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beweisen wehr als zu sehr das durch wannigfache Kränkungen gereizte und verfin-sterte Gemüth des Fürsten. §in Gleiches leuchtete aus seinem Betragen, als er derVerbindung gegen Frankreich beitrat. Sein über 100,000 M. starkes Heer, daszum Theil in Italien und der Schweiz unter Suwsreff und Korsakoff, zum Theilin Holland gegen Frankreich focht, errang zwar manche Siege; da es aber durchdie Niederlage bei Zürich fast auf die Hälfte zusammengeschmolzen war, zog er eszurück. Paul hatte nämlich gegen den deutschen Kaiser, noch mehr aber gegen Eng-land und Pikt, Mißtrauen gefaßt, Bonaparte aber, solches schlau benutzend, demStolz? des russischen Herrschers zu schmeicheln gewußt und die gefangenen Russen,neu bekleidet und bewaffnet, ohne Auslösung nach Rußland zurückgeschickt. Paultrennte sich von der Coalition, und Dumouriez's Unterhandlungen blieben ohne Er-folg. Damals soll Paul unter A. zu Dumvuriez gesagt haben: „Ob Sie, ob Lud-wig XVIII., ob Bonaparte oder irgend ein Andrer König vo» Frankreich wirk, giltmir gleich, nur einen König muß es haben". Ludwig XV III., sowie alle Emi-grirte, mußten das russiscke Gebiet verlassen, und der dem unglücklichen Beurbonbisher ausgezahlte Iahrgehalt ward aufgehoben. Zu den merkwürdigen Zuge» inPauls Charakter gehört, bevor die eben erwähnte Sinnesänderung bei ihm eintrat,sein Benehmen gegen Spanien und die Malteser. Dem ersten Reiche erklärte erden Krieg, der aber nur die Wegnahme einiger Handelsschiffe zur Folge hatte. Inden Maltesern, als einer ritterlichen Verbindung des Adels, sah er eine Stütze derThrone, und erstreckte seinen Schutz über sie so weit, daß er sich, als der Freiherrvon Homxesch seine Würde niederlegte, nicht ohne Widerspruch des Papstes undmehrer Mächte, zum Großmeister des Ordens erklären ließ (16. Dec. 1798). Indieser Eigenschaft brachte er ein Werk zu Stande, das mit Recht Erstaunen erregte,einen Friedensvertrag zwischen der Pforte und dem Ritterorden von Malta , wo-durch die Türken sich gegen ihre alten Freunde, die Franzosen , mit ihren Stamm-und Glaubensfeinden, den Russen und Maltesern, verbanden. 1800 erreichte seinUnwille gegen England den höchsten Grad. Schon a.n 16. Aug. hatte er eine Ein-ladung an Preußen, Schweden und Dänemark erlassen, die bewaffnete Neutrali-tät von 1780 gegen Englands Anmaßungen im Seehaudel wiederherzustellen.Als nun England die den 5. Sept. 1800 wiedereroberte Insel Malta an Paul, alsden Großmeister des Ordens, auszuliefern sich weigerte, legte Paul ein Embargo aufalle englische Schiffe in russischen Häfen (d. 8. Ncv.) und brachte jenen Nemrali-tätSvcrwag im Dec. mit Schweden, im Jan. 1801 mit Dänemark und den 3.April mit Preußen zu Stande. Er war so aufgebracht gegen England, daß er alleKönige, die sich nicht gegen England erklären würden, zum Duell herausfoterte.Seine HerauSfoderung des Königs von Dänemark ließ er in die Petersburger Zei-tung einrücken. Dieser rasche Wechsel in seinem auswärtigen politischen Systemefand im Reiche selbst großenLadel. Noch weniger erwarb sich Paul die Liebe sei-ner Unterthanen durch seine innere Verwaltung. Zwar schien auch hier oft in denwillkürlichsten Handlungen sein Eifer für Gerechtigkeit seltsam durch; allein der-selbe wart durch die seinem Charakter eingedrückte reizbare Heftigkeit so gänzlich miß-leitet, daß die meisten seiner Unterthanen in ihm nur einen Tyrannen sahen, wel-chen Name» Paul keineSweges verdiente, der unter andern Einflüssen gewiß einguter Regent geworden wäre. Allgemeines Mißfallen erregten Pauls Abänderun-gen beimMilitair (Einführung des Haarputers, der Zöpfe), sein Verbot der run-den Hüte, der pantalons u. s. w., das Gebot, auf der Straße vor ihm aus demWagen zu steigen, und andre Beschränkungen mehr. Die Strenge, die er anwen-den zu müssen glaubte, um die zu Thronveründerungen so geneigten Großen imZaume zu halten, und die Verfolgung seiner geheimen Polizei gegen scheinbar Ver-dächtige nahmen in dem Verhältnisse zu, als er auf Schwierigkeiten in der Aus-führung seiner Pläne stieß. Es bildete sich daher unter den G: oßen eine Verschw»-Ckin'etsaiiouSA'epicoii. Bd. Vlll- » 21