Pausanias (Schriftsteller) Pausilipp 331
wohn bestätigt und machte den Ephoren Anzeige davon. Um sich einen vollen Be-weis zu verschaffen, befahlen sie ihm, in den Tempel des Neptun nach Tänaruszu flüchten, als fürchte er für sein Leben. Sobald P. davon hörte, eilte er zuibm. Es entspann sich ein Gespräch zwischen Beiden, das den verborgene iEphoren des P. ganze Schuld enthüllte. Sie kehrten mit dem Entschlüsse nachSparta zurück, ihn nach der Strenge der Gesetze zu bestrafen. P., der auf demWege erfuhr, welches Schicksal ihm bevorstehe, nahni jetzt selbst zu den Füßender Minerva EhalciökoS seine Zuflucht. Aber seine eigne Mutter trug denersten Stein herbei, um die Thür des Tempels zu verschließen; diesem Bei-spiele folgte das Volk, und so mußte der Eingeschlossene vor Hunger verschmach-ten. Man begrub ihn vor dem Tempel und versöhnte die Göttin durch 2 bronzeneBildsäulen.
Pausanias, ein griech. topographischer Schriftsteller, der unter Hadrian und den Antoninen blühte. Wenn er derselbe Redner oder Grammatiker ist, derunter diesem Namen erwähnt wird, so war er aus Cäsarea in Kappadocien gebürtigund studirte unter dem berühmten Herodes AtticuS. Er lehrte zu Athen und Rom,in welcher letzter» Stadt er starb. Seine Beschreibung Griechenlands, eine Art vo,Reisebeschreibung, ist eine schätzbare Sammlung von Nachrichten für den Alter-thumsforscher, in welcher der Df. Alles, was er merkwürdig fand, verzeichnete undbeschrieb: Tempel, Theater, Grabmäler, Statuen, Gemälde, Denkmäler allerArt rc. Seine Schreibart schwankt zwischen Nachlässigkeit und affectirter Alter-thümlichkeit; auch ist das Werk voll fabelhafter Erzählungen, die mit den beschrie-benen Gegenständen in Beziehung stehen. Dies hat Scaliger verleitet, ihn mit derzu harten Bezeichnung 0>!>ev»Io>u»> nmniui» ii>e>i<b><Ü85ii>>»8 zu belegen. WoP. als Augenzeuge spricht, ist er vollkommen glaubwürdig. — AuSg. seiner Werkesind von Kühn (Lpz. 1696, Fol.), FaciuS (Lpz. 1794—97, 4., 3 Thle.), eineneue von Sibelis (Lpz. 1822—28, 5 Bde.), die neueste von Immanuel Bekker (Berl. 1826 fg., 2 Bde.), deutsche Übers. von Goldhagen (2.Aufl., Berl., 1798,2 Bde.), ferner übers. und mit Anm. von Wiedasch (München 1826 fg., 4 ThleNDie Übers. ins Franz, von Clavier u. A. (Paris 1814—21) enthält in 6 Btn. und1 Suppl. den griech. Text und Anm. Eiampi in Florenz hat 1826 eine ital. Übers.und einen Comni.'utar zu liefern angefangen.
Pause (a. d. Griech.), die Ruhe, der Stillstand, vorzüglich in der Musikund Declamation, das Schweigen der Stimmen (sind es alle — Generalpause)an gewissen Stellen eines Tonstücks oder einer Rede; auch das Zeichen, welchesdiesen Stillstand und seine Dauer in der Musik anzeigt. Die Pausen haben denZweck, Ruhepunkre für Tonkünstler und Zuhörer in die fortlaufende Darstellungzu bringen, sowie durch Absehen die Sätze bestimmter hervorzuheben und von ein-ander zu unterscheiden. Daher auch keine Pause angebracht weichen darf, wo eineUnterbrechung nicht stattfinden soll. Sie sind abgemessen, oder niehr dem Gefühlüberlassen. Die Pausen von der kleinsten Dauer nennt man Sospiren, weil sienur des Athmen - oder KraftschöpfenS wegen da sind.
Pausilipp, Berg bei Neapel , mit einer der größten und sehenSwerthestenGrotten (In ^>olt:> üi ?3U!>iIi>>z>o). Durch den Felsen geht nämlich von Neapel nach Puzzuoli ein 80<—90 Fuß hoher, 24—30 Fuß breiter und ungefähr 1000Schritt langer gepflasterter Weg in gerader Linie gehauen. Durch die tiefe Nachtdes hohen und weiten, dennoch aber den Sonnenstrahlen unzugänglichen Gewölbesdieser Bergkluft geht das beständige Leben auf einer der volkreichsten Landstraßenhin. Der starke Widerhall an der Wölbung verdoppelt das betäubende Geprasselder Durchfahrt. Wahrscheinlich ward diese Höhle, von welcher man zu Strabo'sZeit viele Fabeln erzählte, schon vor den Zeiten der Römer, anfangs nur als einSteinbruch, angehauen und in der Folge durch den ganzenBerg getrieben. Alfons l.