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rnng. Man reizte Paul absichtlich gegen seine Söhne, und diesen machte manglauben, daß der Vater sie in eine Festung sperren wolle; es sei daher ihrer Selbst-erhaltung wegen nothwendig, den bis zum Wahnsinn gemüthskranken Kaiser zuverhaften. Nach langem Widerstände und unter der ausdrücklichen Bedingung,daß er alle Rechte und Gewalt an seinen Vater wieder abtreten würde, sobald die-sem Gott Gesundheit und Vernunft wiedergeschenkt hätte, soll sich Alexander anPauls Stelle die Regierung übernehmen zu wollen entschlossen haben. Unter den80 Verschworenen befanden sich Fürst Iafchwill, der nachher verschollen ist; derFürst Plato Suboff, Karharinens letzter Günstling; GrafValerian Suboff; Ni-colaus Suboff; General Benningsrn; der 1824 verstorbene General Ouwaroff;der KriegSgouverneur von Petersburg , General Graf Pahlen; der Gardeobrist-lieutenant Tarischeff u. A. Don diesen blieb der Sage nach Dalerian Suboff den23. März 1801 Abends bei dem Kaiser. Die übrigen, Plato Suboff an der Spitze,kamen durch eine verborgene Treppe Nachts 11 Uhr in das Vorzimmer des Kaisers,im Palaste St.-Michael. Der wachhabende Leibhusar öffnet, weil man ihm sagt,es sei Feuer, man wolle den Kaiser wecken; als er die Menge eindringen sieht, willer sich widersetzen und wird verwundet. Darauf gelangen die Verschworenen inPauls Schlafzimmer, wo sie ihn hinter einem Schirme verborgen finden. FürstSuboff legt ihm eine Acte vor, worin er sich unfähig bekennt, dieRegierung längerzu führen, und sie feinem ältesten Wohne Alexander übergibt. Paul ruft dennVorlesen: „Ich binKaiser, und will es bleiben!" Darauf wirft ihn NicolausSu-boff nieder. Man hat die Umstände seinesTodeS verschieden erzählt. Als die Groß-fürsten dies erfuhren, war ihr Wchmer; grenzenlos. Alexander verwarf anfangs eineKrone, die man seinem Vater so grausam entrissen hatte. Endlich unterwarf er sichder durch Pauls Widerstand selbst herbeigeführten Nothwendigkeit. (Vgl. die „>o-tioo «nr >-l I»c>rt ilr ?,,u! I"; „Europ. Annalen", 7. Bd.; Bredow's „Chronikdes 19. Jahrh.", I.Bd., und Carr's „Xoriüern .-nimmer ei«.-.", London 1805.)Pauls Tod ward in einem Manifeste einem Schlagflusse zugeschrieben. Was denunglücklichen Monarchen in sein Verderben stürzte, war der vorherrschende Zug fei-nes Charakters, der Jähzorn, wodurch er nicht nur seinen Untergebenen, sondernauch oft seiner eignen Familie fürchterlich ward. In andern^Augenblicken war erMild. wohlwollend, menschenfreundlich, suchte begangenes Unrecht gern zu vergüten,und war ein zärtlicher Vater und Gatte, welches Letztere ihn aber nicht abhielt, seineNeigung auch andern Frauenzimmern zu schenken, wie das Beispiel der MadameChevalier zeigt. Massen hat in seinen geheimen Memoiren über Rußland das Lebenund die Handlungen Pauls gallsüchtig entstellt. Nach Georgel war Paul mäßigbei der Takel und in seinen Vergnügungen, einfach in seiner Kleidung; er besaß,ohne eben Wissenschaften und Künste sehr zu lieben, viele Kenntnisse; er wußte ein-zelne Mensche» richtig zu beurtheilen und zeichnete sich in vertrauten Gesellschaftendurch eine angenehme Unterhaltung und hinreißende Liebenswürdigkeit aus. Auchin seinen Briefen sind Geist, Wcharfsinn und ein edler Ausdruck zu bemerken. Ebensourtheilen über Paul Kotzebue und die Frau von Schröder (Hofdame der Prinzessinvon Würkemberg). Noch vgl, man Sögur's „MemoireiM K.
Paula (Franz von), s. Franz von Paula.
Paulette. Die Erblichkeit und Derkäuflichkeit fast aller Staatsämter imJustiz- und Rechnungswesen war einer der Mißbrauche, welche am tiefsten in dieganze ^Staatsverwaltung des alten Frankreichs eingriffen, und eine Quelle der größ-ten Unordnungen. In den ältern Zeiten der Monarchie wurden alle Ämter nur aufbeliebigen Widerruf des Königs vergeben, und eine Folge davon war, daß der Toddes Monarchen eine allgemeine Erlöfchung der Commissionen, worauf die Staatü-ämter beruhten, nach sich zog. Es mußte daher eine Bestätigung des neuen Kö-nigs ertheilt werden, was besonders seit Heinrich II. regelmäßig beobachtet wurde,