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Achter Band. O bis Q.
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330 Pausanias (Feldherr)

big geschriebenen Darstellungen allgemein wichtiger Zeitgegenstände, wohin z. D.die sich verheimlichende Proselytenmacherei, der rechtlich nicht begründete Einflußder römisch-italien . Kirchenherrschaft auf die katholisch-deutsche Nationalkirche, diecurialistischen Rechtsverletzungen gegen Wessenberg u.?l.m. gehören, hat das katho-lische wie das protest. Deutschland mit Beifall aufgenommen. Die Beleuchtung derin dem WchwurgerichtSproceffe gegen Fonk begangenen Rechtsverletzungen gab Ver-anlassung, daß die Universität Freiburg dem Verf. die juristische Doctorwürde er-theilte. Als theolog. Schriftsteller warnt der verdienstvolle P. ebenso sehr vor ein-seitigem (individuellem) Rationalismus und vor speculativen Abweichungen von deruranfänglichen Christuslehre, als vor Mysticismus und pfäffischem Iesuitismus.In diesem Sinne hat er 1825 eine allgemeine theol. Jahresschrift: „DerDenk-glaubige" (2. Bd. 1829), begonnen, sowie 1827 eine andre Zeitschrift: „Kirchen-beleuchtungen". In dieser will er den gegenwärtigen Zustand der röm.-päpstl.,kcuhol. und evangel.-protest. Kirchen kennen lehren; in jener die Harmonie desNachdenkens und der urchristl. Glaubenslehre zeigen: — das von ihm mit innigerÜberzeugung gefundene Ziel der Forschungen seines Lebens. 20.

Pausanias , ein lacedämonischer Feldherr, des KleombrotuS Sohn unddes Leonidas Neffe. Er wurde zum Vormund seines unmündigen Vetters Pli-starchus (des Sohns des Leonidas ) ernannt und stand als solcher, während derAbwesenheit des andern Königs, an der Spitze der Regierung. Als Mardoniusmit einem großen Perserheere in Griechenland einfiel, zog ihm P. als Oberbefehls-haber des griech. BundeSheereS entgegen, täuschte den Feind durch einen verstelltenRückzug und schlug ihn bei Platää (479 v. Chr.) aufs Haupt. Darauf zog er vorTheben, das an der Wache Griechenlands zum Verrathen geworden war, erzwängdie Auslieferung der Häupter der persischen Partei und ließ sie hinrichten. Aberdiese Erfolge machten ihn stolz und anmaßend; die Mäßigung, die man währenddes Feldzugs gegen Mardonius an ihm bewundert hatte, ging in Übermuth undhochfahrenden Ungestüm über. So schrieb er sich allein den Wieg bei Platää zuund schenkte dem delphischen Apollo einen goldenen Dreifuß mit einer Inschrift, dienur seiner, als des Siegers bei diesem Ort, erwähnte. Sein Übermuth stieg, alser init der vereinigten Flotte Griechenlands die griech.Städte, nach langemKanipfauch Cypern und endlich selbst Byzanz, den Schlüssel Kleinasiens , von den Per-sern befreite. Während AristideS und Cimon, die unter ihm befehligten, durch ihreLeutseligkeit Aller Herzen gewannen, mißhandelte er die Bundesgenossen und be-trachtete die Spartaner als das herrschende Volk unter den Griechen. Endlich trater sogar mit TeryeS in geheime Unterhandlungen, in der verrätherischen Absicht,sich zum Herrn von Griechenland zu machen, gab dem LerpeS mehre zu Byzanzgefangen genommene vornehme Perser unentgeltlich zurück, entsagte selbst äußer-lich den spartanischen Sitten, indem er mit persischem Aufwande lebte und sich per-sisch kleidete, und brachte es endlich dahin, daß die Unzufriedenheit aller griech.Bundesgenossen sich laut und thätig äußerte. Dies bewog die Spartaner, ihnzurückzurufen. Kaum aber war er, in Rücksicht auf s. Rang und seine frühernVerdienste, von jeder Anklage losgesprochen worden, als er sich unter dem Ver-wände, dem Feldzuge beizuwohnen, wieder nach Byzanz begab. Von den Athe-niensern genöthigt, die Stadt zu verlassen, ging er nach Kolonä in Troas und tratin neue Unterhandlungen mit Griechenlands Feinden. Er wurde abermals zurück-berufen und gefangen gesetzt, trotz aller Anklagen aber gegen das Versprechen, sichauf Erfotern jedes Mal zu stellen, in Freiheit gesetzt. Sogleich trat er mit demPerserkönig wieder in Unterhandlung. Er hatte zu seiner Sicherheit mit ArtabazuSverabredet, daß dieser den jedesmaligen Überbringer eines Briefes von ihm umbrin-gen lassen sollte. Ein gewisser Argilius, der zu einer gleichen Sendung bestimmtwar, schöpfte Verdacht, öffnete den ihm anvertrauten Bries, fand seinen Arg-