348 Penclope Penn
Penelope, die als Muster der Treue und Häuslichkeit gepriesene Gattindes Ulysses. Sie war die T. des Jkarius und der Nymphe Pariböa, und MutterdesTelemachus. Als ihr nach Trojas Eroberung herumirrender Gemahl für todtgehalten wurde, bewarben sich (nach Homer ) 108 Freier um sie; aber sie, die ebensoklug und siitig als schön war, wußte sie in leerer Hoffnung hinzuhalten, indemsie 3 Jahre lang an einem großen Gewebe arbeitete und nie fertig wurde, da sie inder Nacht es immer wieder auftrennte. Endlich befreite sie Ulysses (s. d.) vondem Ungestüme dieser Freier, als er mit seinem Sohne zurückkehrte.
Penn (William), geb. zu London den 11. Dct. 1814, Sohn des engl.Admirals gl. N., der wegen s. Heldenmuthes und treuen Eifers für s. Vaterland,selbst bei den Parteien, die England verwirrten,^ allgemeiner Achtung stand.Will. P. besuchte, für eine große öffentliche Lanfbayn vorbereitet, die UniversitätDxford, und s. Familie sah in dem vielversprechenden Jünglinge den einzigen Erbenihres ruhmbekränzten Namens und eines unermeßlichen Vermögens. Um seinerHinneigung zu frommer Schwärmerei und zu einem stillen, anspruchslosen Lebenzu begegnen, schickte ihn sein Vater nach Paris , damit er mi Gewuhle eines präch-tigen Hofes und einer üppigen Hauptstadt Sinn für die große Welk gewänne.Wirklich überließ er sich einige Zeit der Gewalt der neuen Eindrücke, doch so, daßadelige Sitte und ein unbefleckter Wandel ihn fortdauernd auszeichneten. Nach derRückkehr in sein Vaterland aber erwachte in aller Stärke seine fromme Begeiste-rung wieder, die durch die Predigt des Quäkers Thomas Loe schon in erster Zeigends. Leben die bestimmende Richtung gegeben hatte, und in der Erinnerung an eineaußerordentliche göttliche Eingebung, die er schon als Knabe empfange» zu habenglaubte, unversiegbare Nahrung fand. Von geheimnißvollen, dunkeln Gefühlenund unklaren Vorstellungen erfüllt, reiste der Jüngling nach Irland , wo er bei einerQuäkergemeinde einkehrte, begierig, ihre Lehre und Verfassung näher kennen zulernen. Bald war er dieser Gemeinde gewonnen, mit deren Mitgliedern er einstsogar ins Gefängniß gebracht wurde. P. war 22 Jahre alt, als er 1666, allenweltlichen Ansprüchen entsagend, mit der Partei des Georg Fox (s. d.) sich innigstverband. Nichts konnte ihn davon abziehen, auch nicht der Zorn s. Vaters, derihn zuletzt aus dem Hause verstieß und zu enterben drohte. Allen Verfolgungen,dem Spotte seiner Iugendgenossen und den Schimpfreden des Pöbels stellte er einunbeflecktes Leben entgegen. So große Standhaftigkeit besiegte endlich die Härtes. Vaters. Ja dieser selbst ward dadurch für die Ansichten des Sohnes gewonnenunh suchte ihm reichlich alles erlittene Unrecht zu vergelten. Unterdessen hatteWilliam sich unter den Quäkern selbst die ausgezeichnetste Achtung und ein gren-zenloses Vertrauen erworben. Schon früh trat er als begeisterter Lehrer unterihnen auf, und sie erkannten, daß ein Mann von solchem Geiste und so vorzüg-licher Bildung Das, wasFox u. A. begonnen, mit Erfolg fortführen und die kleineverfolgte Heerde weiter ausbreiten werde. Denn so wenig sie auch sonst auf welt-liche Gelehrsamkeit einen Werth legten, so mußte» sie dieselbe doch an einemManne achten, der dieselbe nur zum Schutze ihrer, mit der Welt, namentlich mitden Gelehrten, Geistlichen und weltlichen Richtern, überall zusammenstoßendenÜberzeugung verwenden wollte. Von Schwärmerei selbst nicht ganz frei, mäßigteer doch die For'schen, zum Theil höchst trübsinnigen Schwärmereien und milderteihre Strenge. Dann besaß er den Geist christlicher Duldung und war bemüht,dieselbe unter den Quäkern zu begründen. Er legte überhaupt ausUnterschei-dungslehrcn wenig Gewicht; nur das christliche Leben hielt er für das lebendigeChristenthum und alles Wissen für viel geringer als das Thun . Mit diesenGrundsätzen, die er mit hinreißender Beredtsamkeit predigte, wußte er die Grund-ideen der Gemeinde von dein innern Lichte und der Belebung des Christus in unsin Einklang zu bringen. Sein Vater billigte sein frommes Streben und hinter-