuiten warenim Besitz des ganzen Handels mit den köstlichen Landeserzeugnissen; die Eingebo-renen konnten weder über ihre Personen noch über ihren Erwerb oder ihr Vermöge"frei verfügen; Keiner arbeitete für sich selbst, sondern Alle gemeinschaftlich für de"Staat, dafür wurden sie aus der Staatscasse mit allen Bedürfnissen versorgtDurch ihr kluges Benehmen und falsche Darstellungen von der Lage der Ding^gelang es den Jesuiten , beinahe 150 I. lang die span. Regierung zu tauschenmit der mäßigen Grundsteuer zu befriedigen. Allein der Vertrag zwischen Sl^'nien und Portugal von 1752, durch welchen an letzteres 7 Missionsbezirke hersuiten abgetreten werden sollten, gab Veranlassung, den wahren Plan der Jesuitzu enthüllen. Als diese nämlich, um die Vollziehung des Vertrags zu "hinderst'durch heimliche Ränke über Grenzberichtigungen zwischen den Spaniern undtugiesen Streitigkeiten zu erregen gesucht, und endlich sogar die Einw. angcre'ihatten, mit denWaffen in der Hand sich den zu dem Theilungsgeschäfte abgeord"ten span. und portug. Eommissarien zu widersetzen, erkannte man in Madrid Lissabon , welche gefährliche Macht in den Händen dieser staatöklügen Bekehret " 'Beide Regierungen vereinigten sich, dieselbe zu brechen. Das wohlausgerümHeer der Jesuiten wurde von dem vereinigten spanisch-portugiesischen Heere /geschlagen, und der -Orden aus Paraguay vertrieben. Die Guaranis befanden si-vunter der cheokratischen Herrschaft der Jesuiten, nach Montesquieu, Raynal u. ^sehr glücklich. Seit Portugiesen und Spanier hier wieder herrschten, wurdestGuaranis so gemißhandelt, daß in den 7 portug. Missionsortschaften am lmUfer des Uraguan die Bevölkerung, welche 1768 noch 30,000 Köpfe betrug-