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Pasten Pastorale (thcolog.)
gen, so sind Pastcllgemälde auch die vergänglichsten. Sie müssen daher vor Ein;Wirkung der Luft und aller Feuchtigkeit, sowie vor Staub undErschütterung mög-lichst verwahrt werden. Man hat der schädlichen Einwirkung äußerer Einflüsse durchmancherlei Erfindungen entgegenwirken wollen. Unter den Framoien, die großeVorliebe für die Pastellmalerei besitzen, haben sich Mehre solcher Erfindungen ge»rühmt, allein keine hat bis jetzt dem Übel vollkommen abgeholfen. EineErfindungvon Loriot, die Pastellfarben mehr auf der Fläche zu befestigen, ließ die königl.Akademie 1780 bekannt machen. Die Pastellmalerei leitet ihren Ursprung aus dein16. Jahrh, her.' Leonardo da Vinci soll sich ihr er oft bedient haben, um Apostel-uud Christusköpfe auf Papier zu bringen. Montfaucon führt 2 Pastellgemälde(Portraits aus der königl. franz. Familie darstellend) auf goldenem Grunde an,welche aus dem IZ.ssahrh. stammen sollen. Fiorillo nennt Zos.Vivien (geb. 1667,starb 1736), einen Schüler des Charles le Brun , als Einen der Ersten, welchesich der Pastellfarben bedienten. Er bildete in dieser Gattung die Familie des Dau-phin in natürlicher Größe ab, wodurch er sich die Gunst des Königs, sowie die derKurfürsten v. Baiern und Köln erwarb. Nachher hat die slittiz. schule mehregroße Meister in der Pastellmalerei gehabt, z. B. la Tour. Unter den Ztalienernwerden als Pastellmaler geschätzt Caricra Rosalba (aus Venedig , 1672 geb., starb1737), unter den Engländern Ruffel, und unter den Deutschen Raf. Mengs.Eine Sammlung der Gemälde der Italienerin, sowie des Genfers Liotard (geb.1702), und den schönen Amor von MengS , vielleicht das Gelungenste in diesemFache, findet man in der kdnigl. Gemäldegalerie zu Dresden . S. Günther'«„Prakt. Anwcis. zur Pastellmalerei" (n. A., Nürnb. 1792, 4.).
Pasten, Abdrücke geschnittener Steine der Alten (Gemmen im weitemSinne), Münzen und Medaillen, vorzüglich in Glas (PliniuS XXXVII, 26)oder glasartiger mineralischer Erde (ic ra .-äefillitt-,), Siegclwachs, dann auch Ab-güsse derselben in Schwefel, GypS und gypsartigcnMasscn. Schon dieAlke» druck-ten Steine in gefärbtes Glas ab. Zn der neuern Zeit sind die von Lippert (s. d.)und von den Engländern Wedgwood, Bentley und Tassie vorzüglich beliebt. DieWedgwood'schcn sind in einer schwarzen basaltähnlichen Masse, Lippert's Pastenin einer Masse von schöner weißer Erde gebildet. Dem (verst.) Aufträrter bei derdresdner Antikengalerie, Nabenstcin, gelang es durch Unterstützung eines Kunst-freundes, sich reine Formen von der ganzen Sammlung zu machen und die Lip-pert'schen Paste» in gleicher Güte, zum Theil noch feiner, und weit wohlfeilernachzubilden. Sein Werk kostet 50, die Lipxert'sche Sammlung 90 Dukaten.Rabenstein hatte auch für Liebhaber der alten Geschichte mehre hundert Bildnisseberühmter Griechen und Rainer in rothen Schwefelabdrücken gearbeitet.
Pasticcio, ital., franz. p^tielw. d.i. Pastete, etwas Zusammenge-stöppeltes (nicht Originelles), ein Mischmasch. Zn der Kunstsprache: ein Gemäl-de oder Musikstück, welches in der Manier irgend eines großen Künstlers gemachtund für dessen Arbeit ausgegeben wird. Einer der größten Verfertiget solcher Pa-sticcj war Davit Teniers dcrZüngere, dessen Arbeiten oftcrfahreneKeniier täuschten.
Pastorale: 1) ein ländliches Tonstück, welches Gesang und Charakterder Hirten ausdrückt, mithin einen idyllischen Charakter hat; auch ein Tanzstückin diesem Charakter, größtentheils im H Tact. 2) Schäferspiel (s. d.).
Pastorale (uolle-tssuin z>->stoii,Ie) bezeichnete sonst den Theil der theolo-gischen Wissenschaft, welcher die eigentliche Amtsführung des Geistlichen, die An-wendung der für seinen Beruf unentbehrlichen Kenntnisse betrifft, oder den prakt.Theil der Theologie, auch Predigerwissenschaft genannt. Es wird dabei die theo-retische Theologie mit ihren Hauptzweigcn, der Auslegungskunsi, Kirchcnge-schichte, Glaubenslehre und Sittenlehre, vorausgesetzt, und nur die Anwendungderselben, aus dem Gesichtspunkte der Bestimmung des Predigtamts und nach den